Das Währungspaar EUR/USD kehrte am Dienstag erneut zum 23,6 %-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,1395 zurück und konsolidierte sich darüber. Die Richtung der Kursbewegung ändert sich nahezu täglich, mitunter sogar mehrmals innerhalb eines einzelnen Handelstages. Ein Anstieg in Richtung des 38,2 %-Fibonacci-Niveaus bei 1,1438 ist heute möglich. Das geldpolitische Treffen der Federal Reserve könnte jedoch auch neuen Verkaufsdruck seitens der Bären auslösen. Das aktuelle technische Bild spiegelt deutlich das hohe Maß an globaler Unsicherheit wider, die sowohl die Realwirtschaft als auch die Finanzmärkte beeinflusst.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bärisch, trotz des anhaltenden (wenn auch schwachen) Vorstoßes der Bullen. Die zuletzt abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das vorherige Hoch nur um wenige Punkte, während die jüngste Abwärtswelle das vorherige Tief nach unten durchbrochen hat. Die geopolitische Lage bleibt anhaltend negativ, da Iran und die Vereinigten Staaten weiterhin die Straße von Hormus blockieren, während derzeit keinerlei Verhandlungen stattfinden. Ein bestätigter Ausbruch über 1,1473 würde darauf hindeuten, dass der Abwärtstrend zu Ende gehen könnte, doch in den vergangenen vier Wochen haben die Bullen wenig mehr als anhaltende Schwäche gezeigt.
Am Dienstag blieben die Nachrichtenströme nahezu aus. Allerdings wurde bekannt, dass Iran einen weiteren Angriff auf einen US-Militärstützpunkt in der Region gestartet hat. Die ballistische Rakete wurde abgefangen, doch Teherans jüngste Aktionen könnten Donald Trump veranlassen, Luftangriffe gegen Iran wieder aufzunehmen. Infolgedessen könnte ein weiterer einwöchiger Waffenstillstand genau so enden wie alle bisherigen. Bisher verläuft die Entwicklung stets nach demselben Muster: wechselseitige Raketenangriffe, gefolgt von einer Pause, einem Versuch, den Dialog wiederaufzunehmen, und anschließend erneuten Attacken. Händler wissen inzwischen nicht mehr, wie sie auf das sich ständig ändernde geopolitische Umfeld reagieren sollen, obwohl sie es schlicht ignorieren könnten. Dem verhaltenen Marktgeschehen nach zu urteilen, scheinen viele Teilnehmer genau das zu tun. Insgesamt ist die Handelsaktivität seit mehr als einem Monat schwach. Das Währungspaar EUR/USD bewegt sich weiterhin in derselben Spanne, ohne Ausbruchsversuche. Derzeit haben weder die Bullen noch die Bären einen klaren Vorteil.

Im 4-Stunden-Chart bewegt sich das Währungspaar weiterhin in einer Seitwärtsrange. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1411 würde die Erwartung eines weiteren Rückgangs stützen. Allerdings hat der Kurs in letzter Zeit seine Richtung zu häufig gewechselt, während Marktteilnehmer nur wenig Überzeugung gezeigt haben. Im CCI-Indikator hat sich eine bullische Divergenz herausgebildet, was auf das Potenzial für eine moderate Erholung hindeutet. Der abwärtsgerichtete Trendkanal bleibt intakt.
Commitments of Traders (COT) Report

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 9.842 Long-Positionen und eröffneten 18.891 Short-Positionen. In den sieben Wochen von Februar bis März ist der überwältigende Vorteil der Bullen infolge des Krieges im Iran verschwunden. In den vergangenen siebzehn Wochen hat sich die Positionierung vor dem Hintergrund des fragilen Waffenstillstands und der wachsenden Markthoffnungen auf ein Ende des Konflikts ausgeglichener entwickelt. Nichtkommerzielle Händler halten derzeit 220.000 Long-Positionen und 261.000 Short-Positionen. Die Bären haben damit erneut die Oberhand gewonnen.
In der Gesamtbetrachtung aus langfristiger Perspektive sehen große institutionelle Anleger den Euro weiterhin positiv. Zugleich ist es unbestreitbar, dass die Vielzahl globaler Ereignisse der vergangenen Jahre die Stimmung der Investoren nachhaltig beeinflusst. Besonders im Fokus der Märkte stehen weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten, wo der Konflikt immer wieder scheinbar endet, nur um anschließend erneut aufzuflammen. Zunächst ignorierte der Markt die Ankündigung des Waffenstillstands, später ebenso die erneute Eskalation des Konflikts. Infolgedessen sind geopolitische Entwicklungen nicht mehr der einzige Faktor, der die Richtung des US-Dollar bestimmt.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone
Vereinigte Staaten
- FOMC-Zinsentscheidung (18:00 UTC)
- FOMC-Pressekonferenz (18:30 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 29. Juli umfasst zwei Ereignisse, die beide von hoher Relevanz sind. Daher könnten die makroökonomischen Daten am Mittwoch insbesondere während der Abendsitzung einen spürbaren Einfluss auf die Marktstimmung haben.
EUR/USD Prognose und Trading-Tipps
Long-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn das Paar über 1,1395 schließt; die Aufwärtsziele liegen dann bei 1,1438 und 1,1472. Short-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn sich das Paar im Stundenchart unterhalb von 1,1395 etabliert, mit einem Abwärtsziel bei 1,1325. Die Marktbewegungen bleiben verhalten, sodass nicht in jedem Fall alle Zielmarken und Handelszonen erreicht werden.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus sind im Stundenchart von 1,1620–1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411–1,1850 eingezeichnet.