Die US-Aktienmärkte sind gestern deutlich gestiegen. Der S&P 500 legte um 1,75% zu, der Nasdaq 100 sprang um 2,54% nach oben, und der Dow Jones Industrial Average gewann 1,76%.
Die Rallye folgte auf die Erklärung von Präsident Donald Trump, dass die Vereinigten Staaten den Krieg mit Iran beendet hätten. Der MSCI Asia Pacific Index stieg um 3,5% – sein größter Tagesgewinn seit zwei Monaten – während der südkoreanische Kospi um 8,4% zulegte. Futures auf US-Indizes deuten auf eine Fortsetzung der Rallye hin, und an den europäischen Märkten wird ein Eröffnungsplus von rund 1,8% eingepreist. Brent-Öl fiel um etwa 2% auf rund 88,50 US-Dollar je Barrel.

Trump sagte, Gespräche hätten auf höchster Ebene der iranischen Führung stattgefunden, und deutete an, eine Unterzeichnung könne bereits an diesem Wochenende in Europa erfolgen, an der Vizepräsident Vance teilnehmen würde. Der Kurswechsel war deutlich: Noch wenige Stunden zuvor hatte er mit neuen Angriffen auf den Iran und der Beschlagnahme seiner Öl-Infrastruktur gedroht. Der Iran hat eine Vereinbarung bislang noch nicht offiziell bestätigt – die Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass der Text noch nicht genehmigt worden sei. Das deutet darauf hin, dass die Märkte eher Hoffnung als ein unterzeichnetes Dokument kaufen – ein wichtiger Vorbehalt für alle, die dieses Szenario in den vergangenen Monaten wiederholt erlebt haben.
Die Reaktion am Anleihemarkt war aufschlussreich. Die Erwartungen für eine Zinserhöhung der Fed verschoben sich von Dezember dieses Jahres auf das erste Quartal 2027 – fallende Ölpreise schwächen das Inflationsnarrativ und damit den Druck auf die Federal Reserve. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe lag bei 4,46 %. Sollte an diesem Wochenende tatsächlich eine Vereinbarung unterzeichnet werden, würde Kevin Warsh in seinem ersten FOMC-Meeting am Montag und Dienstag auf ein deutlich entspannteres Umfeld treffen: Der von den Energiepreisen getriebene Inflationsdruck dürfte nachlassen, wodurch eine harte Botschaft an die Märkte weniger unausweichlich wird.
Ein zweites großes Thema der Woche ist der SpaceX-Börsengang. Die Aktie des Unternehmens wurde mit 135 US-Dollar je Anteilsschein bepreist, was eine Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar impliziert, und brachte mit 75 Milliarden US-Dollar das größte Emissionsvolumen in der Geschichte eines IPO ein. Derivate auf Online-Plattformen deuten auf eine Marktkapitalisierung von knapp 2,4 Billionen US-Dollar am ersten Handelstag hin – der Markt preist damit einen Kursanstieg von mehr als 35 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis ein.
SpaceX ist nur der Auftakt einer Welle. Anthropic und OpenAI scheinen sich ebenfalls auf Börsengänge vorzubereiten. In Kombination mit einem möglichen Ende des Iran-Krieges könnte dies eine sehr solide fundamentale Basis für die zweite Jahreshälfte schaffen – vorausgesetzt, und nur dann, wenn die Verhandlungen an diesem Wochenende tatsächlich in einer unterzeichneten Vereinbarung münden.

Der technische Ausblick für den S&P 500 deutet darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer heute darin besteht, den Widerstand bei 7.381 Punkten zu überwinden. Gelingt dies, würde dies einen Aufwärtsimpuls bestätigen und den Weg in Richtung 7.404 Punkte freimachen. Ein Halten oberhalb von 7.427 Punkten würde die Position der Käufer zusätzlich stärken. Sollte sich bei nachlassender Risikobereitschaft Abwärtsdruck aufbauen, müssen die Käufer den Bereich um 7.355 Punkte verteidigen. Ein Bruch unter dieses Niveau würde den Index rasch zurück in Richtung 7.339 Punkte drücken und den Weg bis 7.319 Punkte eröffnen.