Gestern setzte der US‑Dollar seine Talfahrt gegenüber dem Euro, dem Pfund und anderen risikosensiblen Anlagen fort, nachdem die US‑Konjunkturdaten für Juni mit einem unerwarteten Überraschungseffekt aufwarteten und eine Welle von Volatilität an den globalen Finanzmärkten auslösten.
Die Meldung über eine deutliche Verlangsamung bei den Neueinstellungen, trotz eines Rückgangs der Arbeitslosenquote auf 4,2 %, wurde zum Auslöser für eine schnelle Verkaufswelle beim US‑Dollar. Händler, die sich an die Stärke des Dollars gewöhnt hatten, deuteten diese Informationen als Signal, ihre Strategien zu überdenken – was sich unmittelbar im Wechselkurs niederschlug. Gleichzeitig verzeichneten der Euro und andere risikosensitive Anlagen kräftige Zugewinne. Diese Verschiebung in der Dynamik der Devisenmärkte könnte weitreichende Folgen haben, zumal die Federal Reserve zuletzt einen deutlich „dovisheren“ Kurs als zuvor eingeschlagen hat.
In der ersten Hälfte der heutigen Sitzung werden wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht, die das Potenzial haben, den Euro spürbar zu beeinflussen. Das Augenmerk der Händler richtet sich auf den Eurozone Services PMI, einen vorlaufenden Indikator, der sehr sensibel auf Veränderungen der Geschäfts- und Verbraucherstimmung reagiert und Aufschluss über die Verfassung eines der wichtigsten Wirtschaftssektoren der Region gibt. Parallel dazu wird auch der Composite PMI veröffentlicht. Dieser breit angelegte Indikator bündelt Daten aus dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor und vermittelt damit ein umfassenderes Bild der gesamtwirtschaftlichen Lage. Die Auswertung dieser Zahlen hilft Marktteilnehmern, den Pfad des Wirtschaftswachstums und die möglichen Herausforderungen für die Wirtschaft der Eurozone und den Euro besser einzuschätzen.
Der Höhepunkt der heutigen Sitzung wird eine Rede der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sein. Vor dem Hintergrund erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit und anhaltender Diskussionen über die Ausrichtung der Geldpolitik kommt ihren Ausführungen besondere Bedeutung zu.
Beim Pfund richten Händler in der ersten Tageshälfte den Blick auf die Veröffentlichung der gleichen zentralen makroökonomischen Indikatoren wie in der Eurozone. Die Publikation des Services PMI und des Composite PMI dient als wichtiger Gradmesser für den aktuellen Zustand der britischen Wirtschaft. Das Schlüsselereignis des Tages wird anschließend eine Rede des Gouverneurs der Bank of England, Andrew Bailey, sein. Seine Äußerungen werden aufmerksam auf Hinweise zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik hin analysiert. Seine jüngsten „dovishen“ Kommentare haben das Pfund belastet, weshalb der heutigen Rede besondere Beachtung geschenkt wird. Angesichts anhaltender Inflationsrisiken und der Unsicherheit in der Weltwirtschaft könnte jedes Wort des Zentralbankchefs spürbare Marktreaktionen auslösen.
Entsprechen die Daten den Erwartungen der Ökonomen, bietet sich vorzugsweise die Mean Reversion‑Strategie an. Fallen die Zahlen hingegen deutlich stärker oder schwächer als erwartet aus, ist die Momentum‑Strategie wahrscheinlich die passendere Wahl.
Momentum Strategy (Breakout Trading)
EUR/USD
- Kauf bei einem Ausbruch über 1,1459 mit Kurszielen bei 1,1486 und 1,1527.
- Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,1422 mit Kurszielen bei 1,1398 und 1,1365.
GBP/USD
- Kauf bei einem Ausbruch über 1,3380 mit Kurszielen bei 1,3416 und 1,3441.
- Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,3335 mit Kurszielen bei 1,3298 und 1,3267.
USD/JPY
- Kauf bei einem Ausbruch über 161,33 mit Kurszielen bei 161,56 und 161,83.
- Verkauf bei einem Ausbruch unter 161,10 mit Kurszielen bei 160,85 und 160,58.
Mean Reversion Strategy (Fade the False Breakout)

EUR/USD
- Nach einem Fehlausbruch über 1,1461, gefolgt von einer Rückkehr unter dieses Niveau, nach Short-Positionen suchen.
- Nach einem Fehlausbruch unter 1,1430, gefolgt von einer Rückkehr über dieses Niveau, nach Long-Positionen suchen.

GBP/USD
- Suchen Sie nach Short-Positionen nach einem Fehlausbruch über 1,3383, gefolgt von einer Rückkehr unter dieses Niveau.
- Suchen Sie nach Long-Positionen nach einem Fehlausbruch unter 1,3336, gefolgt von einer Rückkehr über dieses Niveau.

AUD/USD
- Suchen Sie nach Short-Positionen nach einem Fehlausbruch über 0,6959, gefolgt von einer Rückkehr unter dieses Niveau.
- Suchen Sie nach Long-Positionen nach einem Fehlausbruch unter 0,6926, gefolgt von einer Rückkehr über dieses Niveau.

USD/CAD
- Suchen Sie nach Short-Positionen nach einem Fehlausbruch über 1,4174, gefolgt von einer anschließenden Bewegung zurück unter dieses Niveau.
- Suchen Sie nach Long-Positionen nach einem Fehlausbruch unter 1,4150, gefolgt von einer anschließenden Bewegung zurück über dieses Niveau.