
Das Währungspaar GBP/USD fiel am Dienstag ebenfalls deutlich, was viele als Beginn eines neuen Zyklus der US-Dollar-Stärke interpretieren – vor dem Hintergrund des fehlenden Abkommens zwischen dem Iran und den USA. Unserer Ansicht nach ist das jedoch keineswegs der Fall.
Zunächst sollte man verstehen, dass selbst wenn dem Dollar Wachstumsfaktoren fehlen, dies nicht bedeutet, dass er jeden Tag fallen muss. Zweitens können einzelne geopolitische Ereignisse und Nachrichten den US-Dollar zeitweise durchaus stärken. Drittens erinnert die Bewegung des GBP/USD-Paares in den letzten Wochen stark an eine „Achterbahn“. Der Kurs wird ständig hin- und hergeworfen, sodass der Rückgang am Dienstag nicht allzu viel bedeutet. Viertens bleiben die langfristigen Trends aufwärtsgerichtet, weshalb wir beim britischen Pfund insgesamt nur mit weiteren Kursgewinnen rechnen. Fünftens hat der geopolitische Faktor ein Ablaufdatum, und im Fall des Konflikts im Nahen Osten ist dieser Zeitpunkt fast erreicht. Es ist außerdem zu bedenken, dass der Konflikt im Nahen Osten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nicht der einzige Konflikt weltweit war und auch nicht der einzige, der den Energiemarkt stark beeinflusst hat. Mit der Zeit lernt die Welt, in einer neuen Realität zu leben.
Das Erste, was man daher festhalten sollte, ist, dass dem Dollar nach wie vor Gründe für ein anhaltendes, nachhaltiges Wachstum fehlen. Die Bank of England könnte bei ihrer nächsten Sitzung gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank den Leitzins anheben. Die Federal Reserve wird 2026 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine Form der geldpolitischen Straffung vornehmen. Die Politik von Donald Trump ist für sich genommen bereits ein wesentlicher Grund, den Dollar zu verkaufen. Der Handelskrieg ist nicht vorbei. Unter Trump wächst die US-Wirtschaft schwächer als unter Joe Biden. Auf welcher Grundlage sollte man also mit einem langfristigen Anstieg der US-Währung rechnen? Hinzu kommt, dass die Aufwärtstrends in den Tages- und Wochencharts intakt bleiben und Trump einen schwachen Dollar als Lösung für sämtliche Probleme der USA betrachtet.
Auch das britische Pfund hat zwar nur wenige fundamentale Gründe für einen Anstieg, wirkt im langfristigen Vergleich mit dem Dollar aber deutlich attraktiver. Man sollte zudem berücksichtigen, dass es an den Märkten Zyklen gibt. Der US-Dollar ist rund 15–16 Jahre lang gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten gestiegen. Er kann nicht endlos weiter aufwerten. Vermutlich hat 2022 ein neuer Zyklus begonnen, den Trump de facto noch unterstützt hat. Vor diesem Hintergrund werten wir den Rückgang des britischen Pfunds am Dienstag als gewöhnliche Korrektur innerhalb einer weitgehend seitwärtsgerichteten Bewegung.
Natürlich kann man im Falle einer Wiederaufnahme des Kriegs im Nahen Osten mit einer erneuten Dollarstärke rechnen. Doch diese dürfte nicht ausreichen, um die globalen Trends zu brechen. Der Dollar könnte in diesem Zusammenhang bis 1,3367 steigen. Dafür bräuchte es nicht einmal besonders starke Gründe – eine typische technische Korrektur würde genügen. Sobald diese Korrektur jedoch abgeschlossen ist, dürfte sich der übergeordnete Trend fortsetzen. Selbst eine weitere politische Krise im Vereinigten Königreich würde daran wenig ändern, denn in den vergangenen zehn Jahren hat man sich daran gewöhnt, dass kein Premierminister besonders lange in der Downing Street 10 bleibt.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD beträgt über die letzten 5 Handelstage 98 Pips und wird für dieses Paar als „durchschnittlich“ eingestuft. Am Mittwoch, dem 13. Mai, erwarten wir eine Bewegung des Paares innerhalb der Spanne, die durch die Marken 1,3422 und 1,3618 begrenzt wird. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach oben gedreht, was auf eine Erholung des Aufwärtstrends hinweist. Der CCI‑Indikator hat in letzter Zeit keine Signale generiert.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3489
S2 – 1,3428
S3 – 1,3367
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3550
R2 – 1,3611
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach zwei Monaten geopolitischer Unsicherheit fort. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir 2026 nicht mit einem Wachstum der US‑Währung. Long‑Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber bleiben daher relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können aus technischer Sicht Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3489 und 1,3428 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen hat sich die britische Währung erholt, und der Einfluss geopolitischer Faktoren auf den Markt hat nachgelassen.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu identifizieren. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung an, in die der Handel derzeit ausgerichtet sein sollte.
- Murray Levels dienen als Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskorridor an, in dem das Paar in den kommenden Tagen gehandelt wird.
- CCI‑Indikator: Sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter ‑250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass sich eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung nähert.