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FX.co ★ Blasengefahren bleiben in weiter Ferne

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Analysen:::2026-05-14T08:11:21

Blasengefahren bleiben in weiter Ferne

Ein Chipmangel befeuert einen Boom bei Halbleiteraktien. Dieser Boom hat es den Märkten ermöglicht, eine Reihe von Negativfaktoren zu ignorieren – den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten und einen Anstieg der US-Erzeugerpreise auf 6 % gegenüber dem Vorjahr im April, den höchsten Wert seit vier Jahren. Theoretisch könnte dies die Federal Reserve zu einer Straffung der Geldpolitik zwingen und damit Gegenwind für den S&P 500 erzeugen. Aber was zählt das Morgen, wenn man das Heute hat?

Der breite Index hat bereits seinen 17. Rekordschlussstand des Jahres 2026 verzeichnet; der Nasdaq Composite seinen 13. Auslöser war diesmal die Schlagzeile, dass die Marktkapitalisierung von NVIDIA 5,5 Billionen US-Dollar erreichte, nachdem Präsident Trump CEO Jensen Huang eingeladen hatte, am China-Gipfel teilzunehmen. Der Hauptantrieb der Rallye des S&P bleiben jedoch herausragende Unternehmensgewinne.

Im ersten Quartal sind die Gewinne der Unternehmen, die bereits berichtet haben, um 27 % gestiegen – deutlich über der frühen Saisonerwartung der Wall Street von 12 %. Abgesehen von Erholungen nach Rezessionen in den Jahren 2008 und 2020 ist dies die größte Lücke seit 2004.

Entwicklung der operativen Margen von Unternehmen im S&P 500

Blasengefahren bleiben in weiter Ferne

Auf den ersten Blick wirkt alles rational: starke Gewinne, gesunde Margen. Doch frühere spekulative Blasen – man denke an Polaroid, Kodak, Xerox und andere – sahen kurz vor ihrem Zusammenbruch ebenfalls fundamental attraktiv aus.

Ende der 1970er Jahre vereinte die Nifty Fifty‑Gruppe aus 50 Aktien 45 % der Marktkapitalisierung des S&P 500 auf sich. Die Konzentration ist heute sogar noch höher. Rund zehn Unternehmen – alle im Informations?Technologie‑Sektor mit Ausnahme von Berkshire Hathaway – machen inzwischen etwa 40 % der gesamten Indexkapitalisierung aus. Trotz dieses rasanten Kursanstiegs sprechen nur wenige Marktteilnehmer von einer Blase.

Entwicklung des S&P 500 und Konsensprognosen

Blasengefahren bleiben in weiter Ferne

Im Gegenteil hat Morgan Stanley sein S&P-500-Ziel für Ende 2026 von 7.800 auf 8.000 angehoben und sieht in einem Zeitraum von zwölf Monaten ein Aufwärtspotenzial bis 8.300. Begründet wird dies mit robusten Unternehmensgewinnen trotz geopolitischer Risiken, Belastungen im Bereich Private Credit und Bedenken hinsichtlich Ineffizienzen bei KI-Investitionen.

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Das Hauptrisiko für die hochgestufte Einschätzung von Morgan Stanley ist ein Szenario, in dem eine überhitzte Wirtschaft den Preisdruck beschleunigt und die Fed zu einer strafferen Geldpolitik zwingt. Es gibt Befürchtungen, dass massive Investitionen in KI zu einer Verengung der Liquidität führen könnten – also dazu, dass weniger Geld durch das Finanzsystem zirkuliert.

Aus technischer Sicht bleiben die Bullen im Tageschart klar tonangebend. Der S&P 500 steuert souverän auf das zuvor genannte Kursziel von 7.700 US‑Dollar zu. Angesichts dieses Setups bleibt der taktische Ansatz, Rücksetzer zu kaufen. Die zentrale Unterstützung liegt bei 7.315 US‑Dollar.

Analyst InstaForex
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