
Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Es gibt weiterhin keine Anzeichen für eine Aufhebung des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments; allerdings wirkt die Wellenstruktur dieses Trends nun sehr uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen kleineren Zeitrahmen zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinstmöglichen Wellenstrukturen zu konzentrieren.
Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur mit einer Extension in der dritten Welle erkennen. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre die Ausbildung dieser Struktur abgeschlossen, und wir sollten nun mit einer Korrekturstruktur aus mindestens drei Wellen rechnen. In der kurzen Frist ist daher ein Anstieg der Notierungen des Währungspaares zu erwarten, jedoch nur im Rahmen einer Korrektur in Bezug auf das letzte Trendsegment. Vorerst fügen sich die jüngsten Wellenstrukturen nur sehr unzureichend in die übergeordnete Zählung ein, doch mit der Zeit sollte sich das Bild klären. In naher Zukunft könnte sich die europäische Währung in Richtung 1,1568 und 1,1666 erholen.
Das Währungspaar EUR/USD ist am Montag um 70 Basispunkte gestiegen, was etwas überraschend kam. Selbstverständlich müssen sich in jedem Trend Korrekturwellen ausbilden, doch in den vergangenen Wochen haben wir uns fast daran gewöhnt, einen Rückgang des Dollars kaum noch zu sehen. Nichtsdestotrotz müssen Korrekturwellen weiterhin auftreten, auch wenn sich die Wellenstruktur verändert hat. Daher ist eine weitere Aufwertung der europäischen Währung zu erwarten, selbst ohne Berücksichtigung des Nachrichtenhintergrunds.
Der Nachrichtenhintergrund wird in dieser Woche sowohl für den Euro als auch für den Dollar sehr komplex sein. In Europa findet eine Sitzung der ECB statt, bei der Christine Lagarde den Märkten erläutern muss, wie negativ die Inflationsprognosen für 2026 ausfallen. Zur Erinnerung: Die Energiekrise wird die Europäische Union hart treffen, und steigende Öl- und Gaspreise werden zwangsläufig zu höheren Preisen für nahezu alle Güter und Dienstleistungen führen. Die Frage ist, zu welchen Maßnahmen sich der europäische Regulator bereitfinden wird, um einen neuen unkontrollierten Preisschub zu verhindern. Sollte der Verbraucherpreisindex wieder an Fahrt gewinnen, könnte es nur eine Lösung geben – eine Anhebung der Leitzinsen. Ist die ECB zu einem solchen Schritt bereit, angesichts des schwachen Wachstums der europäischen Wirtschaft und des Potenzials für eine weitere Abschwächung? Christine Lagarde wird auf diese Frage eine Antwort geben müssen.
Auch die Fed wird in dieser Woche tagen, und die Zahl der Themen auf der Tagesordnung wird deutlich größer sein als in Europa. Jüngste Daten vom US-Arbeitsmarkt haben gezeigt, dass von einer Entspannung keine Rede sein kann, während die Inflation, wie bereits erwähnt, im Jahr 2026 deutlich anziehen könnte. Welcher dieser Indikatoren ist für die Fed wichtiger? Wie wird der US-Regulator agieren, wenn man bedenkt, dass der Rücktritt von Jerome Powell bereits für Mai fest eingeplant ist? Ist die Fed bereit, die Zinsen anzuheben, um einen neuen Inflationsschub zu verhindern und damit faktisch einen neuen Konflikt mit Donald Trump zu riskieren? Und die wichtigste Frage lautet: Mit welchen weiteren geopolitischen Erschütterungen ist in dieser Woche möglicherweise zu rechnen?

Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Währungspaar sich weiterhin innerhalb eines Aufwärtstrendsegments (das untere Chart) befindet, kurzfristig jedoch begonnen hat, ein Abwärtstrendsegment auszubilden. Da die Fünf-Wellen-Impulsstruktur abgeschlossen ist, können meine Leser in den nächsten ein bis zwei Wochen mit einem Kursanstieg rechnen, mit Zielen in der Nähe der Marken von 1,1568 und 1,1666, die den Fibonacci-Retracement-Niveaus von 23,6 % bzw. 38,2 % entsprechen. Die weiteren Bewegungen des Paares werden vollständig von der Entwicklung im Nahen Osten abhängen.
Im niedrigeren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment zu erkennen. Die Wellenstruktur ist nicht völlig standardisiert, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist zum Beispiel die Welle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Dies kann jedoch vorkommen. Ich erinnere daran, dass es am besten ist, auf den Charts klare Strukturen zu identifizieren, anstatt jedem einzelnen Wellenverlauf strikt Bedeutung beizumessen. In naher Zukunft könnte sich der Trend umkehren.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.
- Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es kann niemals vollständige Gewissheit über die Bewegungsrichtung geben. Vergessen Sie nicht, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.