Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Dienstag zugunsten des US-Dollars gedreht und sich unterhalb der Unterstützungszone bei 1,3454–1,3466 behauptet. Daher könnte die Abwärtsbewegung heute in Richtung des nächsten Fibonacci-Niveaus von 50,0 % bei 1,3408 anhalten. Eine erneute Stabilisierung oberhalb der Marke von 1,3454–1,3466 würde hingegen das britische Pfund begünstigen und einen weiteren Anstieg in Richtung der Zone 1,3526–1,3539 unterstützen.

Die Wellenstruktur bleibt bärisch, da den Bullen weiterhin ausreichende positive geopolitische Entwicklungen für einen umfassenden Aufwärtsimpuls fehlen. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorausgegangene Hoch noch nicht überbieten konnte. In jüngster Zeit wirkten geopolitische Faktoren jedoch stützend für die Bullen, da in naher Zukunft ein Memorandum of Understanding zwischen Iran und den United States unterzeichnet werden könnte, während die Waffenruhe weiterhin Bestand hat.
Die Nachrichtenlage am Dienstag spielte den Bären in die Karten. Gegen Mittag wurden Berichte über eine erneute Eskalation im Nahostkonflikt bekannt, was eine Aufwertung des US-Dollar auslöste. Die Marktteilnehmer verloren erneut das Vertrauen in die Aussicht auf eine Einigung und begannen damit zu rechnen, dass die Verhandlungen scheitern könnten. Ob diese Erwartungen gerechtfertigt sind, lässt sich schwer sagen, doch lässt sich nicht bestreiten, dass sich die Spannungen im Nahen Osten gestern wieder verschärft haben. Glücklicherweise hat sich die Lage nicht allzu dramatisch zugespitzt. Die United States erklärten, man wolle weiterhin an der Waffenruhe festhalten, forderten jedoch, Teheran solle aufhören, „hinter ihrem Rücken zu agieren“. Teheran bezeichnete den Vorfall in der Nähe der Straße von Hormus als „eklatanten Aggressionsakt“, doch blieb eine Gegenreaktion bislang aus. Somit konnte eine erneute Eskalation des Konflikts bisher abgewendet werden. Es wäre wünschenswert, wenn die Situation so bliebe. Allerdings ist die Waffenruhe bereits verletzt worden, was bedeutet, dass die Bären heute den Druck wieder erhöhen könnten. Ich rate den Tradern, die geopolitische Entwicklung im Tagesverlauf weiterhin aufmerksam zu verfolgen, da sie derzeit der entscheidende Treiber für das Marktgeschehen ist.

Im 4-Stunden-Chart näherte sich das GBP/USD-Paar dem Widerstandsbereich bei 1,3482–1,3514. Ein Rückprall aus dieser Zone lässt eine gewisse Schwächung des Pfunds erwarten, doch die Kursbewegungen in dieser Woche werden eher von geopolitischen Faktoren als von der Chartanalyse bestimmt. Die technische Analyse kann derzeit nur als ergänzendes Instrument herangezogen werden. In den heutigen Indikatoren sind keine neuen Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung in der Kategorie der „Non-commercial“-Trader ist in der letzten Berichtswoche erneut bärischer geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 11.530, während die Zahl der Short-Positionen um 9.718 anstieg. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun faktisch bei 68.000 gegenüber 132.000. Die Bären haben in den vergangenen Monaten dominiert, was angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten und der politischen Krise im Vereinigten Königreich nicht überrascht. Der Vorteil der Bären ist inzwischen mehr als doppelt so groß.
Ich glaube weiterhin nicht an einen langfristigen Abwärtstrend für das Pfund, aber kurzfristig wird alles nicht von Wirtschaftsindikatoren, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den letzten Wochen hat sich der Markt auf die Erwartung eines anhaltenden Konflikts eingestellt, doch aktuelle Meldungen deuten darauf hin, dass ein Waffenstillstand dennoch möglich ist, auch wenn dieser weder leicht noch rasch zu erreichen sein dürfte.
Terminkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Der Wirtschaftskalender für den 27. Mai enthält keine wichtigen Ereignisse. Daher wird es auch am Mittwoch keinen nennenswerten Einfluss der Fundamentaldaten auf die Marktstimmung geben.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:
Verkaufspositionen boten sich nach einer Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3454–1,3466 im Stundenchart an, mit Kurszielen bei 1,3408 und 1,3349–1,3355. Diese Positionen können auch heute noch gehalten werden. Kaufgelegenheiten ergeben sich nach einer Konsolidierung oberhalb des Bereichs 1,3454–1,3466 mit einem Ziel bei 1,3526–1,3539.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3158–1,3655 und im 4-Stunden-Chart von 1,3866–1,3158 aus gezogen.