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FX.co ★ Dollar – der Krieger. Er braucht keinen Frieden

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Analysen:::2026-04-13T22:51:55

Dollar – der Krieger. Er braucht keinen Frieden

Ein schlechter Frieden ist besser als ein guter Krieg. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran sind ohne Einigung zu Ende gegangen. Nach mehr als 20 Stunden Dialog gelang es den Parteien nicht, einen Konsens zu erzielen. Donald Trump befahl seinem Militär: Niemand hinein und niemand hinaus aus der Straße von Hormus. Die Ölpreise schossen in die Höhe, da mit einer Verschärfung der Angebotsknappheit am Markt gerechnet wird. Das Währungspaar EUR/USD eröffnete die Woche mit einer nach unten gerichteten Kurslücke, beeilt sich jedoch nicht, weiter zu fallen. Woran liegt das?

Es ist schwer, einen Kompromiss zu erwarten, wenn Verhandlungen sprichwörtlich unter Gewehrlauf geführt werden. Der Bewohner des Weißen Hauses erklärte die USA zum absoluten Sieger im Krieg, und ein solches Land habe das Recht, zu fordern, was immer es wolle. So verlangten die Amerikaner, dass Iran nicht nur sein Nuklearprogramm und seine Langstreckenraketen aufgibt, sondern auch seine Verbündeten wie Hezbollah und Hamas. All dies wurde von den Vereinigten Staaten als Waffe angesehen, die Israel und andere Länder des Nahen Ostens um den Schlaf bringt.

Das Problem ist, dass dies für Iran Waffen zur Verteidigung sind. Nur mit ihrer Hilfe kann das Land Aggressoren wie die USA abschrecken. Die gegensätzlichen Auffassungen der Parteien führten zum Scheitern der Verhandlungen. So oder so erschien die EUR/USD-Rallye ohnehin bereits übertrieben rasant. Credit Agricole merkte an, dass der Dollar mit großer Wahrscheinlichkeit nicht allzu stark fallen wird. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Ölpreise werden erhöht bleiben und damit die Volkswirtschaften Europas und Asiens stärker belasten als jene der USA. Zudem ist die Unsicherheit rund um die Lage im Nahen Osten nicht verschwunden.

Markterwartungen an den Fed-Zinssatz

Dollar – der Krieger. Er braucht keinen Frieden

Hinzu kommt die Zurückhaltung der Federal Reserve, die Zinsen zu senken. Obwohl die Kerninflation in den USA im März unter den Prognosen der Bloomberg-Analysten lag, dürfte der Wert im April aufgrund von Zweitrundeneffekten wieder anziehen. Die Fed wird mit Sicherheit über eine Straffung der Geldpolitik nachdenken!

Bank of America geht davon jedoch nicht aus. Im Gegenteil, das Institut hält an seiner Prognose von zwei geldpolitischen Lockerungsschritten im Jahr 2026 fest. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die Fed in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres unter Druck geraten wird – weniger aufgrund eines stabilen, aber fragilen Arbeitsmarktes und einer sich abkühlenden Konjunktur. Auch politischer Druck wird eine Rolle spielen. Mit der Ernennung von Kevin Warsh wird die Fed deutlich „dovisher“ auftreten als zuvor.

Dollar – der Krieger. Er braucht keinen Frieden

Dennoch müssen Anleger ihren Blick nun auf den Nahen Osten richten. Eine Eskalation des Konflikts in Form eines Bruchs der zweiwöchigen Waffenruhe birgt die Gefahr einer Stärkung des US-Dollars. Umgekehrt würde eine Rückkehr Washingtons und Teherans an den Verhandlungstisch eine solide Grundlage für Euro-Käufe schaffen. Es bleibt abzuwarten, welches Szenario sich als wahrscheinlicher erweist.

Aus technischer Sicht zeigte der Tageschart für EUR/USD zu Wochenbeginn ein Abwärts-Gap. Den „Bullen“ gelang es, diese Kurslücke relativ zügig zu schließen. Ein Rückfall unter 1,1675 und 1,1660 würde jedoch einen Angriff der „Bären“ signalisieren und Verkäufe des wichtigsten Währungspaares rechtfertigen.

Analyst InstaForex
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