Die kommende Woche dürfte volatil verlaufen. Montag, der 6. April, ist die Frist für Trumps Ultimatum in Bezug auf den Iran. Im Vorfeld dieses Ereignisses haben beide Seiten kämpferische Aussagen ausgetauscht, was darauf hindeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Deeskalation äußerst gering bleibt. Der Chef des Weißen Hauses versprach, die „Hölle über den Iran losbrechen zu lassen“, falls die Straße von Hormus nicht freigegeben werde, während Teheran ankündigte, Trump „in die Tiefen der Hölle zu schicken“ und damit klarstellte, dass die Meerenge blockiert bleiben wird.
Wichtig ist anzumerken, dass Trump die Frist für sein Ultimatum bereits zuvor verlängert hat, wobei er sich auf „Fortschritte in den Verhandlungen“ berief (eine Behauptung, die der Iran wiederholt zurückgewiesen hat). Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich dieses Szenario wiederholt. In einem solchen Fall rücken die makroökonomischen Daten erneut in den Mittelpunkt – zumal der Wirtschaftskalender für die kommende Woche mit wichtigen Ereignissen für das Währungspaar EUR/USD gefüllt ist.

Montag
Am Montag wird in den USA der ISM Services Index veröffentlicht. Der Dienstleistungssektor steht für rund 70 % des BIP des Landes, weshalb der Markt in der Regel empfindlich auf Veränderungen dieses Indikators reagiert. Laut vorläufigen Prognosen bleibt der Index zwar im Expansionsbereich, wird nach dem kräftigen Anstieg auf 56,1 jedoch auf 54,8 zurückgehen. Ein solches Ergebnis dürfte den Dollar stützen, zumal der ISM Manufacturing Index weiter steigt und nahezu ein Vierjahreshoch erreicht hat.
Außerdem ist zu beachten, dass der 6. April in vielen Ländern (einschließlich der USA) Ostermontag ist. Daher könnte die Marktliquidität an diesem Tag gering sein, während die Volatilität gleichzeitig hoch ausfallen kann.
Dienstag
Am Dienstag werden überwiegend sekundäre Konjunkturberichte veröffentlicht, darunter die endgültigen Schätzungen der PMI-Indizes für März, der Sentix-Investorenvertrauensindex sowie das Volumen der Verbraucherkredite in den USA. Besonderes Interesse gilt den Daten zu den Auftragseingängen für langlebige Güter in den USA. Es wird mit einem moderaten Wachstum gerechnet: Nach einem schwachen Jahresauftakt (Januarwert bei 0,0 %) hofft der Markt auf eine Erholung; allerdings kann die volatile Komponente – die Flugzeugindustrie (Bestellungen bei Boeing) – das Gesamtbild deutlich verzerren. Insgesamt wird ein Rückgang der Bestellungen um 1,0 % erwartet, während der „bereinigte“ Wert (ohne Verteidigung und Luftfahrt) um 0,5 % zulegen soll. Selbst wenn der Bericht nur im Rahmen der Prognosen ausfällt (vor allem die Kernzahl), dürfte dies den Dollar dennoch stützen.
Mittwoch
Am Mittwoch werden die Protokolle der Fed-Sitzung vom März veröffentlicht. Zur Erinnerung: Die US-Notenbank beließ bei dieser Sitzung alle Parameter der Geldpolitik unverändert und setzte damit das Basisszenario um, das der Markt mehrheitlich erwartet hatte. Gleichzeitig setzte die Rhetorik von Jerome Powell den Dollar unter Druck, obwohl er die Märkte versicherte, dass die Zentralbank die Zinsen auf dem aktuellen Niveau halten werde, bis sich ein nachhaltiges Nachlassen der Inflation abzeichnet. Der Dollar geriet unter Druck, weil die Aussagen der Fed als „nicht ausreichend falkenhaft“ eingestuft wurden. Anders als die Europäische Zentralbank denkt die Fed derzeit nicht über eine Straffung der Geldpolitik nach und hält laut aktualisierter Dot-Plot-Projektion weiterhin eine Zinssenkung bis zum Jahresende für möglich. Das Protokoll könnte den „Effekt der März-Sitzung“ entweder verstärken oder abschwächen. Überwiegen in dem Dokument vorsichtige Töne (Sorgen um das Wirtschaftswachstum und die Lage am Arbeitsmarkt), könnte der Dollar erneut unter Druck geraten – insbesondere gegenüber dem Euro, da die geldpolitische Divergenz zwischen EZB und Fed den Käufern von EUR/USD in die Karten spielt. Meiner Einschätzung nach werden die Protokolle jedoch vor allem die Kernaussagen Powells wiederholen. Mit anderen Worten: Die Zentralbank wird die Inflation in den Vordergrund stellen und einen abwartenden Kurs betonen. Die Option einer Zinserhöhung wird, falls sie überhaupt erwähnt wird, nicht im Mittelpunkt stehen. In diesem Fall wird der Markt den Bericht wahrscheinlich weitgehend ignorieren.
Donnerstag
Am Donnerstag wird die endgültige Schätzung des US-BIP für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht. Zur Erinnerung: Die zweite Schätzung war nach unten revidiert worden (von 1,4 % auf 0,7 %). Da das dritte Quartal mit einem recht kräftigen Wachstum von 4,4 % abgeschlossen wurde, erwarten die meisten Analysten, dass die endgültige Schätzung mit der zweiten übereinstimmt und bei 0,7 % bleibt. Jede Abweichung von diesem „Basisszenario“ könnte im Währungspaar EUR/USD für deutliche Volatilität sorgen.
Ebenfalls am Donnerstag wird in den USA der Kern-PCE-Index veröffentlicht – einer der wichtigsten Inflationsindikatoren, den die Fed besonders genau beobachtet, da er die langfristigen Inflationstendenzen besser widerspiegelt. Drei Monate in Folge (von November bis Januar) hat er sich deutlich beschleunigt und im Januar 3,1 % erreicht. Für Februar wird erwartet, dass der Index auf dem Januar-Niveau verharrt. Ein solches Ergebnis (und generell jeder Wert über drei Prozent) dürfte den Dollar unterstützen.
Der ebenfalls am Donnerstag erscheinende Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung könnte das Währungspaar EUR/USD ebenfalls beeinflussen – allerdings nur, wenn er deutlich vom Prognosewert (+210.000) abweicht, also entweder unter die Marke von 200.000 fällt (eher unwahrscheinlich) oder das Ziel von 230.000 deutlich übertrifft (ebenfalls unwahrscheinlich).
Freitag
Am Freitag richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen weiteren, nicht minder wichtigen Inflationsindikator in den USA: die Inflationsrate nach dem CPI für März. Für den Gesamt-CPI wird ein kräftiger Anstieg von 2,4 % auf 3,4 % erwartet (der höchste Wert seit Mai 2024). Diese Entwicklung erscheint logisch, da der Haupttreiber hier „schwarzes Gold“ ist. Die Kosten für Kraftstoff in den USA haben bereits das höchste Niveau seit fast vier Jahren erreicht: Der landesweite durchschnittliche Einzelhandelspreis für Benzin liegt bei 4,081 US-Dollar pro Gallone.
Auch der Kern-Verbraucherpreisindex, der Nahrungsmittel- und Energiepreise ausklammert, dürfte anziehen – von 2,5 % auf 2,7 % (das höchste Niveau seit September des Vorjahres).
Fällt der Bericht mindestens im Rahmen der Prognosen aus (von einem besseren Ergebnis ganz zu schweigen), wird der Dollar erneut „die Oberhand“ gewinnen, da der Markt die Möglichkeit einer Zinssenkung der Fed in den kommenden Monaten endgültig auspreisen dürfte.
Damit steht uns eine ereignisreiche, informationsstarke und volatile Woche bevor. Die Inflationsdaten und der ISM Services Index dürften die US-Währung unterstützen und es den Verkäufern von EUR/USD ermöglichen, den Bereich der 1,14 zu testen (die Unterstützung liegt bei 1,1490 und entspricht der unteren Linie der Bollinger Bänder im H4-Zeitrahmen). Ein nachhaltiger Anstieg von EUR/USD ist nur dann realistisch, wenn Trump und Iran wechselseitige Schritte zur Deeskalation im Nahen Osten unternehmen. Den jüngsten Äußerungen beider Seiten nach zu urteilen, erscheint ein solches Szenario jedoch äußerst unwahrscheinlich.