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FX.co ★ EUR/USD Analyse. 1. Mai. Zusammenfassung von Powells letzter Sitzung

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Analysen:::2026-05-01T03:28:08

EUR/USD Analyse. 1. Mai. Zusammenfassung von Powells letzter Sitzung

EUR/USD Analyse. 1. Mai. Zusammenfassung von Powells letzter Sitzung

Das Währungspaar EUR/USD bewegte sich am Donnerstag ähnlich wie in den vergangenen Wochen. Im nachstehenden Chart ist deutlich zu erkennen, dass die Volatilität in den letzten Monaten stetig zurückgegangen ist und sich derzeit auf einem eher „durchschnittlichen“ Niveau befindet. Am Tag der FOMC-Sitzung, der letzten unter dem Vorsitz von Jerome Powell als Chef der US-Notenbank, wies das Paar EUR/USD eine Schwankungsbreite von lediglich 60 Pips auf. Das liegt sogar unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Handelstage. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, darüber zu diskutieren, wie der Markt aktuell auf Fundamentaldaten oder makroökonomische Faktoren reagiert.

Die vergleichsweise wichtigen Veröffentlichungen zur Inflation in Deutschland und zu den US-Aufträgen für langlebige Güter wollen wir gar nicht weiter hervorheben – der Markt hat sie praktisch ignoriert. Dennoch herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die FOMC-Sitzung im April wegen der sogenannten „Spaltung“ im geldpolitischen Ausschuss durchaus überraschend war. Diese Spaltung zeigte sich darin, dass drei FOMC-Mitglieder die Formulierung ablehnten, welche künftige Zinssenkungen in Aussicht stellte. Wir sehen hier allerdings keine echte Meinungsverschiedenheit und erinnern daran, dass im vergangenen Jahr drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses bei nahezu jeder Sitzung aktiv für Zinssenkungen gestimmt hatten. Dabei handelt es sich um Michelle Bowman, Christopher Waller und Stephen Miran. Letzterer gilt als Protegé von Donald Trump, während die beiden Erstgenannten zuvor als Kandidaten für Powells Nachfolge gehandelt wurden. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass dieses Trio sich konsequent für eine Lockerung der Geldpolitik einsetzte. Damals war jedoch von einer Spaltung innerhalb der Federal Reserve noch keine Rede.

Im Abschlusskommuniqué der April-Sitzung blieb der Ton der Zentralbank neutral. Die Fed erwägt derzeit alle Optionen für eine Änderung der Geldpolitik. Powell schloss weder eine Lockerung noch eine Straffung kategorisch aus, betonte jedoch eindeutig, dass die Inflation oberste Priorität hat. Daher gilt es inzwischen als ausgemacht, dass sich ein großer Teil des FOMC eher in Richtung einer Anhebung des Leitzinses neigen wird, da an einem weiteren Inflationsanstieg in den USA kaum noch Zweifel bestehen. Allein im März legte die Teuerungsrate im Jahresvergleich um 0,9 % zu. Die Ölpreise steigen weiter, und Trump zeigt keine Anzeichen dafür, den Konflikt im Nahen Osten oder die Blockade Irans zu beenden.

Was bei der nächsten Fed-Sitzung geschehen wird, ist die spannendste Frage. Erstens bleibt Powell noch mindestens ein bis zwei Jahre Mitglied des FOMC. Zweitens wird ab dem 15. Mai ein weiterer Protegé Trumps, Kevin Warsh, an der Spitze der Fed stehen. Drittens werden sowohl Warsh als auch Miran voraussichtlich eine Senkung des Leitzinses fordern. Viertens wird die Mehrheit des Ausschusses Powell treu bleiben, der weiterhin dem geldpolitischen Ausschuss angehören wird. Eine ernsthafte Konfrontation bahnt sich an. All das spielt im Moment jedoch keine Rolle, da der Markt diesen „Leidenschaften“ bislang nicht die geringste Beachtung schenkt. Genau deshalb haben wir darauf bestanden, „erst im Herbst die Ernte zu zählen“ und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen. Faktisch gab es keine nennenswerte Reaktion auf die FOMC-Sitzung.

EUR/USD Analyse. 1. Mai. Zusammenfassung von Powells letzter Sitzung

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen bis zum 1. Mai beträgt 65 Pips und ist damit als „durchschnittlich“ einzustufen. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1664 und 1,1794 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel hin zu einer Abwärtsbewegung hindeutet. Allerdings könnte sich der Aufwärtstrend des Jahres 2025 tatsächlich fortsetzen. Der CCI-Indikator ist in die überkaufte Zone eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine mögliche Abwärtskorrektur hinweist.

Nahegelegene Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,1719

S2 – 1,1658

S3 – 1,1597

Nahegelegene Widerstandsniveaus:

R1 – 1,1780

R2 – 1,1841

R3 – 1,1902

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend, da der Einfluss geopolitischer Faktoren auf die Marktstimmung nachlässt und die geopolitischen Spannungen abnehmen. Das globale fundamentale Umfeld für den US‑Dollar bleibt äußerst negativ, weshalb wir weiterhin langfristig mit einem Anstieg des Paares rechnen. Befindet sich der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können auf technischer Basis Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1658 und 1,1597 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1780 und 1,1841 relevant. Der Markt entfernt sich zunehmend vom geopolitischen Faktor, während der Dollar seinen einzigen Wachstumstreiber verliert.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

  • Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
  • Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
  • Murray-Level – Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
  • Volatilitätsniveaus (rote Linien) – zeigen auf Basis aktueller Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am kommenden Tag bewegen wird.
  • CCI-Indikator – sein Eintritt in überkaufte (über +250) oder überverkaufte (unter -250) Bereiche signalisiert, dass ein Trendwechsel in die entgegengesetzte Richtung bevorstehen könnte.

Analyst InstaForex
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