
Eine neue Handelswoche beginnt, und ich betone erneut die Bedeutung der Geopolitik und des Status des US‑Dollars. Zur Erinnerung: In den meisten Fällen spielt der US‑Nachrichtenhintergrund die Hauptrolle. In den vergangenen zwei Monaten wurde dieser jedoch von den Marktteilnehmern weitgehend ignoriert, da ihre Aufmerksamkeit vollständig auf die Geopolitik gerichtet war.
Am Wochenende haben sich im Nahen Osten zahlreiche Ereignisse abgespielt. Iran konnte die Aufhebung der Blockade verhindern und mehrere Handelsschiffe beschießen, die versuchten, die Straße von Hormus zu passieren. Donald Trump drohte Teheran mit der Wiederaufnahme militärischer Interventionen, falls kein Abkommen unterzeichnet wird. Die Märkte warten nun im Grunde nur auf eines – jede Information über den Fortgang der Verhandlungen zwischen Iran und den USA.
Am Sonntag gab Teheran bekannt, dass die zweite Verhandlungsrunde am Montag stattfinden wird, während die zehntägige Waffenruhe zwischen Iran und den USA am Mittwoch ausläuft. Folglich könnte sich die Lage im Nahen Osten bis Mittwoch erneut zuspitzen, während die Verhandlungen durchaus schon vorher scheitern könnten. Entsprechend dürfte der Markt in der kommenden Woche in erster Linie auf geopolitische Faktoren reagieren.
Ein Blick auf den europäischen Kalender lässt sofort zwei Reden von Christine Lagarde ins Auge springen. Aus Gewohnheit könnte ich diese Ereignisse als bedeutend bezeichnen, obwohl Lagarde in letzter Zeit recht häufig auftritt, ohne dabei wichtige neue Informationen zu liefern. Am Dienstag werden im Euroraum und in Deutschland die ZEW‑Konjunkturerwartungen veröffentlicht. Am Mittwoch steht nichts Relevantes an. Am Donnerstag folgen die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und den verarbeitenden Sektor für April. Am Freitag wird der ifo‑Geschäftsklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Keines dieser Ereignisse würde ich als wirklich wichtig einstufen, und keines davon dürfte den geopolitischen Faktor überlagern.
Wellenanalyse von EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet (siehe untere Abbildung) und sich kurzfristig innerhalb einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturwellenmuster wirkt bereits recht vollständig und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn ein stabiler und langfristiger Waffenstillstand zwischen Iran, den USA, Israel und ALLEN anderen Ländern im Nahen Osten zustande kommt. Andernfalls gehe ich davon aus, dass von den aktuellen Niveaus aus ein neues abwärtsgerichtetes Wellenmuster beginnen kann. Oder zumindest könnte sich eine Korrekturwelle entwickeln, falls sich die geopolitische Lage weiter beruhigt.
Wellenanalyse von GBP/USD:
Das Wellenbild des Instruments GBP/USD ist mit der Zeit – wie erwartet – klarer geworden. Nun sehen wir in den Charts eine deutliche dreiwellige Aufwärtsstruktur, die bereits ihrem Ende nahe sein könnte. Trifft dies zu, ist mit der Ausbildung von mindestens einer Abwärtswelle zu rechnen (vermutlich einer „d“-Welle). Der aufwärtsgerichtete Trendabschnitt könnte eine fünfwellige Form annehmen, doch dafür müsste sich der Konflikt im Nahen Osten eher abschwächen als erneut aufflammen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Rückgang in den Bereich der 1,34er‑Marke oder etwas darunter. Alles wird erneut in hohem Maße von den geopolitischen Faktoren abhängen.
Zentrale Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und gut nachvollziehbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und führen häufig zu Anpassungen.
- Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt keine 100%ige Sicherheit hinsichtlich der Bewegungsrichtung, und die kann es auch nie geben. Vergessen Sie nicht den Einsatz von schützenden Stop‑Loss‑Orders.
- Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.

