
Das Währungspaar GBP/USD drehte zugunsten des Pfunds und verzeichnete einen recht kräftigen Anstieg, der den Beginn eines breiteren Aufwärtstrends markieren könnte. Meiner Ansicht nach wurde die Aufwertung des US-Dollar zwischen dem 17. und 24. Juni nicht durch den zugrunde liegenden Nachrichtenfluss gestützt. Der geopolitische Konflikt im Nahen Osten ist zu Ende gegangen, war jedoch der Haupttreiber der Dollar-Stärke im Jahr 2026. Daher wirkt es inkonsistent, dass der Dollar zunächst mit Ausbruch des Konflikts steigt und sich dann nach dessen Ende weiter aufwertet.
Die FOMC-Sitzung und die restriktive Haltung der Notenbank lieferten zwar legitime Gründe für Dollar-Käufe, doch die anschließende Rally hielt fast zwei Wochen an. Das FOMC hat die Geldpolitik bislang noch nicht gestrafft, und falls die Inflation nachzulassen beginnt, könnte es dazu überhaupt nicht kommen. Die Rede von Kevin Warsh gab keine klare Antwort darauf, ob die Federal Reserve im Juli oder im September die Zinsen anheben will. Der FOMC-Vorsitzende stellte lediglich fest, dass die Inflation gesenkt werden müsse, gab jedoch keinerlei Hinweise auf künftige Änderungen der Geldpolitik. Die US-Arbeitsmarktdaten waren schwach genug, um die Bullen zu aggressiverem Handeln zu ermutigen und gleichzeitig den Markt daran zweifeln zu lassen, ob das FOMC die Geldpolitik in naher Zukunft tatsächlich straffen wird.
Infolgedessen wurde Bearish Imbalance 21 vollständig ausgereizt, und die entscheidende Frage lautet nun, ob der aktuelle Aufwärtsschub weiteres Potenzial hat. Eine vollständige Aufhebung von Imbalance 21 würde auf einen Bruch der lokalen bärischen Marktstruktur hindeuten.
Aus technischer Sicht war eine Bewegung in Richtung 1,3322 zu erwarten, und genau das ist eingetreten. Der Kurs räumte zunächst die Liquidität unter dem Tief vom 6. April ab und anschließend unter dem Tief vom 31. März. Diese Liquiditätsabgriffe lieferten solide technische Argumente für eine Erholung des Pfunds. Angesichts der Tatsache, dass dem US-Dollar weiterhin eine starke fundamentale Unterstützung für einen langfristigen Aufwärtstrend fehlt – und er im Jahr 2026 bereits eine beeindruckende Rally hinter sich hat – halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Bären ihre Kontrolle noch lange aufrechterhalten können.
In der vergangenen Woche bildete sich außerdem Bullish Imbalance 23. Der Kurs hat auf diese Zone bereits reagiert und am Montag einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Dennoch bleibt das Pfund zwischen zwei entgegengesetzten Imbalance-Zonen eingekeilt, sodass der Markt auf einen klaren Ausbruch wartet. Eine dieser Imbalances wird letztlich aufgehoben werden müssen. Meiner Meinung nach wirkt das bullische Szenario weiterhin attraktiver.
Der Markt bleibt derzeit vorsichtig in Bezug auf das Abkommen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Dennoch lässt sich nun zumindest sagen, dass die aktive Phase des Konflikts offiziell beendet ist. Gleichzeitig kommt es in der Nähe der Straße von Hormus weiterhin regelmäßig zu Zwischenfällen, und derzeit finden keine Verhandlungen statt. Die Federal Reserve löste eine starke Rally des US-Dollar aus, doch ich sehe nach wie vor nichts, was es den Bären ermöglichen könnte, den Markt weiter nach unten zu treiben. Können allein Erwartungen einer strafferen FOMC-Politik anhaltende Dollar-Gewinne tragen?
Der Wirtschaftskalender war am Dienstag praktisch leer. Im Tagesverlauf stand dem Markt nur der wöchentliche ADP Employment Report zur Verfügung, den Händler jedoch weitgehend ignorierten, nachdem sie bereits am vergangenen Donnerstag mit den Nonfarm Payrolls einen deutlich umfassenderen Überblick über den US-Arbeitsmarkt erhalten hatten.
Das übergeordnete fundamentale Umfeld spricht nach wie vor dafür, dass ich langfristig nichts anderes als eine weitere Abschwächung des US-Dollar erwarte. Weder der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten noch die Aussicht auf Zinserhöhungen der Federal Reserve im Jahr 2026 haben diese Einschätzung grundlegend verändert. Die geopolitischen Spannungen haben die Anleger nur vorübergehend an den Status des Dollar als sicheren Hafen erinnert, doch der Konflikt ist entweder bereits beendet oder befindet sich klar auf dem Weg dorthin.
Die Federal Reserve beabsichtigt, im Jahr 2026 die Zinsen zu erhöhen, was den Dollar zweifellos stützt. Eine straffere Geldpolitik würde jedoch auch die US-Wirtschaft und den Arbeitsmarkt bremsen. Zudem wurde Kevin Warsh von Donald Trump als FOMC-Vorsitzender ernannt – in der Erwartung, dass er letztlich eine lockerere Geldpolitik verfolgen würde als Jerome Powell. Aus diesem Grund gehe ich nicht davon aus, dass eine Straffung durch die Federal Reserve in einen lang anhaltenden Straffungszyklus münden wird. Folglich dürfte meiner Einschätzung nach jede Aufwertung des US-Dollar eher vorübergehender Natur sein, statt den Beginn eines nachhaltigen langfristigen Trends zu markieren.
Wirtschaftskalender
Vereinigte Staaten
- FOMC Minutes — 18:00 UTC
Am 8. Juli steht im Wirtschaftskalender nur ein sekundäres Ereignis. Daher dürfte der Einfluss des Nachrichtenflusses auf die Marktstimmung am Mittwoch minimal oder gar nicht vorhanden sein.
GBP/USD Prognose und Trading-Ausblick
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Nach den Liquiditätsabgriffen unter den beiden jüngsten Swing-Tiefs haben die Bullen nun die Chance, die Kontrolle über den Markt zurückzugewinnen. Das Pfund könnte seinen Rückgang in Richtung der bullischen Trendinvalidation bei 1,3007 zwar wieder aufnehmen, doch dafür wären neue bärische Signale erforderlich.
Ein Verkaufssignal kann nur innerhalb von Imbalance 21 entstehen. Das bullische Szenario wird durch die beiden abgeschlossenen Liquiditätsabgriffe sowie durch Bullish Imbalance 23 unterstützt. Dieses bullische Muster stärkt das Vertrauen der Bullen, den Aufwärtstrend fortzusetzen.
Reagiert der Markt auf Imbalance 23, liegen die nächsten Aufwärtsziele für das Pfund an den Hochs vom 1. Mai und 27. Januar bei 1,3656 bzw. 1,3867. Reagiert der Markt stattdessen auf Imbalance 21, lautet das Abwärtsziel auf das Tief bei 1,3139.