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FX.co ★ USD/CAD. Warum wird der kanadische Dollar schwächer?

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Analysen:::2026-03-26T22:55:07

USD/CAD. Warum wird der kanadische Dollar schwächer?

Das Währungspaar USD/CAD erreichte am Donnerstag ein Drei-Monats-Hoch und notierte stabil im Bereich der 38. Das Paar weist nun bereits die dritte Woche in Folge einen Aufwärtstrend auf, nachdem es zuvor stark auf das Niveau von 1,3560 gefallen war. Trotz WTI-Rohölpreisen von rund 92–95 US-Dollar pro Barrel steigt der USD/CAD weiterhin deutlich und steuert selbstbewusst auf den Bereich um die 40 zu.

USD/CAD. Warum wird der kanadische Dollar schwächer?

Ein Wendepunkt für den kanadischen Dollar war die März-Sitzung der Bank of Canada. Einerseits setzte die Zentralbank das grundlegende, am meisten erwartete Szenario um, indem sie alle Parameter der Geldpolitik unverändert ließ. Andererseits sendete sie jedoch unerwartete Signale, indem sie nicht die Inflationsrisiken, sondern die Schwäche des Wirtschaftswachstums in den Vordergrund stellte.

Dieses Ergebnis war überraschend, denn im Vorfeld der März-Sitzung begann der Markt angesichts der Öl-Rallye mit einer strafferen Ausrichtung zu rechnen. Viele Analysten waren der Ansicht, die Zentralbank solle zwar eine abwartende Haltung einnehmen, dabei jedoch die Möglichkeit einer Zinserhöhung offenlassen.

Die Bank of Canada bestätigte dieses Szenario jedoch nicht. Die Zentralbank konzentrierte sich eher auf die inländische wirtschaftliche Schwäche als auf externe Schocks. Sie dramatisierte zudem die Risiken einer Beschleunigung der Gesamtinflation nicht und betonte, dass steigende Energiepreise ein vorübergehender Faktor seien.

Zugleich stellte die Zentralbank fest, dass die Kerninflation eine stetige Abschwächung zeigt, was durch den Verbraucherpreisindexbericht (CPI) für Februar bestätigt wird.

Es ist wichtig festzuhalten, dass der Kern-Verbraucherpreisindex tatsächlich einen Abwärtstrend aufweist. Im Oktober und November des vergangenen Jahres lag dieser Wert bei 2,9 %, doch seit Dezember sinkt er kontinuierlich: auf 2,8 % im Dezember, 2,6 % im Januar und bis auf 2,3 % im Februar (dem niedrigsten Stand seit März 2025). Auch die Gesamtinflation verlangsamte sich im vergangenen Monat deutlich auf 1,8 % (von 2,3 %).

Mit ihrem Fokus auf die Abschwächung des Kern-CPI äußerte die Bank of Canada zugleich Sorgen um den Arbeitsmarkt und hob die enttäuschenden Daten hervor, die in der vorletzten Woche veröffentlicht wurden. Zur Erinnerung: Laut den jüngsten Zahlen verlor die kanadische Wirtschaft im Februar 84.000 (!) Arbeitsplätze, während die meisten Experten mit einem Zuwachs von 10.000 gerechnet hatten. Dies ist das schwächste Ergebnis seit Anfang 2022. Am stärksten betroffen waren der Einzel- und Großhandel (-18.000), das Baugewerbe (-12.000) sowie der Freizeitbereich. Eine positive Entwicklung zeigte sich lediglich im öffentlichen Sektor und in der Logistik.

Darüber hinaus zeigt die Beschäftigungsstruktur, dass die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Februar um 108.000 zurückging, was nur teilweise durch einen Anstieg der Teilzeitbeschäftigung (+24.500) ausgeglichen wurde. Bekanntlich sind Vollzeitstellen mit höheren Löhnen und besserem Sozialschutz verbunden, was sich positiv auf die Konsumaktivität der Kanadier auswirkt. Vor diesem Hintergrund sind die genannten Zahlen durchweg negativ zu bewerten.

Die Arbeitslosenquote in Kanada stieg auf 6,7 % (nach zuvor 6,5 %). Am stärksten betroffen war die Jugend (16–24 Jahre), deren Arbeitslosenquote um 1,3 Prozentpunkte anzog. Die einzige Komponente des Berichts mit einer Aufwärtsdynamik war der „Lohn“-Indikator. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg um 3,9 % (nach einem Plus von 3,3 % im Vormonat). Allerdings gibt es auch hier einige Einschränkungen: Die Zahl der Geringverdiener ging im Februar zurück, wodurch der Durchschnittswert der verbleibenden „Beschäftigten“ rein rechnerisch nach oben getrieben wurde.

Mit anderen Worten: Die jüngsten makroökonomischen Daten zum Arbeitsmarkt und zur Inflation sind eindeutig negativ ausgefallen. Die Bank of Canada legte den Schwerpunkt auf diese Faktoren und spielte die Inflationsrisiken herunter. So verschwand etwa die Formulierung von „ernsthaften Risiken einer beschleunigten Preisentwicklung“ aus der begleitenden Erklärung. Der Markt deutete dies als Signal für eine mögliche Zinssenkung in den kommenden Monaten (möglicherweise im Juni).

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihrerseits eine abwartende Haltung signalisiert – zumindest so lange, bis die Inflation auf nachhaltiger Basis nachzulassen beginnt. Jerome Powell erklärte dies explizit als Antwort auf eine entsprechende Frage in der abschließenden Pressekonferenz.

Damit spielt die zunehmende Divergenz in der Geldpolitik zwischen Fed und Bank of Canada den Käufern des Währungspaares USD/CAD in die Karten. Hinzu kommt, dass der US-Dollar als sicherer Hafen verstärkt nachgefragt wird. All dies spricht für eine Bevorzugung von Long-Positionen.

Aus technischer Sicht notiert das Währungspaar USD/CAD derzeit an der oberen Linie des Bollinger-Bands-Indikators und über allen Linien des Ichimoku-Indikators (einschließlich über der Kumo-Wolke), wodurch sich ein bullisches „Parade of Lines“-Signal herausgebildet hat. Ein ähnliches Muster zeigt sich im Vier-Stunden-Chart (hier liegt der Kurs allerdings zwischen der mittleren und der oberen Linie der Bollinger Bands). Es bietet sich an, korrigierende Rücksetzer nach unten zu nutzen, um Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,3860 (der oberen Linie der Bollinger Bands im H4-Zeitrahmen) zu eröffnen.

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