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FX.co ★ EUR/USD: „Dienstag, 20:00 Uhr Eastern Time“

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Analysen:::2026-04-06T09:54:04

EUR/USD: „Dienstag, 20:00 Uhr Eastern Time“

Das Währungspaar Euro/US?Dollar hat die Handelswoche nahezu auf dem Niveau des Freitagsschlusskurses begonnen (Schlusskurs 1,1515, Eröffnung 1,1522), was auf eine abwartende Haltung der Händler hindeutet. Eine solche Vorsicht ist angesichts der bevorstehenden Ereignisse vollkommen gerechtfertigt. Immerhin läuft morgen, am 7. April, das Ultimatum von Trump gegenüber Iran aus.

EUR/USD: „Dienstag, 20:00 Uhr Eastern Time“

Gestern hat der US-Präsident wohl seine bislang schärfste Erklärung seit Beginn des Konflikts im Persischen Golf abgegeben. In vulgärer Sprache nannte der Hausherr des Weißen Hauses ein neues Datum für den Beginn einer groß angelegten Luftoffensive – „Tuesday, 08:00 p.m. ET“, also Dienstag, 7. April, 20:00 Uhr Eastern Time. Er drohte Iran zudem ausdrücklich mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur, falls die Straße von Hormus bis zu der genannten Frist nicht wieder geöffnet wird.

Bemerkenswert ist, dass die vorherige Frist am Montag abgelaufen ist – mit anderen Worten: Donald Trump hat sein Ultimatum bereits zum dritten Mal verschoben. Parallel zu seinen Drohungen beharrt er weiterhin darauf, dass der Verhandlungsprozess laufe: In einem Interview mit Fox News erklärte er, Iran verhandle weiter, und es gebe eine gute Chance, in den kommenden Tagen zu einer Einigung zu gelangen.

Genau deshalb agieren EUR/USD-Händler zu Beginn der neuen Handelswoche vorsichtig. Trotz Trumps aggressiver Rhetorik ist der US-Dollar als sicherer Hafen nicht besonders gefragt – zumal vor dem Hintergrund widersprüchlicher Berichte einflussreicher internationaler Medien.

So berichtet etwa Axios, dass die USA, Iran und mehrere regionale Vermittler (Pakistan, die Türkei und Ägypten) über die Bedingungen für einen 45-tägigen Waffenstillstand verhandeln, „der zu einem endgültigen Ende des Krieges führen könnte“. Die Vermittler haben einen zweistufigen Waffenstillstand vorgeschlagen: In der ersten Phase „schweigen die Waffen“, in der zweiten versuchen die Parteien, zentrale Fragen einer Konfliktbeilegung zu klären (Wiedereröffnung der Straße von Hormus, Irans Raketenprogramm, das Schicksal hoch angereicherten Urans usw.). Quellen von Axios räumen allerdings ein, dass die Chancen, innerhalb von 48 Stunden – also vor Ablauf von Trumps Ultimatum – zumindest eine Teilvereinbarung zu erzielen, gering sind.

Trotz der geringen Aussicht auf eine Waffenruhe scheuen sich die Marktteilnehmer jedoch, umfangreiche Long-Positionen im Dollar aufzubauen. Der Einsatz ist hoch: Wie Beteiligte der Gespräche einräumen, handelt es sich um die letzte Chance, eine „dramatische Eskalation des Krieges“ zu verhindern, die massive Angriffe auf die Energieinfrastruktur Irans sowie Vergeltungsmaßnahmen Teherans (Angriffe auf Entsalzungsanlagen und andere Infrastruktur in den Staaten am Persischen Golf) einschließen würde.

Derzeit bleibt die Lage in der Schwebe. Das Pendel kann in beide Richtungen ausschlagen. Nach Angaben offizieller iranischer Vertreter hat Teheran tatsächlich über Pakistan ein US-Angebot für einen Waffenstillstand erhalten. Reuters berichtet, dass die Iraner die ausgestreckte Hand nicht ausgeschlagen haben – derzeit werde das US-Angebot „geprüft“. Iranische Vertreter betonen jedoch, dass sie keine Entscheidungen unter Druck oder innerhalb vorgegebener Fristen treffen werden.

Mit anderen Worten: Die Unsicherheit bleibt bestehen. Donald Trump hat seine Ultimatsfrist bereits drei Mal verschoben – und der Markt deutet dieses Verhalten, wie wir sehen, als Bestätigung dafür, dass es Verhandlungen hinter den Kulissen gibt. Gleichzeitig lässt sich nicht ausschließen, dass die Taktik des Präsidenten auch der Versuch sein könnte, Zeit zu gewinnen, um sich auf massive Luftangriffe und möglicherweise eine Bodenoffensive vorzubereiten (insbesondere auf die Einnahme der iranischen Insel Kharg).

Unter diesen Umständen erscheinen jegliche Handelsentscheidungen im EUR/USD riskant – zumal heute in vielen europäischen Ländern und in den USA der Ostermontag begangen wird (wichtige Handelsplätze bleiben geschlossen).

Im weiteren Sinne stehen die Teilnehmer am Devisenmarkt (einschließlich der EUR/USD-Händler) an einem Scheideweg: Scheitern die Gespräche hinter den Kulissen, wird der Dollar erneut stark als sicherer Hafen gefragt sein. Einigt man sich hingegen auf eine vorübergehende Waffenruhe, dürfte die Risikobereitschaft zunehmen, und makroökonomische Veröffentlichungen rücken wieder stärker in den Vordergrund.

Zur Erinnerung: In dieser Woche werden die endgültigen US-BIP-Zahlen für das vierte Quartal sowie zentrale Inflationsindikatoren – der Kern-PCE-Index und der Verbraucherpreisindex (CPI) – veröffentlicht. Außerdem werden in dieser Woche das Protokoll der Fed-Sitzung vom März (am Mittwoch) und der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor vorgelegt. All diese Daten werden den Takt für den Handel vorgeben – allerdings nur, wenn im Nahen Osten die Waffen schweigen. Bis dahin bleibt die Lage gespannt; unter den aktuellen Bedingungen ist es daher ratsamer, eine Pause einzulegen und sich vorerst aus dem Markt herauszuhalten.

Analyst InstaForex
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