
Das Währungspaar EUR/USD steigt bereits den zweiten Tag in Folge und hat im Zuge einer verbesserten Risikostimmung neue Wochenhochs erreicht, nachdem Signale auf ein mögliches Ende des Krieges zwischen den USA und Iran hingedeutet haben. Dies hat den US‑Dollar geschwächt und den Euro nach oben getrieben.
Der geopolitische Hintergrund prägt weiterhin die Marktstimmung. Der US‑Präsident Donald Trump erklärte im Oval Office, die Vereinigten Staaten würden den Iran „sehr bald verlassen“ und spielte damit auf ein mögliches Ende der Militäroperationen innerhalb von zwei bis drei Wochen an. Diese Aussagen wurden vom iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian aufgegriffen, der den „notwendigen Willen“ bekundete, den Konflikt zu beenden, sofern Sicherheitsgarantien gegeben würden. Trump betonte jedoch auf Truth Social, Washington werde nur dann einen Waffenstillstand in Betracht ziehen, wenn die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet sei, und hielt damit die Drohung fortgesetzter Operationen aufrecht.
Die US‑Konjunkturdaten konnten den Markt nicht beeindrucken. Händler reagierten zurückhaltend auf die Veröffentlichungen: Der ISM Manufacturing PMI stieg auf 52,7 (Prognose: 52,5), die ADP‑Beschäftigung nahm um 62.000 Stellen zu (über den Erwartungen von 40.000), und die Einzelhandelsumsätze legten im Februar um 0,6 % gegenüber dem Vormonat zu. Diese Zahlen bestätigen zwar die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft, stärkten den Dollar jedoch nicht vor dem Hintergrund der geopolitischen Zuversicht.
Gleichzeitig bleiben die Notenbanker flexibel. Der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, Alberto Musalem, merkte an, die Geldpolitik der Fed befinde sich „am unteren Ende der neutralen Spanne“ und sei gut positioniert, um kriegsbedingte Risiken zu bewältigen, was sowohl Szenarien weiterer Zinserhöhungen als auch Zinssenkungen zulasse. Der EZB‑Vertreter Gabriel Makhlouf erklärte, die Zentralbank sei bereit zu handeln, sobald neue Daten vorlägen, und betonte, dass ein anhaltender Konflikt die Eurozone einem „negativen Szenario“ näherbringen würde.
Aus technischer Sicht hat das Paar den 20‑Tage‑SMA nach oben durchbrochen, was die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends erhöht. Auch der Relative‑Stärke‑Index ist in den positiven Bereich vorgedrungen. Damit die Bullen jedoch die vollständige Kontrolle über den Markt erlangen, müssen sie die 100‑ und 200‑Tage‑SMAs im Bereich der psychologischen Marke von 1,1700 überwinden.