
Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des seit Januar letzten Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann zwar weiterhin keine Rede sein, doch die Wellenstruktur wirkt inzwischen recht uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen kleineren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen – was für das Eingehen von Positionen völlig ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Am einfachsten ist es, nach den klassischen „Fünf-Drei“-Mustern zu handeln.
Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Trifft diese Annahme zu, ist diese Struktur bereits abgeschlossen, und es bildet sich aktuell eine Korrekturphase aus mindestens drei Wellen. Daher ist in naher Zukunft ein Anstieg des Währungspaares zu erwarten, allerdings nur im Rahmen einer Korrektur relativ zum letzten Trendsegment. Vorerst fügen sich die jüngsten Wellenstrukturen nur schwer in die übergeordnete Zählung ein, doch mit der Zeit sollte sich das Bild klären. Die Erholung des Euro könnte sich in Richtung 1,1745 und 1,1824 fortsetzen.
Das Währungspaar EUR/USD fiel am Montag um 25 Basispunkte. Damit legte der US-Dollar lediglich um ein Viertel Cent zu – ein Ergebnis, das insgesamt durchaus als recht positiv gewertet werden kann.
Warum? Am Wochenende sind die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten gescheitert, auch wenn sie nicht formell beendet wurden. Sobald klar wurde, dass eine Friedensvereinbarung nicht in absehbarer Zeit erreicht werden würde, nahmen beide Seiten ihre aggressive Rhetorik wieder auf. Donald Trump drohte insbesondere mit einer militärischen Blockade der Straße von Hormus – diesmal gegen iranische Schiffe und Öltransporte gerichtet. Iran reagierte mit der Ankündigung, bereit zu sein, die Meerenge Bab al-Mandab zu blockieren, was die Ölexporte aus der Region zusätzlich erschweren würde.
In der Folge könnte der Mangel an Öl und Gas auf den Weltmärkten noch ausgeprägter werden, und die Preise könnten weiter steigen. Aus meiner Sicht hatte der Markt daher am Montag allen Grund, EUR/USD zu verkaufen. Verkäufe fanden zwar statt – blieben jedoch relativ schwach.
Dies könnte darauf hindeuten, dass der Markt des geopolitischen Faktors allmählich müde wird. Seit zwei Monaten bewegen sich die meisten Währungsinstrumente hauptsächlich in Reaktion auf die Ereignisse im Nahen Osten. Das kann nicht unbegrenzt so weitergehen. In der vergangenen Woche ist die Nachfrage nach dem Euro gestiegen, obwohl weiterhin keinerlei Anzeichen für ein Ende des Konflikts bestehen.
Die Euro-Käufe setzten bereits am Montag ein, als sich die Welt auf mögliche Angriffe auf Iran vorbereitete. Nachrichten über eine vorübergehende Feuerpause kamen erst am späten Mittwoch – und selbst diese wurde am selben Tag von allen beteiligten Parteien verletzt. Gleichzeitig lässt sich nicht ausschließen, dass neue negative Entwicklungen im Nahen Osten die Nachfrage nach dem US-Dollar erneut anheizen könnten.

Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Grundlage dieser EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unteres Chart) befindet, sich jedoch kurzfristig in einer Korrekturphase bewegt. Die Korrekturwellenstruktur wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann komplexer und ausgedehnter werden, wenn ein stabiler Waffenstillstand zwischen Iran, den Vereinigten Staaten, Israel und allen anderen Ländern im Nahen Osten zustande kommt.
Andernfalls gehe ich davon aus, dass sich von den aktuellen Niveaus aus eine neue abwärtsgerichtete Wellenstruktur ausbilden könnte.
Im kleineren Zeitfenster ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht vollständig standardisiert, da die Korrekturwellen in ihrer Größe variieren. Beispielsweise ist die Welle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Fälle kommen jedoch vor. Am besten konzentriert man sich auf klare und gut nachvollziehbare Strukturen, statt zwanghaft jede einzelne Welle zu kennzeichnen. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.
- Wenn Sie sich über die Marktsituation unsicher sind, ist es besser, draußen zu bleiben.
- Es gibt niemals 100%ige Sicherheit über die Marktrichtung – verwenden Sie immer schützende Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombiniert werden.