Das Währungspaar GBP/USD drehte zugunsten des Britischen Pfunds und begann eine Aufwärtsbewegung. Diese Bewegung kam jedoch nicht aus dem Nichts – sie setzte an der Imbalance 19 an, über die ich in den vergangenen zwei Wochen gesprochen habe. Natürlich suchen Trader immer nach den klarsten und einfachsten Handelssignalen, aber dieses Mal blieb der Kurs zwei Wochen lang in der Interessenzone. Daran lässt sich nichts ändern – das muss man einfach akzeptieren. So funktioniert der Markt. Letztlich hat sich jedoch ein bullisches Signal innerhalb eines Aufwärtstrends herausgebildet, und Trader hatten die Möglichkeit, Long-Positionen zu eröffnen. Jetzt könnte das Pfund auf das Jahreshoch in der Nähe des Niveaus von 1,3867 zusteuern. In naher Zukunft könnte sich zudem eine neue bullische Imbalance bilden, die eine weitere Kaufgelegenheit eröffnen würde. In dieser Woche wirkte nur ein Ereignis in Großbritannien – die Sitzung der Bank of England – zugunsten des Pfunds. Obwohl die Zinsen unverändert blieben und der Regulator keine klaren Signale für eine zukünftige Straffung gab, ist der Markt überzeugt, dass ein solcher Schritt unausweichlich ist. Die Inflation in Großbritannien beschleunigte sich im März nur moderat, lag jedoch bereits höher als in Europa oder den Vereinigten Staaten.

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es wenig Neues zum Nachrichtenhintergrund oder zur Chartstruktur zu sagen. Die Lösung des Konflikts im Nahen Osten ist komplett ins Stocken geraten, und Händler wissen nicht einmal mehr, ob überhaupt versucht wird, ein neues Treffen zwischen Teheran und Washington zu organisieren. Das Chartbild ist dagegen einfach und klar.
Der Anstieg des Pfunds begann mit dem „Three Drives pattern“. Damit erhielten Trader bereits zu Beginn der Bewegung ein bullisches Signal, und der Trend ist weiterhin aufwärtsgerichtet. Der Waffenstillstand im Nahen Osten ist derzeit äußerst fragil, und die beteiligten Parteien haben noch nicht entschieden, wie es weitergehen soll: Verhandlungen fortsetzen oder die Kampfhandlungen wieder aufnehmen. Die Gespräche könnten wieder aufgenommen werden, aber ebenso könnte der Konflikt erneut eskalieren. Die Straße von Hormus bleibt faktisch doppelt blockiert, und Teheran und Washington konnten sich nicht einmal auf eine zweite Verhandlungsrunde einigen, geschweige denn auf ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Konflikts. Faktisch hat sich bis zum Freitag seit zwei Wochen nichts verändert. Die Parteien bekunden verbal den Wunsch, ein Abkommen zu unterzeichnen, doch in der Praxis werden keine konkreten Schritte unternommen.
Das „Three Drives pattern“, im Chart mit einem Dreieck markiert, ermöglichte es den Bullen, in die Offensive zu gehen. Das Ungleichgewicht 18 eröffnete Tradern die Möglichkeit, Long-Positionen einzugehen, und das Ungleichgewicht 19 bot eine weitere Gelegenheit dazu. Somit haben wir im laufenden Impuls bereits das dritte bullische Signal erhalten. Bärische Muster und Liquidity Grabs bereiten den Bullen keinerlei Schwierigkeiten. Ich rechne in der kommenden Woche mit der Bildung eines weiteren bullischen Ungleichgewichts.
Der konjunkturelle Nachrichtenhintergrund war am Freitag schwach, doch die Bullen setzten, ermutigt durch die Haltung der Bank of England, ihren Vormarsch fort. Der ISM Manufacturing PMI stützte sie zusätzlich, da der Wert unter den Markterwartungen lag. Die Federal Reserve lieferte dem Dollar keine Unterstützung, und die Händler haben sich weitgehend von der Geopolitik abgewandt, da das pessimistischste Szenario bereits eingepreist ist.
In den Vereinigten Staaten bleibt der übergeordnete Hintergrund so, dass langfristig kaum etwas anderes als ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Selbst der Konflikt zwischen Iran und den USA ändert daran wenig. Die Geopolitik hat den Dollar für etwa zwei Monate vorübergehend als sicheren Hafen wiederbelebt, doch insgesamt bleibt der langfristige Ausblick für die US‑Währung schwierig. Der US‑Arbeitsmarkt bleibt angeschlagen, die Wirtschaft nähert sich einer Rezession, und die Federal Reserve plant – anders als die EZB und die Bank of England – nicht, die Geldpolitik im Jahr 2026 zu straffen. Zudem hat es in den gesamten Vereinigten Staaten bereits vier größere Proteste gegen Donald Trump persönlich gegeben, und ein möglicher Abgang von Jerome Powell könnte die Lage für den Dollar weiter verschlechtern (falls das FOMC unter Kevin Warsh eine noch lockerere Ausrichtung bekommt). Aus ökonomischer Sicht sehe ich keine Grundlage für ein nachhaltiges Dollarwachstum.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Am 4. Mai stehen im Wirtschaftskalender keine wichtigen Ereignisse. Ein Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung ist am Montag daher nicht zu erwarten.
GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen:
Für das Pfund bleibt der langfristige Ausblick bullisch. Das „Three Drives pattern“ warnte Trader frühzeitig vor einem möglichen Anstieg, auf den die Bildung eines bullischen Ungleichgewichts und eines entsprechenden Kaufsignals folgte. Der Kurs hat Liquidity Grabs aus bullischen Swings vom 10. März und 23. März sowie aus dem Swing vom 26. Februar vollzogen, doch die Bären leiteten in keinem dieser Fälle eine Attacke ein. Das ist ein weiterer positiver Faktor für das Pfund – die Marktteilnehmer bleiben klar bullisch eingestellt. Unter den aktuellen Bedingungen, trotz geopolitischer Faktoren, gehe ich von einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung aus. Höchstwahrscheinlich wird auch der Euro weiter steigen. Als Ziel für das Pfund betrachte ich das Hoch aus dem Jahr 2026. Die Reaktion auf Ungleichgewicht 16 löste eine korrektive Gegenbewegung aus, während die Reaktion auf Ungleichgewicht 19 den Tradern eine neue Kaufgelegenheit bot.