
Das Währungspaar GBP/USD setzte seinen Handel mit geringer Volatilität am Mittwoch fort. Makroökonomische Daten hatten erneut so gut wie keinen Einfluss auf die Kursbewegung des Paares, was nicht überrascht – diesen Trend beobachten wir nun schon seit drei Monaten in Folge. Daher sind die Einkaufsmanagerindizes oder die ADP- und JOLTs-Berichte inzwischen kaum mehr als interessante Zahlen. Der Markt konzentriert sich vollständig auf den Iran-Konflikt, allerdings auf eine sehr eigentümliche Weise, wofür wir Donald Trump „danken“ können. Der Markt ist derzeit nur bereit, auf bestätigte Informationen zu reagieren, die die tatsächliche Lage im Nahen Osten, eine Blockade der Straße von Hormus, die Energiepreise und Ähnliches betreffen. Hunderte von Meldungen über den Abbruch von Verhandlungen, deren Wiederaufnahme, neue Waffenstillstandsverletzungen und angeblich unmittelbar bevorstehende Vereinbarungen werden vom Markt schlicht ignoriert. Denn diese Informationen sind entweder nicht verifiziert oder haben keine realen Auswirkungen.
Was bringt es zum Beispiel, auf eine weitere Waffenstillstandsverletzung durch Iran und die USA zu reagieren, wenn diese keine Folgen nach sich zieht? In den letzten zwei Wochen haben beide Seiten etwa fünfmal Raketen auf gegnerische Stellungen abgefeuert. Welche Auswirkungen hatte das? Welchen Sinn hätte es, auf Trumps wiederholte Versprechen einer baldigen Einigung mit Iran zu reagieren, wenn auch diese Ankündigungen ohne Konsequenzen bleiben? Trump verspricht seit mindestens mehreren Wochen ein Abkommen, und doch hat sich nichts geändert. Wozu also auf mögliche Zugeständnisse aus Washington oder Teheran reagieren, wenn derartige Informationen unbestätigt sind und oftmals innerhalb weniger Stunden von der Gegenseite dementiert werden?
Der Markt hat voll erkannt, dass Iran nicht auf die Urananreicherung verzichten wird und Washington nicht von seinem Ziel der Denuklearisierung Irans abrücken wird. Die Situation ist völlig festgefahren. Daher gehen wir davon aus, dass der Konflikt im Nahen Osten noch lange anhalten wird, die Parteien jedoch nicht in tägliche aktive Kampfhandlungen eintreten werden. Die aktive Phase des Krieges im Februar und März hat gezeigt, dass die USA Iran nicht besiegen können, dass die gezielte Tötung iranischer Führungspersonen nicht zu einem Regimewechsel führt, es keine nationale Revolution geben wird und es den USA mit diesen Mitteln nicht gelingen wird, Iran zu einem für sie vorteilhaften Abkommen zu bewegen. Was Iran betrifft, so hat das Land diesen Krieg nicht begonnen und besitzt das gleiche Recht, Atomwaffen zu besitzen und zu entwickeln, wie die USA. Daher ist Teheran ganz sicher nicht daran interessiert, den Krieg wieder aufzunehmen.
Folglich sehen wir derzeit keine triftigen Gründe für einen neuen, starken Dollartrend. Die Geopolitik hat die US-Währung im Jahr 2026 gestützt. Ohne diese Unterstützung läge das GBP/USD-Paar bereits über der Marke von 40. Der Dollar hat zwar etwas Zeit gewonnen, den negativen Trend, der im vergangenen Jahr mit Trumps Amtsantritt einsetzte, jedoch nicht durchbrochen. Daher sollten wir jetzt nicht mit einem Abkommen rechnen, sondern eher mit einer Verlagerung der Marktaufmerksamkeit von der Geopolitik zurück auf die Wirtschaft.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten fünf Handelstagen 62 Pips, was für dieses Währungspaar als „durchschnittlich“ gilt. Am Donnerstag, den 4. Juni, erwarten wir eine Bewegung des Paares innerhalb der Spanne zwischen 1,3373 und 1,3497. Der obere lineare Regressionskanal ist nach oben gerichtet, was auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator hat in letzter Zeit keine Signale generiert.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,3428
- S2 – 1,3367
- S3 – 1,3303
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,3489
- R2 – 1,3550
- R3 – 1,3611
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD-Paar setzt seine Erholung nach einem Rückgang um 300 Pips fort. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, weshalb wir nicht von einem langfristigen Wachstum des US-Dollar ausgehen. Allerdings sieht das Jahr 2026 aufgrund geopolitischer Faktoren derzeit sehr positiv für den Dollar aus. Daher können Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3550 und 1,3611 in Betracht gezogen werden, sofern sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können auf geopolitischer Grundlage Short-Positionen mit Zielen bei 1,3367 und 1,3306 eröffnet werden. Die Marktsituation ändert sich häufig und bleibt überwiegend auf geopolitische Nachrichten fokussiert, die keine einheitliche Tendenz erkennen lassen. Angesichts der aktuell schwachen Bewegungen ist es ratsam, auf kleineren Zeitrahmen zu handeln.
Erklärungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle: Sie helfen bei der Bestimmung des aktuellen Trends. Wenn beide Kanäle in dieselbe Richtung zeigen, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, geglättet): Sie definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die derzeit gehandelt werden sollte.
- Murray-Level: Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien): Sie zeigen den wahrscheinlichen Preiskorridor an, innerhalb dessen sich das Währungspaar am nächsten Tag auf Basis der aktuellen Volatilität bewegen wird.
- CCI-Indikator: Sein Eintritt in die überverkaufte Zone (unter -250) oder in die überkaufte Zone (über +250) signalisiert, dass eine Trendwende in die Gegenrichtung naht.