
Gold (XAU/USD) behält während der europäischen Sitzung einen moderat positiven Ton bei, bleibt jedoch unterhalb des 100-Tage-SMA. Das Edelmetall zeigt weiterhin eine hohe Sensibilität gegenüber geopolitischen Faktoren, und die Volatilität dürfte erhöht bleiben, da Anleger auf Entwicklungen im bewaffneten Konflikt reagieren. Diese Situation macht Marktteilnehmer vorsichtig, wenn es darum geht, langfristige Positionen auf Basis einer nachhaltigen Erholung von der technisch wichtigen 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) aufzubauen, die sich in der Nähe der Marke von 4.100 US-Dollar befindet – einem Bereich, der einem Viermonatstief entspricht.
Medienberichten zufolge laufen intensive diplomatische Bemühungen, um eine einmonatige, vorübergehende Waffenruhe umzusetzen, damit die Vereinigten Staaten und Iran sich auf eine Roadmap zur Lösung der Krise einigen können. Dies folgt auf die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump zu Beginn der Woche, geplante Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur um fünf Tage zu verschieben und dabei auf indirekte Verhandlungen zu verweisen – ein Schritt, der die Erwartungen an eine Deeskalation im Nahen Osten verstärkte. Zudem erklärte Trump, Teheran habe eine „Geste des guten Willens“ im Zusammenhang mit der Sicherstellung eines stabilen Transits von Energieressourcen durch die Straße von Hormus gemacht.
Der zunehmende Optimismus drückt die Ölpreise und dämpft die Inflationserwartungen, wodurch der Bedarf an aggressiven Maßnahmen der Zentralbanken sinkt und die Nachfrage nach nicht verzinslichem Gold gestützt wird. Gleichzeitig bleibt die militärische Aktivität hoch: Israel setzt seine Angriffe auf iranisches Territorium fort, und die Vereinigten Staaten verstärken ihre Militärpräsenz in der Region, indem sie mehrere Tausend Soldaten der 82nd Airborne Division verlegen. Als Reaktion darauf hat Teheran neue Raketenangriffe auf Israel gestartet, während Golfstaaten von mehreren abgefangenen Drohnen und Raketen berichten – vor dem Hintergrund zunehmender Kämpfe im Libanon und im Irak. Dieses Umfeld hält die Anspannung an den Märkten aufrecht und verhindert eine deutliche Korrektur der Ölpreise.

Darüber hinaus berücksichtigen Anleger weiterhin Inflationsrisiken, die durch anhaltend hohe Energiepreise und die Unsicherheit über den künftigen Verlauf der Zinssätze getrieben werden. Zusammengenommen setzen diese Faktoren den Goldpreis unter Druck. Unterdessen haben Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank nahezu vollständig eingepreist, während sie gleichzeitig ihre Erwartungen für Zinserhöhungen später im Jahr anheben. Ein restriktiver Ausblick der Fed stützt den US-Dollar, was auch das Aufwärtspotenzial von XAU/USD begrenzen könnte. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, auf eine klare Fortsetzung der Käufe zu warten, bevor die Ausbildung eines kurzfristigen Bodens und der Übergang in eine nachhaltige Aufwärtsphase bestätigt werden können.

Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren negativ, was darauf hindeutet, dass den Bullen derzeit die Kraft fehlt, die Kurse weiter nach oben zu treiben.