Am vergangenen Freitag konnte der US-Dollar trotz eines positiven Beschäftigungszuwachses durch die US-Daten zu den Nonfarm Payrolls für April keine nennenswerte Rally verzeichnen. Der wichtigste Faktor, der weiterhin auf der Marktstimmung lastet, ist die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Führungswechsel bei der Federal Reserve und dessen möglichen Auswirkungen auf die Geldpolitik sowie die geopolitische Lage weltweit. All dies deutet darauf hin, dass sich der Markt in einem Abwarten-Modus befindet und auf klarere Signale wartet.

Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,3 % im Einklang mit den Erwartungen der Analysten, doch diese Stabilität war vor allem auf einen Rückgang der Erwerbsbevölkerung zurückzuführen. Das deutet darauf hin, dass nicht alle Haushalte aktiv auf Arbeitssuche sind, was trotz der insgesamt verbesserten Beschäftigungslage auf strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt hinweisen könnte.
Der Bericht zeigte außerdem, dass die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 115.000 zunahm, verglichen mit einer Prognose von 62.000. Der März wurde auf +185.000 nach oben revidiert. Zu den positiven Beiträgen zählten das Gesundheitswesen (+37.000) sowie Transport und Lagerhaltung (+30.000). Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um 0,2 % und im Jahresvergleich um 3,6 %, gegenüber Prognosen von +0,3 % bzw. +3,8 %. Der durchschnittliche Stundenlohn erreichte 37,41 US?Dollar.
Die Verlangsamung des Lohnwachstums, sowohl im monatlichen als auch im jährlichen Vergleich, ist ein wichtiges Signal für die Fed. Sie stützt die Markterwartung, dass die Federal Reserve in naher Zukunft voraussichtlich von weiteren Zinserhöhungen absehen wird. Die Beibehaltung der Leitzinsen ist für die Zentralbank angesichts der Abschwächung des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal vorrangig.
Gleichzeitig haben geopolitische Spannungen – insbesondere im Nahen Osten – sowie unklare Erwartungen in Bezug auf ein mögliches US-Abkommen mit dem Iran einen stärkeren Einfluss auf die Stimmung der Anleger und überlagern die lokalen Konjunkturdaten. Geopolitische Risiken werden der wichtigste Treiber für die globale Dynamik an den Devisenmärkten bleiben.

EUR/USD-Technik: Käufer müssen nun 1,1770 überwinden, um einen Test von 1,1795 ins Visier zu nehmen. Von dort ist ein Anstieg bis 1,1825 möglich, auch wenn dies ohne Unterstützung durch größere Marktteilnehmer schwierig sein dürfte. Das weiter entfernte Ziel liegt bei 1,1850. Bei einem Rückgang rechne ich erst im Bereich von 1,1745 mit nennenswerten Käufen. Sollten dort keine Käufer auftreten, ist es vorzuziehen, entweder auf ein neues Tief bei 1,1725 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1700 zu eröffnen.
GBP/USD-Technik: Die Käufer des Pfund müssen zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3600 überwinden, um 1,3655 anzuvisieren; ein Ausbruch darüber wird schwierig, und das weiter entfernte Ziel liegt bei 1,3685. Bei einem Rückgang werden die Bären versuchen, die Kontrolle über den Bereich um 1,3560 zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Bruch dieser Spanne einen schweren Schlag für die Bullen bedeuten und GBP/USD auf 1,3520 drücken, mit der Aussicht auf eine Ausweitung der Bewegung bis 1,3500.