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FX.co ★ XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

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Analysen:::2026-05-05T23:00:07

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

Gold startet zur Wochenmitte aus einer verwundbaren Position. Am Dienstag versuchte das Edelmetall eine Erholung und prallte von einem Fünf-Wochen-Tief im Bereich von 4500,00 nach oben ab, schaffte es jedoch nicht, daraus Aufwärtsdynamik zu entwickeln und konsolidiert nun in der Nähe von 4580,00.

Der Grund für diese schwache Entwicklung ist die erneute Eskalation des Konflikts in der Straße von Hormus, die Gold paradoxerweise nicht als „sicheren Hafen“ stützt, sondern vielmehr die Erwartungen einer Straffung durch die Federal Reserve erhöht und damit direkt Druck auf den keine Erträge abwerfenden Vermögenswert ausübt.

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

Fundamentaler Hintergrund: Das Paradox der Straße von Hormus

Am Montag kündigte der US-Präsident Donald Trump eine Marineoperation namens „Project Freedom“ an, um feststeckende Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Unmittelbar darauf folgte eine Reaktion des Iran. Berichten zufolge griffen iranische Streitkräfte Ölinfrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) an, während Präsident Trump erklärte, amerikanische Streitkräfte hätten sieben iranische Schnellboote abgeschossen.

Trump warnte, dass „der Iran von der Erdoberfläche getilgt wird“, falls er amerikanische Schiffe angreife, die an „Project Freedom“ beteiligt sind. Da sich die Spannungen rund um die Straße von Hormus zuspitzen und direkte Verhandlungen begrenzt bleiben, zeigt der Konflikt derzeit keine Anzeichen einer baldigen Entspannung.

Ökonomen verweisen auf eine zentrale Korrelation, die das paradoxe Verhalten von Gold erklärt. Seit Beginn des Konflikts mit dem Iran sind die Ölpreise zu einem Schlüsselfaktor für die Bewegungen des Goldpreises geworden. Dabei gilt folgende Logik: Steigende Ölpreise deuten – bei ansonsten unveränderten Bedingungen – auf höhere Inflationsrisiken hin und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit einer Straffung der Geldpolitik. Die Aussicht auf höhere Opportunitätskosten der Goldhaltung übt wiederum Abwärtsdruck auf den Goldpreis aus.

Energiepreise liegen weiterhin deutlich über der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) hält sich trotz des heutigen Rückgangs in der Nähe der Marke von 100,00 US-Dollar. Steigende Ölpreise haben die Inflationssorgen neu belebt und die Erwartung einer strafferen Geldpolitik durch die Zentralbanken, insbesondere die Fed, verstärkt.

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Dezember ist auf rund 27 % gestiegen, nachdem sie noch vor einer Woche nahezu bei null lag. Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass Händler mittlerweile nicht nur mit einer Pause, sondern auch mit einer realen Chance auf eine Straffung rechnen.

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

Hohe Renditen von US-Staatsanleihen und ein stärker werdender Dollar setzen das nicht verzinste Metall weiterhin unter Druck.

Vier Gegenstimmen gegen einen dovishen Kurs auf der FOMC-Sitzung im April (zum ersten Mal seit über 30 Jahren) signalisieren, dass der neue Vorsitzende Kevin Warsh vor schwierigeren Sitzungen steht, wenn er den erklärten Wunsch des Präsidenten nach einer schnellen Senkung der Leitzinsen erfüllen will. Einige Ökonomen halten an ihrer Prognose von zwei Zinssenkungen im vierten Quartal fest, allerdings nur, wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet wird und die Ölpreise zu fallen beginnen.

In den vergangenen sieben Handelstagen wurde eine stabile inverse Korrelation zwischen Ölpreisen und Gold beobachtet. Bis Montag waren die Kursschwankungen am Goldmarkt weniger ausgeprägt, was die Illusion eines vorübergehenden Gleichgewichts bei 4600,00 erzeugte. Nach starken US-Konjunkturdaten und einem weiteren Anstieg der Ölpreise, der neue Sorgen über Zinserhöhungen auslöste, fiel der Goldpreis jedoch wieder unter 4600,00 und schloss knapp über 4500,00 – ein Monatstief.

Chinas Nachfrage als möglicher Anker

Trotz des aktuellen Drucks gibt es auch positive Signale. Laut World Gold Council lag Chinas Nachfrage nach Barren und Münzen im ersten Quartal fast 67 % über dem Vorjahreswert und machte damit knapp 45 % der weltweiten Nachfrage nach Barren und Münzen aus. Die People's Bank of China hat einen Entwurf zur Lockerung der Goldimporte ab Juni veröffentlicht: Die Verwendung von „Multi-Use Permits“ soll ausgeweitet, die Gültigkeitsdauer von sechs auf neun Monate verlängert, Begrenzungen der Nutzungsanzahl aufgehoben und mehr chinesische Häfen für die Abfertigung von Edelmetallen zugelassen werden. Dies könnte den Preisen zusätzlichen Halt geben.

Kurzfristige technische Analyse

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

Aus technischer Sicht bleibt XAU/USD kurzfristig weiter unter der Kontrolle der Bären. Das Paar notiert zwar weiterhin über dem 200‑Tage‑EMA (4340,00), was auf den Erhalt des übergeordneten Aufwärtstrends hindeutet. Allerdings bleibt die Situation auf den kürzeren Zeitebenen angespannt.

Auf den 1‑ und 4‑Stunden‑Charts liegt das Paar weiterhin unter den 144‑ und 200‑Perioden‑EMAs – ein klassisches Zeichen für einen anhaltenden bärischen Bias.

  • Der RSI (14) auf dem Tageschart schwankt um 40–42 und signalisiert einen moderaten Abwärtsdruck, jedoch keine überverkaufte Marktsituation, sodass weiterer Raum für Rückgänge bleibt.
  • Der OsMA liegt weiterhin im negativen Bereich, was den anhaltenden Verkaufsdruck bestätigt und das Erholungspotenzial begrenzt.

Wichtige Ereignisse

Datum

Ereignis

Erwartete Auswirkung

Mittwoch, 6. Mai

ADP Employment Change (US)

Vorläufer der NFP-Daten am Freitag

Mittwoch, 6. Mai

Reden von Fed-Vertretern

Hinweise auf den weiteren Zinskurs

Freitag, 8. Mai

Nonfarm Payrolls Report (US)

Zentrales Ereignis – wird den kurzfristigen Trend des Dollars und die Zinserwartungen bestimmen

Das Basisszenario geht davon aus, dass der Abwärtsdruck anhalten wird. Solange der Konflikt in der Straße von Hormus die Ölpreise über der Marke von 100,00 US‑Dollar hält und die hawkischen Erwartungen in Bezug auf die Fed bestehen bleiben, wird Gold weiter unter Druck stehen.

Von den aktuellen Niveaus ist eine kurzfristige Gegenbewegung möglich, doch für eine nachhaltige Trendwende müssen die Bullen den Widerstand im Bereich von 4713,00 (200‑EMA im 4‑Stunden‑Chart) bis 4730,00 (50‑EMA im Tageschart) überwinden.

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

Nur ein Durchbruch dieser Niveaus wird den Weg zum psychologisch wichtigen Level von 5000,00 eröffnen.

Fazit

Gold befindet sich in einer paradoxen Situation. Anstatt direkt von der geopolitischen Unsicherheit zu profitieren, leidet das Edelmetall unter einem „Nebeneffekt“ – dem Anstieg der Ölpreise, der die Inflationserwartungen anheizt und die Fed zu einer Straffung der Geldpolitik drängt.

Die Schlüsselzone von 4515,00–4730,00 wird zur Arena für einen entscheidenden Kampf. Die Verteidigung der Unterstützung bei 4515,00–4500,00 ist entscheidend, um einen stärkeren Rückgang auf 4340,00–4200,00 und darüber hinaus zu verhindern.

XAU/USD: Vor dem Hintergrund der restriktiveren Fed-Ausrichtung

Neben dem „Ölkanal“ bleibt die physische Nachfrage im Fokus. China plant, seine Einfuhrbestimmungen für Gold zu lockern: Die Verwendung von „Multi-use Permits“ soll ausgeweitet, ihre Gültigkeit auf neun Monate verlängert, bestehende Nutzungsbeschränkungen aufgehoben und weitere Häfen für die Abfertigung von Edelmetallen zugelassen werden. Dies könnte die Preise stützen. Anleger sollten die weitere geopolitische Entwicklung sowie die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten genau beobachten.

Analyst InstaForex
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