Der australische Dollar hat zum zweiten Tag in Folge das Widerstandslevel von 0,7150 (die obere Linie der Bollinger-Bänder im D1‑Zeitfenster) getestet, vor dem Hintergrund einer breiteren Abschwächung des US‑Dollars. Trotz der widersprüchlichen Lage im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten setzen Händler weiterhin „auf Frieden“, was das Marktinteresse an Risikoanlagen aufrechterhält. Einer der Profiteure dieser Situation ist der Aussie, der am Mittwoch ein Vierwochenhoch gegenüber dem Greenback erreicht hat.

Die Aufwärtsdynamik von AUD/USD wird jedoch nicht nur durch geopolitische Faktoren, sondern auch durch die auseinanderlaufenden Geldpolitiken der Federal Reserve und der Reserve Bank of Australia (RBA) bestimmt. Während die Fed eine abwartende Haltung einnimmt (ohne eine Zinssenkung bis Ende dieses Jahres auszuschließen), verhält sich die RBA weiterhin deutlich restriktiv und lässt die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung bei einer der kommenden Sitzungen offen.
Bemerkenswert ist, dass die australische Notenbank sogar die Abschwächung der Inflation im Februar weitgehend ignoriert hat. Auf Monatsbasis fiel der Gesamt-CPI auf 0 % (nach einem Anstieg um 0,4 % im Januar), während er im Jahresvergleich auf 3,7 % zurückging (nach zuvor 3,8 %). In ihren Kommentaren zu diesem Bericht verwiesen RBA-Vertreter auf saisonale Faktoren. So ging im Februar die Nachfrage nach Flugtickets und Hotelübernachtungen deutlich zurück (mit dem Ende der Schulferien), woraufhin die Anbieter ihre Preise wieder auf das „Standardniveau“ senkten und Ferienzuschläge entfernten.
Mit anderen Worten: Die RBA-Mitglieder haben den „Rücksetzer“ der Inflation im Februar ausgeblendet und ihre restriktive Ausrichtung beibehalten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Entscheidung über eine Zinserhöhung nach der März-Sitzung denkbar knapp ausfiel – fünf Ratsmitglieder stimmten „dafür“, vier „dagegen“. Allerdings plädierten die vier Gegenstimmen für eine restriktive Pause und verwiesen dabei auf die Unsicherheit hinsichtlich des Anspannungsgrades am Arbeitsmarkt sowie auf die Unwägbarkeiten bei der Entwicklung der Quartalsinflation (die Daten für das erste Quartal werden Ende dieses Monats veröffentlicht).
Genau deshalb ist die Veröffentlichung am Donnerstag für AUD/USD-Trader so wichtig, denn dann erhalten wir die zentralen Arbeitsmarktdaten für März.
Den vorläufigen Prognosen zufolge dürfte die Arbeitslosenquote in Australien im März unverändert bei 4,3 % bleiben. Die Zahl der Beschäftigten soll um 18.000 steigen. Das ist ein relativ ordentliches Ergebnis, doch das Verhältnis von Vollzeit- zu Teilzeitbeschäftigung wird entscheidend sein. Im Vormonat etwa resultierte das gesamte Beschäftigungswachstum ausschließlich aus Teilzeitstellen, während die Vollzeitbeschäftigung abnahm (das Verhältnis lag bei -30.500/+79.400). Sollte der März-Bericht erneut einen deutlichen Rückgang der Vollzeitstellen ausweisen, gerät der Australische Dollar unter Druck – selbst dann, wenn die Gesamtarbeitslosigkeit weiterhin niedrig bleibt.
Umgekehrt gilt: Steigt die Beschäftigung stärker als erwartet und ist der Haupttreiber dieses Zuwachses die Vollzeitbeschäftigung, sitzen die AUD/USD-Käufer wieder „am Steuer“, da ein solches Ergebnis im aktuellen Umfeld ein zentraler Auslöser für eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die RBA wäre.
Aufmerksamkeit sollte auch der Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden gelten. Im Februar ist dieser Wert zurückgegangen – eine direkte Folge der Verschiebung der Beschäftigungsstruktur hin zu Teilzeitjobs. Setzt sich dieser Abwärtstrend fort (sowohl im Hinblick auf die stärkere Gewichtung von Teilzeitstellen als auch in Form zurückgehender Arbeitsstunden), würde dies auf eine Verringerung des tatsächlichen Umfangs produktiver Arbeit hindeuten, was zu einer längerfristigen Abschwächung des BIP-Wachstums führen könnte.
Sollten diese Komponenten der Veröffentlichung jedoch in die „grüne Zone“ fallen, entlädt sich die bislang komprimierte Feder in die entgegengesetzte Richtung – zugunsten des Australischen Dollars.
Damit kommt dem Donnerstagsbericht für AUD/USD-Trader eine große Bedeutung zu – insbesondere, wenn sich die Entwicklungen im Nahen Osten in Richtung Deeskalation bewegen. Sollten Iran und die USA erneut an den Verhandlungstisch zurückkehren oder sollte die zweiwöchige Waffenruhe verlängert werden, dürfte das Interesse an Risikoanlagen anhaltend hoch bleiben, und makroökonomische Daten würden wieder stärker in den Fokus rücken. In einem solchen Szenario kämen den „Australian non-farms“ für AUD/USD – zumindest mit Blick auf den mittelfristigen Horizont – eine Schlüsselrolle zu.
Aus technischer Sicht bewegt sich das Währungspaar im Tageschart zwischen der mittleren und der oberen Linie der Bollinger Bands und oberhalb aller Linien des Ichimoku-Indikators (einschließlich oberhalb der Kumo-Wolke). Ein ähnliches Muster zeigt sich im 4-Stunden-Chart, mit dem Unterschied, dass der Ichimoku-Indikator hier ein bullisches „Parade of Lines“-Signal liefert. Jegliche korrektiven Rücksetzer nach unten sind als Gelegenheit zu werten, Long-Positionen zu eröffnen – mit dem ersten (und derzeit einzigen) Kursziel bei 0,7150 (der oberen Bollinger-Band-Linie im D1-Zeitrahmen).