
Das Währungspaar GBP/USD setzte den Handel innerhalb der Seitwärtsrange fort, über die wir am Donnerstag täglich gesprochen haben, wie im Stundenchart zu sehen ist. Erneut ignorierte der Markt die meisten Ereignisse, doch an der Sitzung der Bank of England kam er nicht vorbei. Die britische Zentralbank wurde am Mittwoch und Donnerstag, die mit zahlreichen Ereignissen und Berichten gefüllt waren, faktisch zum einzigen marktrelevanten Treiber.
Welche Entscheidung traf also die BoE, die zu einem deutlichen Anstieg des Britischen Pfunds führte? Am meisten erwartet wurde, dass der Leitzins unverändert bleibt. Warum also all die Aufregung? Ausschlaggebend waren die Ergebnisse der Abstimmung im Monetary Committee. Zur Erinnerung: Das Monetary Policy Committee der BoE besteht aus neun Mitgliedern. Bis vor Kurzem sprach sich die Mehrheit der Entscheidungsträger für eine weitere Lockerung der Geldpolitik aus, da sie davon ausgingen, dass die Inflation mittelfristig auf 2 % zurückkehren würde. Dann jedoch begann der Krieg im Iran, die Energiepreise schossen in die Höhe, und die Inflation folgte diesem Anstieg.
Übrigens verzeichnete die britische Inflation Stand März den geringsten Anstieg. Gleichzeitig liegt die Inflation in den USA und in Großbritannien derzeit auf demselben Niveau, während sie in der Eurozone deutlich niedriger ist. Das Problem ist, dass es keine Daten über das Abstimmungsverhalten der Mitglieder der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve gibt. Die BoE hingegen veröffentlicht Informationen über die Ergebnisse der Abstimmung im Monetary Committee. Genau diese Informationen lösten den Anstieg der britischen Währung aus. Es stellte sich heraus, dass von den neun Mitgliedern des Monetary Committee nur eines für eine Zinserhöhung stimmte. Dieses Ergebnis entsprach exakt den Prognosen, wodurch sich die Frage stellt: Warum ist das Britische Pfund dennoch gestiegen?
Der Punkt ist, dass bei der vorherigen Sitzung nicht ein einziges BoE-Mitglied eine Straffung überhaupt in Betracht zog. Und bei der Sitzung davor stimmte mindestens die Hälfte der Mitglieder für eine Lockerung. Daraus lässt sich schließen, dass sich der geldpolitische Kurs der BoE um 180 Grad gedreht hat. Wie wir wissen, hat die Fed keinerlei Signale gegeben, dass es im Jahr 2026 auch nur eine einzige Straffung geben könnte. Die BoE hingegen hält ein solches Szenario nun durchaus für möglich.
Hinzu kommt, dass die BoE nicht durch den Arbeitsmarkt eingeschränkt wird und auch nicht von der britischen Regierung unter Druck gesetzt wird. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn die Fed im Sommer beschließen würde, die Zinsen zu erhöhen! Donald Trump könnte einen Schlaganfall erleiden, und Kevin Warsh könnte zurücktreten, weil es ihm nicht gelungen ist, Einfluss auf das Monetary Committee zu nehmen. Eine Straffung der US-Geldpolitik würde bedeuten, dass sich die Wirtschaft weiter verlangsamt und sich der Arbeitsmarkt weiter abkühlt. Daher kann es sich die BoE leisten, den Leitzins anzuheben, während die Fed dazu nicht in der Lage ist. Genau deshalb wertete die britische Währung am Donnerstag auf und zog den Euro mit nach oben. Dieser Anstieg wird jedoch nicht von Dauer sein. Unserer Ansicht zufolge wird das Britische Pfund mittelfristig unabhängig von der Politik der Fed und der BoE steigen. Der geopolitische Faktor stützt den Dollar nicht mehr, und es gibt keine anderen Gründe für ein weiteres Wachstum der US-Währung.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD in den letzten fünf Handelstagen beträgt zum 1. Mai 92 Pips und wird damit als „durchschnittlich“ eingestuft. Am Donnerstag erwarten wir eine Bewegung des Paares innerhalb einer Spanne, die durch die Niveaus 1,3485 und 1,3669 begrenzt wird. Der obere lineare Regressionkanal zeigt nach unten und signalisiert damit einen Abwärtstrend. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine mögliche Abwärtskorrektur hindeutet.
Nahegelegene Unterstützungszonen:
S1 – 1,3550
S2 – 1,3489
S3 – 1,3428
Nahegelegene Widerstandszonen:
R1 – 1,3611
R2 – 1,3672
R3 – 1,3733
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach zwei „Monaten der Geopolitik“ fort. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, weshalb wir im Jahr 2026 nicht mit einem Wachstum der US‑Währung rechnen. Daher bleiben Long‑Positionen mit Kurszielen bei 1,3916 und höher relevant, solange sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können auf technischer Grundlage Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3428 und 1,3367 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen hat sich die britische Währung erholt, und der Einfluss geopolitischer Faktoren auf den Markt nimmt ab.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, weist dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
- Murray‑Level – Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) – geben auf Basis aktueller Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am kommenden Tag bewegen wird.
- CCI‑Indikator – sein Eintritt in die überkauften (über +250) oder überverkauften (unter -250) Bereiche signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.