
Am Mittwoch zeigt der EUR/USD-Wechselkurs eine Tendenz zur Aufwertung vor dem Hintergrund neuer Zuversicht in Bezug auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, was Druck auf den US-Dollar ausübt und die Stärkung des Euro unterstützt.

Die Marktstimmung verbesserte sich nach einem Bericht von Axios, dem zufolge Washington und Teheran kurz vor einer möglichen Vereinbarung stehen, die Kampfhandlungen einzustellen und eine Grundlage für detailliertere Gespräche über Nuklearfragen zu schaffen.
Dem Bericht zufolge könnte die vorgeschlagene Vereinbarung eine Aussetzung der Urananreicherung durch den Iran im Austausch für die Aufhebung der US-Sanktionen und die Freigabe von Milliardenbeträgen iranischer Vermögenswerte, die auf ausländischen Konten eingefroren sind, vorsehen. Es wird außerdem erwartet, dass sich beide Seiten auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus einigen.
Infolge dieser Meldung gaben die Ölpreise deutlich nach, was wiederum zu einem Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen führte.

Fallende Rohölpreise haben dazu beigetragen, die Sorgen über eine durch steigende Energiepreise getriebene Inflation zu verringern und den Druck auf die Federal Reserve zu mindern, die Geldpolitik zu straffen. Händler haben zudem begonnen, die Wahrscheinlichkeit zu überdenken, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende senken wird, und ihre bisherigen Prognosen zu revidieren, wonach die Zentralbank gezwungen sein könnte, die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau zu halten.
Das Währungspaar EUR/USD wurde jedoch durch die Unsicherheit rund um die Verhandlungen begrenzt. US-Präsident Donald Trump warnte, dass die Feindseligkeiten wieder aufflammen könnten, falls Iran die Bedingungen des Abkommens nicht akzeptiert; gleichzeitig berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA, dass einige Materialien von Axios spekulativ seien und bezeichnete die US-Vorschläge als „ambitioniert und unrealistisch“.
Diese anhaltende Unsicherheit hat es dem US‑Dollar ermöglicht, sich nach seinem vorherigen Rückgang zu stabilisieren. Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des US‑Dollars im Verhältnis zu einem Korb aus sechs wichtigen Währungen widerspiegelt, bewegt sich um das Niveau von 98,00.
Was die makroökonomischen Indikatoren betrifft, so zeigte der ADP-Bericht, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Privatsektor im April um 109.000 gestiegen ist und damit sowohl den Wert vom März (61.000) als auch die Markterwartungen (99.000) übertroffen hat, was die US‑Währung zusätzlich stützt.
Unterdessen haben Händler die Aussagen des Präsidenten der St. Louis Fed, Alberto Musalem, aufmerksam zur Kenntnis genommen. Er erklärte, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem Ziel liege, und betonte die Notwendigkeit, sich auf die Kerninflation zu konzentrieren – ungeachtet der Schocks durch Handelszölle und Ölpreise. Musalem wies außerdem darauf hin, dass sich die Inflationsrisiken verschärfen und reale Szenarien erfordern könnten, die Leitzinsen für eine gewisse Zeit auf dem aktuellen Niveau zu belassen.
In naher Zukunft sollten Händler die Entwicklungen in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten am Freitag im Blick behalten, insbesondere den Bericht zu den Nonfarm Payrolls (NFP).
Aus technischer Sicht gelang es dem Währungspaar am Mittwoch nicht, das runde Niveau von 1,3800 zu durchbrechen. Die Kurse liegen jedoch über den wichtigen gleitenden Durchschnitten, und die Oszillatoren sind positiv, was einen Vorteil für die Bullen am Markt bestätigt. Zudem ist zu beachten, dass sich der 100‑Tage- und der 200‑Tage‑Durchschnitt seitwärts bewegen, was auf einen Seitwärtstrend hindeutet. Falls sich die Kurse nicht über dem 200‑Tage‑SMA halten können, liegt die nächste Unterstützung am 50‑Tage‑SMA. Gelingt hingegen ein Ausbruch über das runde Niveau von 1,1800, dürfte das Paar das Aprilhoch im Bereich von 1,1850 ins Visier nehmen.