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FX.co ★ EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Diplomatisches Zeitfenster nach einer Woche der Eskalation

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Analysen:::2026-07-26T22:54:30

EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Diplomatisches Zeitfenster nach einer Woche der Eskalation

Die letzte Juliwoche verspricht, aufschlussreich und entsprechend volatil zu werden. Der Wirtschaftskalender ist für EUR/USD-Händler mit wichtigen Veröffentlichungen und Ereignissen gefüllt: Am Montag werden die IFO-Indizes veröffentlicht, am Dienstag der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board, am Mittwoch erfahren wir die Ergebnisse der Juli-Sitzung des FOMC, am Donnerstag werden die Daten zum BIP der Eurozone und der Kern-PCE-Index veröffentlicht, und schließlich werden am Freitag die wichtigsten Daten zum Inflationsanstieg in der Eurozone bekannt gegeben.

All diese Ereignisse und Berichte werden jedoch von der geopolitischen Agenda überschattet. Die Geopolitik wird den Ton des Handels vorgeben, da die weiteren Entwicklungen im Konflikt im Nahen Osten nicht nur die Ölpreise, sondern auch die Inflationsaussichten der größten Volkswirtschaften, einschließlich der USA, beeinflussen. Entsprechend werden sich jede Veränderung in dieser Hinsicht umgehend in den Erwartungen an die weiteren Maßnahmen der Federal Reserve und folglich in der Dynamik des Dollars widerspiegeln.

EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Diplomatisches Zeitfenster nach einer Woche der Eskalation

Der Fortschritt in den Verhandlungen zwischen Oman und Iran über die Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus ist ebenfalls sehr aufschlussreich. Den vorliegenden Informationen zufolge kommen diese Gespräche zufriedenstellend voran: Die Parteien erörtern einen konkreten Mechanismus zur Wiederherstellung der Schifffahrt, der in den kommenden Tagen in Kraft treten könnte. Darüber hinaus deuten Äußerungen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi auf die Bereitschaft Irans hin, als Vermittler zwischen Saudi-Arabien und den Huthi aufzutreten, die kürzlich gegenseitige Angriffe geführt haben. Dieser Schritt der Iraner spiegelt Teherans Bestreben wider, die regionalen Spannungen zu verringern.

Die hohen Kosten einer fortgesetzten Konfrontation stützen zusätzlich das diplomatische Szenario: Die wachsenden Risiken für den globalen Ölmarkt, die Schifffahrt und die regionale Sicherheit werden sowohl für Iran als auch für die USA immer spürbarer. Da keine der beiden Seiten in der Lage ist, einen entscheidenden strategischen Vorteil zu erzielen, steigt in solchen Konflikten traditionell die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem politischen Kompromiss gesucht wird.

Unter den aktuellen Umständen erscheint ein Szenario gradueller Deeskalation über begrenzte Vereinbarungen als am realistischsten, vor allem in Bezug auf die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus und eine Reduzierung militärischer Aktivitäten. Allerdings können schon erste Anzeichen einer Deeskalation erhebliche Auswirkungen auf die Märkte haben. Im Grunde könnten sich die Ereignisse der vergangenen Woche nun in die entgegengesetzte Richtung entwickeln: Der Ölpreis könnte unter Druck geraten, die Risikoaversion nachlassen, die Nachfrage nach Risikoanlagen steigen, während der als sicher geltende US-Dollar seinen klaren Vorteil einbüßen könnte. In diesem Fall dürfte das Währungspaar EUR/USD in die Handelsspanne von 1,1410–1,1470 zurückkehren, in der es in den vorausgegangenen drei Wochen notiert hatte.

Die geopolitische Agenda wird den Takt an den Märkten vorgeben, während alle anderen fundamentalen Ereignisse in den Hintergrund treten. Selbst die Ergebnisse der FOMC-Sitzung im Juli werden vom Markt durch das Prisma der weiteren Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten bewertet werden. Die Dynamik der Beziehungen zwischen den USA und Iran beeinflusst direkt die Ölpreise, was sich wiederum auf die Inflationsaussichten in den USA und die Bereitschaft der Fed auswirkt, Kurs auf eine Lockerung der Geldpolitik zu nehmen. Anzeichen einer Deeskalation werden das Risiko neuer Preisschübe verringern und könnten die Erwartungen an ein „taubenhaftes“ Signal der Fed verstärken. Umgekehrt könnte eine neue Spannungswelle einen Anstieg der Energiepreise auslösen, Inflationssorgen verstärken und die Fed dazu zwingen, an einem restriktiveren Kurs festzuhalten (mit offen gehaltener Option weiterer Zinserhöhungen). Die Marktreaktion auf das Sitzungsergebnis wird daher nicht nur von der Wortwahl der Fed abhängen, sondern auch von dem Konfliktszenario, das Investoren in ihre Prognosen einfließen lassen.

Dasselbe gilt für die wichtigsten makroökonomischen Berichte der Woche. Trotz der hohen Relevanz der anstehenden Veröffentlichungen wird ihr Einfluss auf die Marktdynamik in hohem Maße von der Entwicklung der Lage im Nahen Osten abhängen.

In der kommenden Woche wird der Fokus des Marktes somit auf der diplomatischen Spur zwischen Washington und Teheran liegen: Jegliche Signale über weitere Schritte in Richtung Deeskalation oder im Gegenteil in Richtung einer neuen Konfrontationswelle werden die Gesamtstimmung der Händler und damit die Richtung des EUR/USD-Paares bestimmen. Gleichzeitig werden selbst die wichtigsten makroökonomischen Daten und Signale der Fed durch die Brille der geopolitischen Risiken betrachtet werden.

Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit beim Währungspaar EUR/USD bietet sich ein abwartender Ansatz an. Zudem gelang es den Verkäufern in der vergangenen Woche nicht, sich dauerhaft unterhalb der Unterstützung bei 1,1370 (untere Linie des Bollinger-Bänder-Indikators im D1-Zeitrahmen) festzusetzen, was wiederum das Potenzial für eine Erholung des Paares in den Bereich von 1,1410–1,1470 erhält, falls sich das geopolitische Umfeld verbessert.

Analyst InstaForex
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