
Erst zwei Tage nach Beginn der neuen Woche ist bereits eine Fülle geopolitischer Ereignisse, Meldungen und „Insider“-Informationen aufgetaucht. Die Woche begann damit, dass ein amerikanischer Zerstörer versuchte, die Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen und von zwei iranischen Raketen angegriffen wurde. Alles, was sich seitdem zugetragen haben soll, bewegt sich im Bereich von Spekulationen und Mutmaßungen. Laut einigen Berichten griff die US-Marine am nächsten Tag (also am Dienstag) mehrere iranische Boote an. Am Montag tauchten zudem Meldungen über iranische Raketenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate auf. All diese Informationen sind jedoch bislang unbestätigt. Einerseits bestreitet sie niemand, andererseits gab es am Dienstag von keiner der Konfliktparteien neue Raketenangriffe. Die Gründe dafür sind unbekannt. Möglich ist, dass die Verhandlungen wiederaufgenommen wurden – oder es handelt sich um die Ruhe vor dem Sturm.
Es sind zwei Szenarien denkbar. Am Montag kursierten erneut „Insiderinformationen“, denen zufolge Israel und die USA einen neuen massiven Schlag gegen den Iran vorbereiten. Es ist möglich, dass die derzeitige Ruhe der Vorbereitung eines neuen Angriffs auf Teheran dient. Zugleich gibt es nahezu täglich Meldungen über Verhandlungen und Vorschläge beider Seiten, die auf eine Beilegung des Konflikts abzielen. Woher diese Informationen stammen, bleibt unklar, da die Quellen dieser Einblicke nicht offengelegt werden.
Dennoch zeichnen sich folgende Deutungen der aktuellen Lage ab: Dem Vernehmen nach ist der Iran bereit, seine Forderungen in den Verhandlungen zu entschärfen. Teheran ist bereit, auf die Forderung nach einem Abzug der US-Truppen aus der Region zu verzichten und die Urananreicherung auf ein Niveau zu reduzieren, das für den Betrieb seiner Atomkraftwerke ausreicht. Gleichzeitig besteht der Iran darauf, dass die „Atomfrage“ zuletzt behandelt wird und nicht der zentrale Punkt der Verhandlungen sein soll.
Die amerikanische Position ist völlig entgegengesetzt – zuerst eine Einigung in der Atomfrage, danach Gespräche über einen vollständigen Waffenstillstand, Sicherheitsgarantien, die Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe der Straße von Hormus. Wie wir sehen, überziehen sich beide Seiten (den „Insidern“ zufolge) weiterhin mit unterschiedlichen Vorschlägen, doch die Positionen Teherans und Washingtons liegen weiterhin weit auseinander.

Auf Grundlage all der oben genannten Punkte halte ich die Wahrscheinlichkeit, in naher Zukunft zu einem Friedensabkommen zu gelangen, weiterhin für äußerst gering. Der Markt zeigt sich jedoch nicht übermäßig besorgt über eine mögliche Wiederaufnahme aktiver Kampfhandlungen. Die Nachfrage nach der US-Währung stieg am Montag leicht an, und bis Dienstag beruhigte sich der Markt wieder, da es zu keinen neuen Raketenangriffen oder Attacken kam. Daher gehe ich davon aus, dass von den aktuellen Niveaus aus beide Instrumente beginnen könnten, neue Aufwärtswellen auszubilden. Wichtig ist, dass in dieser Woche zahlreiche wichtige Konjunkturberichte veröffentlicht werden, deren Prognosen recht unsicher sind. Während die Geopolitik die Verkäufer möglicherweise nicht unterstützt, könnte es die wirtschaftliche Lage durchaus tun.
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet (wie im unteren Bild zu sehen) und sich kurzfristig in einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturwellenmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, verlängerte Form annehmen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten in dieser Woche nicht zuspitzt. Andernfalls könnte sich von den aktuellen Niveaus aus ein neuer abwärtsgerichteter Trendabschnitt entwickeln. Wir haben die Korrekturwelle gesehen, und ich rechne von den derzeitigen Niveaus aus mit weiteren Anstiegen des Instruments, mit einem Zielbereich um die 19er Marke.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenmuster für das Instrument GBP/USD ist im Laufe der Zeit – wie von mir erwartet – klarer geworden. In den Charts ist nun eine deutliche fünfwellige Aufwärtsstruktur zu erkennen, die in Kürze abgeschlossen sein könnte. Bestätigt sich dies, wäre im Anschluss mit der Ausbildung eines Korrekturwellenmusters zu rechnen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Anstieg in den Bereich der 37er Marke. Alles Weitere wird von den geopolitischen Faktoren abhängen.
Zentrale Grundsätze meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.
- Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung, und es kann sie auch nicht geben. Denken Sie immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.
