Nach dem gestrigen Börsenschluss schlossen die US-Aktienindizes im Minus. Der S&P 500 fiel um 1,21 %, der Nasdaq 100 gab 1,34 % nach und der Dow Jones Industrial Average verlor 0,98 %.

Die Futures konnten sich heute etwas erholen, nachdem bekannt wurde, dass Trump im Schloss Versailles bei Paris ein Memorandum of Understanding mit Iran unterzeichnet hat. S&P-500-Futures sprangen um 0,9% nach oben, Nasdaq-Futures legten 1,5% zu, und Brent-Rohöl fiel um mehr als 2% auf unter 78 US-Dollar je Barrel. All dies geschieht vor dem Hintergrund des kräftigen Ausverkaufs am US-Aktienmarkt am Mittwoch – der S&P brach nach einem „hawkishen“ Signal der Fed um 1,2% ein –, was darauf hindeutet, dass die Iran-Vereinbarung als Gegengewicht wirkte.
Die Renditen 10-jähriger Treasuries gaben um vier Basispunkte auf 4,45% nach, und die Renditen 2-jähriger Papiere sanken um zwei Basispunkte auf 4,16% und machten damit einen Teil des gestrigen Sprungs um 13 Basispunkte wieder wett.
Wichtig ist, dass die Federal Reserve bei ihrer Sitzung ein klares „hawkishes“ Signal ausgesendet hat. Der Leitzins blieb unverändert – bereits die vierte Sitzung in Folge ohne Änderung –, doch der Notenbankrat machte ausdrücklich deutlich, dass die Inflation ein größeres Problem darstellt als die Schwäche am Arbeitsmarkt und dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein könnten, um sie einzudämmen.
Strukturelle Inflationsrisiken bleiben jedoch auch mit der unterzeichneten Vereinbarung bestehen. Daten zeigen, dass die Ölbestände in Cushing – dem größten kommerziellen Lagerdrehkreuz in den USA – auf etwa 20 Millionen Barrel gefallen sind, was Händler als operatives Minimum betrachten. Goldman Sachs warnt, dass die Ölströme durch die Straße von Hormus nach dem Krieg möglicherweise nur auf rund 70% des Vorkriegsniveaus zurückkehren. Das bedeutet, dass ein Angebotsdefizit selbst bei offenem Seeweg noch monatelang anhalten könnte und der disinflationäre Prozess eher schrittweise als abrupt verlaufen dürfte.
Am Devisenmarkt fiel der Yen auf den schwächsten Stand seit Juli 2024, obwohl die Bank of Japan bereits Anfang der Woche die Zinsen auf das höchste Niveau seit 1995 angehoben hat. Anleger befürchten, dass die Straffung nicht schnell genug erfolgt, um die Inflation zu bremsen und die Währung zu stabilisieren; das Risiko einer offiziellen Intervention nimmt zu.
Auch die Bank of England dürfte die Zinsen heute voraussichtlich unverändert lassen, was das Pfund gegenüber dem US-Dollar anfälliger machen würde.

Technisch gesehen besteht die Hauptaufgabe der Käufer im S&P 500 heute darin, den unmittelbaren Widerstand bei 7.494 zu überwinden. Dies würde den Aufwärtsmomentum bestätigen und den Weg für einen Anstieg in Richtung 7.518 freimachen. Die Kontrolle über das Niveau von 7.544 ist ein weiteres wichtiges Ziel der Bullen, da dies ihre Position zusätzlich stärken würde. Sollte der Kurs bei nachlassender Risikobereitschaft nachgeben, müssen Käufer den Bereich um 7.474 verteidigen. Ein Bruch dieses Niveaus dürfte den Index rasch in Richtung 7.451 drücken und den Weg bis 7.427 öffnen.