Analyse von makroökonomischen Berichten:

Für Freitag sind nur wenige makroökonomische Veröffentlichungen geplant, doch fast alle sind von großer Bedeutung. Wir lassen die Berichte aus Deutschland außen vor, da sie keine Chance haben, die Marktstimmung zu beeinflussen. Die Aufmerksamkeit sollte auf die US-Daten gerichtet sein. Heute werden drei wichtige Berichte veröffentlicht: die Non-Farm Payrolls, die Arbeitslosenquote und das Lohnwachstum. Die ersten beiden Berichte bedürfen keiner Einführung, aber auch der Lohnbericht ist wichtig, da er sich direkt auf die Inflationsrate auswirkt. Wenn die Löhne schnell steigen (insbesondere bei niedriger Arbeitslosigkeit), steigen auch die Konsumnachfrage und die Ausgaben, was es Unternehmen ermöglicht, ihre Preise anzuheben und dadurch die Inflation weiter anzuheizen.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:

Von den fundamentalen Ereignissen am Freitag lässt sich die Rede des Federal-Reserve-Vertreters Thomas Barkin hervorheben, doch genießt dieses Ereignis derzeit kaum Aufmerksamkeit. Die Fed hat in den vergangenen Wochen eine deutlich zurückhaltende Haltung gegenüber einer weiteren Straffung der Geldpolitik gezeigt. Mehrere FOMC-Mitglieder haben bereits erklärt, dass sich die Inflation mit der Zeit weiter abschwächen dürfte – ein subtiler Hinweis auf das Absehen von weiteren Zinserhöhungen. Zudem kühlt sich die US-Wirtschaft ab, der Arbeitsmarkt schwächt sich, und eine Anhebung des Leitzinses würde zu einem noch stärkeren Rückgang führen.
Das geopolitische Umfeld bleibt besorgniserregend. Ein weiterer Waffenstillstand wurde gebrochen, der Konflikt ist wieder aufgeflammt und dauert an, und die USA und Iran tauschen weiterhin regelmäßig Angriffe aus, während Verhandlungen derzeit nicht stattfinden. Die Straße von Hormus ist weiterhin vollständig oder teilweise gesperrt, die jemenitischen Huthi halten die Blockade Saudi-Arabiens aufrecht, und Teheran droht, die Bab-al-Mandab-Straße vollständig zu schließen, sollte Washington erneut versuchen, Druck auszuüben. Der einzige Hoffnungsschimmer sind Donald Trumps ständige Ankündigungen eines bald abgeschlossenen Abkommens zu Hormus und zum Atomdeal. Merkwürdigerweise reichen diese Aussagen aus, um den Ölpreis sinken zu lassen, doch am Devisenmarkt zeigen sie kaum Wirkung.
Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am letzten Handelstag der Woche können Währungspaare sehr volatile Bewegungen zeigen, allerdings voraussichtlich nur während der amerikanischen Handelssitzung. Der Euro kann heute aus dem Bereich von 1,1527–1,1531 gehandelt werden, während das britische Pfund aus dem Bereich von 1,3456–1,3476 gehandelt werden kann. Heute werden technische Faktoren jedoch nicht im Vordergrund stehen.
Hauptregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird nach der Zeit beurteilt, die zu seiner Bildung (Abprall oder Durchbruch eines Niveaus) benötigt wurde. Je weniger Zeit erforderlich war, desto stärker ist das Signal.
- Wenn um ein bestimmtes Niveau herum zwei oder mehr Trades auf Basis falscher Signale eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase (Flat) kann jedes Währungspaar eine Vielzahl falscher Signale oder gar keine Signale bilden. Technische Niveaus können in diesem Fall außer Acht gelassen werden.
- Beim Handel nach MACD-Signalen im Stundenchart ist es ratsam, dies nur zu tun, wenn die Volatilität hoch ist und eine Trendlinie oder ein Trendkanal den Trend bestätigt.
- Wenn zwei Niveaus zu dicht beieinander liegen (zwischen 5 und 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Kursbewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop Loss auf Breakeven nachgezogen werden.
Was die Charts zeigen:
Unterstützungs- und Widerstandsniveaus (Zonen) dienen als Kursziele beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufspositionen oder als Quellen von Handelssignalen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend widerspiegeln und anzeigen, in welcher Richtung der Handel derzeit bevorzugt wird.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (wie im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Während ihrer Veröffentlichung sollte daher mit höchster Vorsicht gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um plötzliche Kursumkehrungen gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Forex-Anfänger sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klar definierte Strategie und ein konsequentes Money Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Handel.