Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Montag eine zweite Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3454–1,3457 bestätigt. Heute wurde der Angriff der Bären jedoch durch insgesamt positive Konjunkturdaten aus dem Vereinigten Königreich gestoppt, auf die weiter unten noch näher eingegangen wird. Ein erneuter Abprall von der Zone 1,3454–1,3457 würde den US-Dollar begünstigen und eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Retracements bei 1,3382 unterstützen. Eine Konsolidierung oberhalb der Marke von 1,3454–1,3457 würde hingegen die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Anstiegs in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3526–1,3543 erhöhen.

Die Wellenstruktur bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die neue Abwärtswelle nicht unter das vorherige Tief gefallen ist. Daher behalten die Bullen weiterhin die Initiative. Meiner Ansicht nach ist die bärische Impulsbewegung, die im Jahr 2026 begonnen hat, bereits beendet, und nur geopolitische Entwicklungen könnten die Bullen daran hindern, ihren Anstieg fortzusetzen. In der aktuellen Phase dürfte die Geopolitik jedoch eher nur eine korrigierende Gegenbewegung auslösen.
Am Montag gab es keine nennenswerten Nachrichten, doch heute wurden mehrere Konjunkturdaten aus dem Vereinigten Königreich veröffentlicht, die die bullischen Marktteilnehmer unterstützen. Diese Unterstützung dürfte jedoch nicht von langer Dauer sein, da morgen der Inflationsbericht für Juni aus dem Vereinigten Königreich veröffentlicht wird, der deutlich mehr Gewicht hat als die Daten zu Arbeitslosigkeit oder Löhnen. Dennoch blieb die Arbeitslosenquote für Mai unverändert bei 4,9 % (während der Markt einen Anstieg auf 5,0 % erwartet hatte), die Zahl der Arbeitslosenanträge erhöhte sich um 6,7 Tsd. gegenüber einer Prognose von +29,4 Tsd., während das Lohnwachstum auf 4,3 % zurückging. Insgesamt werte ich dieses Zahlenbündel als positiv. Infolgedessen hat das Pfund die Chance, seinen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Wie bereits erwähnt, werden die Händler ihren Fokus morgen jedoch auf den wichtigeren Inflationsbericht richten, der voraussichtlich den Kurs der Bank of England beeinflussen wird. Für Juni wird ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,6 % erwartet, was die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen in naher Zukunft verringert. Daher könnte das Pfund heute noch zulegen, morgen aber wieder nachgeben.

Im 4-Stunden-Chart prallte das GBP/USD-Paar vom 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,3538 ab, drehte zugunsten des US-Dollars und konsolidierte sich unterhalb der Zone 1,3467–1,3482. Daher könnte der Rückgang in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Retracement-Niveaus bei 1,3409 und tiefer anhalten. Eine Konsolidierung oberhalb der Zone 1,3467–1,3482 würde den Weg für ein erneutes Wachstum des Pfunds freimachen. Derzeit sind keine aufkommenden Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung in der Non-commercial-Gruppe ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden, bleibt aber insgesamt weiterhin negativ. Die Zahl der Long-Positionen spekulativer Trader ist um 6.521 gestiegen, während die Zahl der Short-Positionen um 10.129 zurückgegangen ist. Der Abstand zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei rund 51.000 gegenüber 122.000. In den vergangenen Monaten hatten die Bären den Markt klar dominiert. Während an dieser Dominanz zuvor kaum gezweifelt wurde, stellt der sich verändernde fundamentale Hintergrund sie nun zunehmend infrage.
Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden Bärenmarkt für das Pfund. Kurzfristig wird die Marktrichtung jedoch weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern vielmehr von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hat der Markt eher auf ein Friedensszenario gesetzt, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatten. Es gibt zudem keine Garantie, dass sie in naher Zukunft wiederaufgenommen werden.
Wirtschaftskalender USA und UK:
- Vereinigtes Königreich – Arbeitslosenquote (06:00 UTC).
- Vereinigtes Königreich – Average Earnings Index (06:00 UTC).
- Vereinigtes Königreich – Claimant Count Change (06:00 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 21. Juli umfasste drei Ereignisse, die inzwischen alle veröffentlicht wurden. Daher wird das wirtschaftliche Umfeld auch am Dienstag die Marktstimmung weiter beeinflussen.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Short-Positionen waren nach einem Rebound vom Widerstandsbereich 1,3526–1,3543 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3454–1,3457 möglich. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen können nach einer Konsolidierung unterhalb der Zone 1,3454–1,3457 oder nach einem Rebound von dieser Zone von unten in Betracht gezogen werden, mit einem Ziel bei 1,3382. Long-Positionen kommen nach einer Konsolidierung oberhalb von 1,3454–1,3457 in Frage, mit Ziel auf den Widerstandsbereich 1,3526–1,3543.
Die Fibonacci-Retracement-Level werden im Stundenchart von 1,3457 bis 1,3139 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158 bis 1,3655 gezogen.