
Das Währungspaar steigt bereits den zweiten Tag in Folge aufgrund der Schwäche des US‑Dollars, nachdem Äußerungen von Präsident Trump die Hoffnung auf ein mögliches Ende der Militäroperationen mit Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen genährt haben. Der Optimismus am Markt nach Trumps Kommentaren bleibt jedoch begrenzt, da Berichte darauf hindeuten, dass die VAE auf militärischen Maßnahmen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bestehen. Zudem erhöht der anhaltende Ausbau der US‑Militärpräsenz in der Region das Risiko einer Eskalation des Konflikts, was die Inflationserwartungen und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed steigen lässt. Dies stützt den US‑Dollar und setzt NZD/USD unter Druck.
Der Aufwärtsspielraum des neuseeländischen Dollars wird zusätzlich dadurch begrenzt, dass der Markt erwartet, die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) werde Zinserhöhungen wegen der Gefahr eines lang anhaltenden Energieschocks für das Wirtschaftswachstum bis ins vierte Quartal verschieben. Aktuelle Daten von RatingDog zeigen, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China im März von 52,1 auf 50,8 gefallen ist, was den offiziell optimistischen Zahlen widerspricht und auf eine Verlangsamung der Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hindeutet. Dies erhöht den Druck auf Währungen wie den australischen und den neuseeländischen Dollar.
Diese fundamentalen Faktoren sprechen kurzfristig für ein negatives Szenario für NZD/USD, auch wenn Händler voraussichtlich weitere geopolitische Entwicklungen abwarten werden, bevor sie aggressive Positionen eingehen.
Auf US‑Seite übertraf der ISM Manufacturing PMI für März die Erwartungen und stieg von 52,5 auf 52,7, während der Subindex der gezahlten Preise auf 78,3 kletterte – ein fast vierjähriges Hoch –, was auf zunehmenden Inflationsdruck hinweist. Die Einzelhandelsumsätze legten im Februar um 0,6 % gegenüber dem Vormonat zu, dem höchsten Wert seit sieben Monaten, und die ADP-Daten verzeichneten einen Anstieg der Beschäftigung im Privatsektor um 62.000 Stellen. Damit wurden die Konsensschätzungen übertroffen und die Stärke der US‑Wirtschaft untermauert.
Reden der Fed‑Vertreter Thomas Barkin und Alberto Musalem verliehen dem Dollar keinen nennenswerten zusätzlichen Auftrieb, auch wenn sie auf den vorübergehenden Charakter des Energieschocks hinwiesen, zugleich aber vor den Risiken einer Verschiebung der Inflationserwartungen warnten und die Notwendigkeit zu erhöhter Wachsamkeit angesichts der geopolitischen Unsicherheit betonten.
Aus technischer Sicht hat das Währungspaar bislang lediglich die 9‑Tage‑EMA erreicht, während Bullen einen Anstieg bis zur 20‑Tage‑SMA benötigen, um Vertrauen in weiteres Aufwärtspotenzial zu gewinnen. Die Oszillatoren bleiben negativ und bestätigen die Dominanz der Bären am Markt.