Am Montag setzte das Währungspaar EUR/USD seine Abwärtsbewegung fort, nachdem es vom 50,0%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,1472 in Richtung des 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveaus bei 1,1395 abgeprallt war. Ein erneuter Aufprall von diesem Niveau würde den Euro begünstigen und ein erneutes Wachstum innerhalb der Handelsspanne von 1,1395–1,1472 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,1395 würde es den Tradern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Retracement-Niveaus von 0,0% bei 1,1325 zu rechnen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bärisch, trotz des langgezogenen (aber schwachen) Vorstoßes der Bullen. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle konnte das vorherige Tief nicht unterschreiten, während die jüngste Aufwärtswelle bisher den vorherigen Höchststand nicht übertroffen hat. Die geopolitische Lage hat sich erneut verschlechtert, da Iran und die Vereinigten Staaten die Blockaden der Straße von Hormus und aktive Militäroperationen wieder aufgenommen haben. Erst wenn das Paar den Höchststand bei 1,1473 nach oben durchbricht, kann davon ausgegangen werden, dass der Abwärtstrend beendet ist. In den vergangenen drei Wochen haben die Bullen jedoch nichts anderes als Schwäche gezeigt.
Am Montag gab es keinen nennenswerten Nachrichtenhintergrund. In den letzten Wochen spielte das Vorhandensein oder Fehlen von Nachrichten für die Trader jedoch ohnehin nur eine geringe Rolle. Die Marktaktivität bleibt äußerst gedämpft, was sich deutlich in der Kursentwicklung des EUR/USD-Paares widerspiegelt. Daher ist es unwahrscheinlich, dass selbst mehrere heute anstehende Konjunkturberichte aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten das aktuelle technische Bild verändern. Man muss feststellen, dass der Markt derzeit die Änderungen in der Geldpolitik der EZB weitgehend ignoriert, geopolitischen Entwicklungen nur wenig Beachtung schenkt und umfangreiche Konjunkturdaten nicht täglich veröffentlicht werden. Selbst wenn sie veröffentlicht werden, reichen sie bislang nicht aus, um das Paar aus der Handelsspanne von 1,1395–1,1472 herauszubewegen. Daher kann ich für die nähere Zukunft nur empfehlen, von den Grenzen dieser Spanne aus zu handeln – ein klassischer Ansatz für den Handel in einem Seitwärtsmarkt. Die EZB wird in dieser Woche ihre geldpolitische Sitzung abhalten, doch erwarte ich nicht, dass sie zu einem maßgeblichen Markttreiber wird. Höchstwahrscheinlich wird die EZB ihre geldpolitischen Parameter unverändert lassen, während ihre derzeitige restriktive Ausrichtung für die Trader nur wenig Gewicht hat.

Auf dem 4-Stunden-Chart bewegt sich das Paar weiterhin in einer Seitwärtsrange. Eine Konsolidierung oberhalb der Marke von 1,1411 deutet auf die Möglichkeit weiterer Zugewinne hin. Allerdings hat der Kurs in letzter Zeit seine Richtung zu häufig gewechselt, während das Handelsvolumen verhalten bleibt. Auf keinem Indikator sind derzeit neue Divergenzen zu erkennen. Der abwärtsgerichtete Trendkanal bleibt intakt.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche eröffneten professionelle Trader 6.877 Long-Positionen und 3.255 Short-Positionen. In den sieben Wochen zwischen Februar und März verschwand der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Kriegs unter Beteiligung des Iran. In den vergangenen sechzehn Wochen hat sich die Positionierung vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenstillstands und der Hoffnung auf ein Ende des Konflikts ausgeglichener entwickelt. Spekulative Marktteilnehmer halten derzeit 230.000 Long-Positionen und 245.000 Short-Positionen.
Aus langfristiger Sicht zeigen große Marktteilnehmer insgesamt weiterhin ein beträchtliches Interesse am Euro. Natürlich beeinflussen globale Ereignisse unterschiedlichster Art – von denen es in den vergangenen Jahren viele gab – weiterhin die Anlegerstimmung. Besonders im Fokus stehen die Entwicklungen im Nahen Osten, wo der Konflikt immer wieder abflaut und dann erneut eskaliert. Der Markt ignorierte zunächst den Waffenstillstand und schenkte anschließend auch dem erneuten Aufflammen der Kampfhandlungen nur wenig Beachtung. Infolgedessen bestimmen geopolitische Entwicklungen nicht mehr allein die Richtung des US-Dollar.
Wirtschaftskalender USA und Eurozone:
- Eurozone – ZEW-Index der wirtschaftlichen Stimmung (09:00 UTC).
- Deutschland – ZEW-Index der wirtschaftlichen Stimmung (09:00 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 21. Juli umfasst zwei Ereignisse, von denen keines als besonders wichtig einzustufen ist. Daher dürfte der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung am Dienstag begrenzt oder vernachlässigbar bleiben.
EUR/USD Prognose und Trading-Tipps:
Long-Positionen können heute nach einem Rebound vom Niveau von 1,1395 im Stundenchart in Betracht gezogen werden, mit Kurszielen bei 1,1438 und 1,1472. Neue Short-Positionen kommen in Betracht, wenn sich das Paar im Stundenchart unterhalb des Niveaus von 1,1395 etabliert, mit einem Kursziel bei 1,1325. Die Marktbewegungen bleiben ausgesprochen verhalten.
Die Fibonacci-Retracement-Level werden im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.