
Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Es gibt weiterhin keine Anzeichen dafür, dass das im Januar letzten Jahres begonnene Aufwärtstrendsegment aufgehoben wurde, jedoch wirkt die Wellenstruktur nun recht uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich immer, auf einen kleineren Zeitrahmen zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen – das reicht aus, um Positionen zu eröffnen.
Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur erkennen, mit einer verlängerten dritten Welle. Falls dies zutrifft, ist diese Struktur bereits abgeschlossen, und es ist nun eine Korrekturphase von mindestens drei Wellen zu erwarten. Daher ist in der näheren Zukunft zwar mit einem Anstieg des Paares zu rechnen, jedoch nur im Rahmen einer Korrektur in Bezug auf das letzte Trendsegment. Die jüngsten Wellenstrukturen fügen sich nicht besonders gut in die Zählung der höheren Ebene ein, doch das sollte mit der Zeit klarer werden. In der nahen Zukunft könnte sich der Euro in Richtung der Niveaus von 1,1568 und 1,1666 erholen.
Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Dienstag nur geringe Veränderungen und konnte den Aufwärtstrend vom Montag nicht fortsetzen. Die Kursbewegung blieb begrenzt, und die Berichte des ZEW-Instituts stießen am Markt nur auf geringes Interesse. Zwar stand der Euro in der morgendlichen Sitzung unter Druck, doch der Markt verlagerte den Fokus rasch von den Konjunkturdaten auf dringendere Themen.
Die Geopolitik könnte die Stimmung der Marktteilnehmer noch über einen längeren Zeitraum beeinflussen. Unterdessen findet morgen Abend die FOMC-Sitzung statt, die sich zu einem Schlüsselereignis in der ersten Hälfte des Jahres 2026 entwickeln könnte. Am darauffolgenden Tag tagt die Europäische Zentralbank, deren Entscheidungen den Markt ebenfalls in beide Richtungen beeinflussen können. Derzeit sind die Zentralbanken besorgt, dass die Inflation weltweit erneut anziehen könnte. Diese Sorgen sind nicht unbegründet, da Öl und Gas in der Produktion, im Transport und in der Lagerung nahezu aller Güter verwendet werden. Selbst die Kosten für Dienstleistungen sind indirekt an die Energiepreise gekoppelt. Daher können die Preise unabhängig davon weiter steigen.
Es sei daran erinnert, dass im vergangenen Jahr viele Ökonomen ebenfalls einen starken Preisanstieg erwarteten, als Donald Trump einen Handelskonflikt vom Zaun brach – dieser blieb jedoch aus. Aus diesem Grund ist es zu früh, um pessimistische Schlussfolgerungen zu ziehen. Ebenso ist zu beachten, dass das Federal Reserve System ein Doppelmandat hat und zumindest eines seiner Ziele weiterhin eine zusätzliche geldpolitische Lockerung verlangt – unabhängig von der Inflation.
Somit werden wir morgen Abend die Position des FOMC im Kontext der sich rasch entwickelnden globalen Ereignisse erfahren. Meiner Ansicht nach wird das Federal Reserve System eine abwartende Haltung einnehmen, da noch unklar ist, wie lange der Konflikt im Nahen Osten andauern wird. In gewisser Weise hat sich die Lage festgefahren: Donald Trump hat nicht genügend Unterstützung von den europäischen Ländern erhalten, während Iran dem Druck Israels, der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten nicht nachgegeben hat, sein Atomprogramm nicht aufgegeben und keine Verhandlungen aufgenommen hat.
Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Grundlage der Analyse bleibt EUR/USD in einem Aufwärtstrendsegment (wie im unteren Chart dargestellt), hat jedoch kurzfristig mit der Ausbildung einer Abwärtsphase begonnen. Da die fünfteilige Impulsstruktur abgeschlossen zu sein scheint, ist in den nächsten ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg des Paares zu rechnen, mit Zielen in der Nähe von 1,1568 und 1,1666, was den Fibonacci-Niveaus von 23,6 % und 38,2 % entspricht. Die weitere Entwicklung wird vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.
In einem kleineren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht völlig standardisiert, da die Korrekturwellen in ihrer Größe variieren. So ist beispielsweise die Welle 2 auf der höheren Ebene kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Abweichungen kommen vor. Wichtig ist, sich auf klare und verständliche Strukturen zu konzentrieren, anstatt zu versuchen, jede Welle krampfhaft zu beschriften. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.
Wesentliche Grundsätze dieser Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und unterliegen häufigen Änderungen.
- Wenn die Marktsituation unklar ist, ist es besser, außerhalb des Marktes zu bleiben.
- Absolute Sicherheit bezüglich der Marktrichtung gibt es nicht. Verwenden Sie immer Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombiniert werden.
