Gestern schlossen die Aktienindizes im Plus. Der S&P 500 stieg um 0,13 %, der Nasdaq 100 legte um 0,03 % zu, und der Dow Jones Industrial Average gewann 0,45 %.
Die weltweiten Aktienmärkte haben wieder Rekordstände erreicht. Der MSCI All‑Country World Index erhöhte sich um 0,1 % auf ein neues Rekordniveau, asiatische Börsen stiegen um rund 0,7 % und schlossen sich damit den neuen Höchstständen an der Wall Street an. Haupttreiber bleiben Halbleiter: Der Philadelphia Semiconductor Index legte um nahezu 6 % zu und markierte ein Rekordhoch, und asiatische Chiphersteller zogen nach und erreichten ebenfalls neue Höchststände. Europa dürfte hingegen etwas schwächer eröffnen; gleichzeitig rücken geopolitische Faktoren wieder stärker in den Vordergrund.

Die KI-Erzählung dominiert weiterhin mit außergewöhnlicher Wucht. Reuters berichtet, dass SpaceX einen Börsengang mit einer Bewertung von 75 Mrd. USD plant, bepreist mit 135 USD je Aktie. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, wie stark die Anlegernachfrage nach Tech-Werten derzeit ist. Händler ignorieren Bedenken über überzogene Bewertungen und setzen stattdessen auf anhaltendes Unternehmensgewinnwachstum und die Hoffnung auf eine geopolitische Einigung.
Allerdings erinnert ein Ölpreis von über 97 USD je Barrel daran, dass eine Einigung noch längst nicht in trockenen Tüchern ist. Die Gespräche zwischen den USA und Iran sind erneut ins Stocken geraten, die Feindseligkeiten im Nahen Osten haben wieder zugenommen, und der Markt befindet sich in einem Zustand kognitiver Dissonanz: Aktien auf Rekordniveaus, Öl hoch, Gold bei rund 4.465 USD unter Druck durch Inflationserwartungen und hohe Zinsen. Bitcoin fiel auf etwa 67.000 USD.
Die gestrigen US-Arbeitsmarktdaten stärkten die Bullen. Der Bericht zeigte, dass die Zahl der offenen Stellen im April auf ein fast zweijähriges Hoch gestiegen ist und Entlassungen zurückgegangen sind. Dies signalisiert, dass sich der Arbeitsmarkt trotz des Energieschocks robust zeigt. Der heutige ADP-Bericht dürfte relativ solide ausfallen. Der Höhepunkt der Woche wird der Arbeitsmarktbericht für die nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigten am Freitag sein.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um zwei Basispunkte auf 4,46 % – der erste von drei Beschäftigungsberichten in dieser Woche festigte die Einschätzung, dass der nächste Schritt unter Fed-Chef Kevin Warsh eher eine Zinserhöhung als eine -senkung sein dürfte.
Am Devisenmarkt notiert der Yen nahe der psychologisch wichtigen Marke von 160 je US-Dollar, deren Überschreiten in der Regel Erwartungen an Interventionen der japanischen Behörden auslöst. Händler zögern, das Währungspaar weiter nach oben zu treiben, im Bewusstsein, dass die Bank of Japan und das Finanzministerium die Entwicklung genau beobachten.

Technisch gesehen deutet die S&P-500-Analyse darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.607 Punkten zu überwinden. Gelingt dies, würde dies weiteres Aufwärtspotenzial bestätigen und den Weg in Richtung 7.639 Punkte öffnen. Eine Stabilisierung oberhalb von 7.659 Punkten würde die Position der Käufer zusätzlich untermauern. Auf der Unterseite müssen die Käufer den Bereich um 7.574 Punkte verteidigen. Ein Bruch unter dieses Niveau dürfte den Index vermutlich zurück in Richtung 7.547 Punkte drücken und den Weg zu 7.518 Punkten freimachen.