Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen moderaten korrektiven Rückgang fort, der nach der Ausbildung von gleich zwei bärischen Signalen begann: einem Liquidity Grab (markiert durch die rote Linie) und einer Reaktion auf Imbalance 16. Damit wurden die Trader im Vorfeld auf den bevorstehenden Rückgang hingewiesen. Derzeit wird das Paar innerhalb von Imbalance 19 und sogar leicht darunter gehandelt. Allerdings besteht das Imbalance-Muster aus drei Kerzen und gilt erst dann als ungültig, wenn der Kurs unter das Tief der allerersten Kerze fällt. Dieser Punkt ist noch weit entfernt. Daher könnte sich in naher Zukunft weiterhin ein bullisches Signal ausbilden.

Was braucht es, damit das Pfund seinen Aufwärtstrend wieder aufnimmt? Erstens müssen die Verhandlungen in Islamabad überhaupt stattfinden. Zweitens muss es zumindest einige Fortschritte geben. Drittens muss der Markt an eine Lösung der Lage im Nahen Osten glauben. Diese drei Faktoren könnten die Bullen kurzfristig unterstützen. Derzeit ist zu sehen, dass Konjunkturdaten vom Markt weitgehend ignoriert werden, sodass der Fokus auf der Geopolitik bleibt. Heute wurde berichtet, dass der iranische Außenminister in Islamabad eingetroffen ist. Es liegen jedoch keine Details vor, weshalb solche Meldungen mit Vorsicht zu genießen sind. Es könnte sich herausstellen, dass der Besuch aus völlig anderen Gründen erfolgt, dass die US-Delegation nicht eingetroffen ist oder sogar, dass der Bericht ungenau ist.
Der jüngste Anstieg des Pfunds begann mit einem „Three Drives Pattern“. Damit erhielten Trader gleich zu Beginn der Bewegung ein bullisches Signal, und der Trend ist weiterhin aufwärtsgerichtet. Derzeit ist die Waffenruhe äußerst fragil, und die Konfliktparteien haben noch nicht entschieden, ob sie die Verhandlungen fortsetzen oder die Kämpfe wieder aufnehmen. Die Gespräche könnten in dieser Woche neu gestartet werden, der Konflikt könnte aber ebenso wieder eskalieren. Die Straße von Hormus steht weiterhin faktisch unter doppelter Blockade, während Teheran und Washington sich nicht auf eine neue Verhandlungsrunde einigen konnten. Faktisch hat sich bis Freitag seit etwa einer Woche nichts geändert. Beide Seiten signalisieren verbal die Bereitschaft zu einer Einigung, doch konkrete Schritte wurden nicht unternommen.
Das „Three Drives Pattern“, das im Chart durch ein Dreieck markiert ist, ermöglichte es den Bullen, ihre Offensive zu starten. Eine zweite Reaktion erfolgte bei Imbalance 16, doch zweite Reaktionen fallen in der Regel schwächer aus als die erste. Das Paar vollzog zudem einen Liquidity Grab oberhalb des Hochs vom 26. Februar, und in Kombination führten diese Faktoren zu einer korrektiven Gegenbewegung, die bei Imbalance 19 enden könnte. Daher kann sich in Kürze ein neues bullisches Signal ausbilden, oder aber das bullische Setup wird negiert, was den Weg für Abwärtsdruck öffnen würde.
Der Nachrichtenfluss am Freitag bot erneut Chancen für aktives Trading. Es wurde bekannt, dass die britischen Einzelhandelsumsätze im März stärker als erwartet gestiegen sind, was mindestens den vierten positiven Datensatz aus dem Vereinigten Königreich in dieser Woche darstellt. Angesichts der Tatsache, dass das Pfund den Großteil der Woche gefallen ist, untermauert dies die Auffassung, dass Konjunkturdaten vom Markt derzeit ignoriert werden.
In den Vereinigten Staaten deutet das übergeordnete Umfeld nach wie vor darauf hin, dass es langfristig nur wenig gibt, was den Dollar stützt. Selbst der Konflikt zwischen den USA und Iran ändert daran grundsätzlich nichts. Die Geopolitik hat die Märkte für etwa zwei Monate kurzzeitig an den Status des Dollars als sicherer Hafen erinnert, doch strukturell bleibt der Ausblick schwierig. Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Wirtschaft steuert auf eine Rezession zu, und – anders als bei der EZB und der Bank of England – wird von der Federal Reserve 2026 keine Straffung der Geldpolitik erwartet. Zusätzlich hat es in den gesamten USA mehrere groß angelegte Proteste gegen Donald Trump gegeben. Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es keine klaren Gründe für ein dauerhaftes Dollarwachstum.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Am 27. April sind im Wirtschaftskalender keine wichtigen Ereignisse verzeichnet. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung am Montag kaum beeinflussen.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Das „Three Drives Pattern“ signalisierte ein mögliches Wachstum, gefolgt von der Ausbildung einer bullischen Imbalance und eines bullischen Signals. Der Kurs vollzog Liquidity Grabs aus den bullischen Swings vom 10. März und 23. März sowie vom Swing vom 26. Februar, doch die Bären starteten in keinem dieser Fälle eine entschlossene Attacke. Das ist ein weiteres positives Zeichen für das Pfund – die Marktstimmung bleibt bullisch.
Daher dürfte sich unter den aktuellen Bedingungen trotz geopolitischer Risiken die Aufwärtsbewegung wahrscheinlich fortsetzen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird auch der Euro weiter steigen. Das Ziel für das Pfund ist das Hoch aus dem Jahr 2026. Die Reaktion auf Imbalance 16 hat eine korrektive Gegenbewegung ausgelöst, doch eine Reaktion auf Imbalance 19 könnte Tradern ein neues Kaufsignal liefern.