Analyse makroökonomischer Berichte:

Für Mittwoch sind nur sehr wenige makroökonomische Veröffentlichungen geplant. Genauer gesagt, nur eine. Über den US-Inflationsbericht ist bereits viel gesagt worden, und der Markt weigert sich schlichtweg, sich zu bewegen, bis klar ist, in welchem Ausmaß sich die Inflation im Juli verlangsamt oder beschleunigt hat. Unserer Ansicht nach wird diese Information den Tradern jedoch nicht dabei helfen, Rückschlüsse auf die Entscheidungen der Federal Reserve im September zu ziehen. Erstens sind die Chancen auf eine Straffung der Geldpolitik nach dem enttäuschenden Nonfarm Payrolls-Bericht ohnehin minimal. Zweitens könnte sich die Inflation in den USA im Juli zwar verlangsamen, im August jedoch wieder anziehen.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:

Unter den fundamentalen Ereignissen am Donnerstag ist nur die Rede eines Mitglieds des geldpolitischen Ausschusses der Fed, Thomas Barkin, von Bedeutung. Barkins Kommentare könnten – wie die anderer Fed-Vertreter – in der näheren Zukunft wichtig werden, da der Markt das aktuelle Vorgehen der Zentralbank verstehen muss. Die jüngsten Daten zum US-Arbeitsmarkt fielen gemischt aus; die Inflation ist zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen, bleibt aber weiterhin recht hoch. Einerseits müsste der Leitzins angehoben werden, andererseits stellt sich die Frage, warum, wenn die Inflation sinkt und der Arbeitsmarkt zusätzliche Schwierigkeiten zeigt. Je „dovisher“ die Kommentare ausfallen, desto schlechter wird es für den Dollar aussehen. Wir gehen davon aus, dass die Fed im September die Geldpolitik nicht straffen wird.
Der geopolitische Hintergrund lässt weiterhin zu wünschen übrig. Die USA und Iran tauschen regelmäßig Schläge aus; derzeit finden keine Verhandlungen statt, die Straße von Hormus ist geschlossen oder teilweise geschlossen, die jemenitischen Huthi halten die Blockade Saudi-Arabiens aufrecht und Teheran droht, die Bab-al-Mandab-Straße vollständig zu schließen, sollte Washington erneut versuchen, Druck auszuüben. Der Markt glaubt den Aussagen von Donald Trump nicht, und Iran verhandelt inzwischen lieber mit Oman als mit den USA. Teheran hat Washington eine Liste von Forderungen vorgelegt, die für die Öffnung der Straße von Hormus erfüllt werden müssten, doch es ist unwahrscheinlich, dass Trump darauf eingeht.
Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am vorletzten Handelstag der Woche könnten die Währungspaare erneut eher träge handeln, da selbst der gestrige Inflationsbericht den Markt nicht in Bewegung gebracht hat. Der Euro kann heute aus dem Bereich 1,1527–1,1531 und das Pfund aus dem Bereich 1,3456–1,3476 gehandelt werden.
Hauptrichtlinien des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird danach beurteilt, wie viel Zeit zu seiner Bildung (Abpraller oder Durchbruch des Niveaus) nötig war. Je weniger Zeit benötigt wird, desto stärker ist das Signal.
- Wenn um ein bestimmtes Niveau herum zwei oder mehr Trades auf Basis von Fehlsignalen eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar eine Vielzahl von Fehlsignalen oder gar keine Signale ausbilden. Technische Niveaus können dann an Aussagekraft verlieren.
- Beim Handel anhand von MACD-Signalen im Stunden-Chart ist es ratsam, dies nur bei hoher Volatilität und wenn eine Trendlinie oder ein Trendkanal den Trend bestätigt, zu tun.
- Wenn zwei Niveaus zu dicht beieinander liegen (von 5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop-Loss auf den Einstiegskurs (Break-even) nachgezogen werden.
Was die Charts zeigen:
Unterstützungs- und Widerstandsniveaus (Zonen) sind die Ziele beim Öffnen von Kauf- oder Verkaufspositionen oder dienen als Signalquellen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend widerspiegeln und anzeigen, in welche Richtung der Handel derzeit bevorzugt wird.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (wie im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares maßgeblich beeinflussen. Daher sollte der Handel während ihrer Veröffentlichung mit äußerster Vorsicht erfolgen, oder man verlässt den Markt, um plötzliche Kursumkehrungen gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Handel sollten daran denken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klare Handelsstrategie und ein vernünftiges Money-Management sind unerlässlich, um auf lange Sicht erfolgreich zu handeln.