Im Stundenchart prallte GBP/USD am Freitag vom 38,2%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,3397 nach oben ab, drehte zugunsten des Pfunds und etablierte sich oberhalb der Marke von 1,3454–1,3458. Infolgedessen könnte sich die Aufwärtsbewegung am Montag in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3526–1,3557 fortsetzen. Sollte sich das Währungspaar hingegen unterhalb der Zone von 1,3454–1,3458 etablieren, wäre mit einem moderaten Rückgang in Richtung des 38,2%-Fibonacci-Retracement-Niveaus bei 1,3397 zu rechnen.

Die Wellenstruktur bleibt bärisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die jüngste Abwärtswelle unter das vorherige Tief gefallen ist. Dies deutet darauf hin, dass die Bären die Kontrolle über den Markt übernommen haben, auch wenn sie die Initiative in naher Zukunft wieder verlieren könnten. Meiner Ansicht nach ist der bärische Impuls, der die erste Hälfte des Jahres 2026 dominiert hat, bereits ausgelaufen, und nur geopolitische Entwicklungen könnten die Bullen daran hindern, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben hochgradig unsicher.
Am Freitag gab es so gut wie keine wichtigen Nachrichten, und die Händler setzten die Verarbeitung der geldpolitischen Signale der Bank of England und der Federal Reserve fort. Meiner Meinung nach spiegelte die Reaktion des Marktes wider, wie die Marktteilnehmer derzeit die geldpolitische Ausrichtung der beiden Zentralbanken einschätzen. Das Vertrauen, dass das FOMC die Geldpolitik weiter straffen wird, schwindet allmählich, während die Erwartungen an zusätzliche Straffungsschritte der Bank of England zunehmen.
Anfang 2026 profitierte der US‑Dollar regelmäßig von seiner Rolle als sicherer Hafen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Seit mehreren Monaten wird der Markt jedoch weniger stark von geopolitischen Schlagzeilen getrieben. Ende letzter Woche entschied Donald Trump, eine geplante neue Militäroperation gegen den Iran abzusagen, womit das unmittelbare Risiko einer weiteren Eskalation sank. Dennoch ist die Grenze zwischen Eskalation und Deeskalation zunehmend verschwommen. Der Konflikt selbst dauert an, und genau das bleibt der entscheidende Punkt. Die Handelsschifffahrt kann die Straße von Hormus weiterhin nicht frei und sicher passieren, während die Ölpreise stark schwanken, da die Märkte auf sich ändernde Signale aus dem Weißen Haus reagieren. In dieser Woche werden die Marktteilnehmer mögliche neue Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten sowie die US‑Daten zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sehr genau verfolgen.

Im 4-Stunden-Chart ist GBP/USD bis in den Widerstandsbereich bei 1,3467–1,3482 gestiegen. Ein Rückprall von dieser Zone würde den US‑Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,3409 unterstützen. Ein bestätigter Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung oberhalb des Widerstandsbereichs von 1,3467–1,3482 würden den Weg für weitere Gewinne in Richtung des nächsten 23,6%-Fibonacci-Retracement-Levels öffnen. Aktuell sind auf keinem der technischen Indikatoren neue Divergenzen erkennbar.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung in der Non-commercial-Gruppe hat sich in der jüngsten Berichtsperiode weiter eingetrübt. Die Anzahl der Long-Positionen spekulativer Trader ging um 2.824 Kontrakte zurück, während die Short-Positionen um 6.429 Kontrakte zunahmen. Insgesamt stehen nun rund 61.000 Long-Positionen etwa 126.000 Short-Positionen gegenüber. Auch wenn die Bären nach wie vor einen deutlichen Vorteil haben, verringert sich der Abstand allmählich. Zuvor war die Dominanz der Bären unbestritten, doch vor dem Hintergrund der veränderten Fundamentaldaten ist der Ausblick inzwischen weniger eindeutig.
Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden übergeordneten Abwärtstrend beim Pfund. Kurzfristig wird sich die Marktrichtung jedoch weniger an Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken orientieren, sondern stärker an Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten hatten sich die Märkte zunehmend auf ein Friedensszenario eingestellt, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor greifbare Fortschritte erzielt werden konnten. Es gibt zudem keine Garantie, dass sie in naher Zukunft wiederaufgenommen werden.
Wirtschaftskalender – Vereinigte Staaten und Vereinigtes Königreich
Vereinigte Staaten
- ISM Manufacturing PMI (14:00 UTC)
Am 3. August weist der Wirtschaftskalender nur ein Ereignis auf, das als bedeutend eingestuft werden kann. Die Konjunkturdaten dürften die Marktstimmung in der zweiten Hälfte der Handelssitzung am Montag beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Trading-Empfehlungen
Verkauf: Short-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn das Paar auf dem Stundenchart unter dem Bereich 1,3454–1,3458 schließt, mit Abwärtszielen bei 1,3397 und 1,3348.
Kauf: Long-Positionen wurden nach der Erholung von 1,3397 gültig, mit Zielen bei 1,3458 und 1,3526. Das erste Ziel wurde bereits erreicht. Bestehende Long-Positionen können mit Fokus auf das zweite Ziel weiter gehalten werden.
Fibonacci-Retracement-Gitter sind auf dem Stundenchart von 1,3140 bis 1,3557 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,3158 bis 1,3655 eingezeichnet.