
Das Währungspaar GBP/USD zeigte am Donnerstag erneut eine niedrige Volatilität, was absolut nicht überraschend ist. In den vergangenen acht Tagen überschritt die gesamte Schwankungsbreite nur ein einziges Mal 57 Pips. Zur Erinnerung: Für das Pfund Sterling entsprechen 60 Pips Volatilität in etwa 40 Pips beim Euro. Wir sehen zwar gewisse Bewegungen, doch sie sind äußerst schwach, und es ist schwierig, aus irgendwelchen Trades oder Handelssignalen einen Gewinn zu erzielen.
Zweifellos kann sich der Markt nicht an jedem Tag dynamisch bewegen. Tatsächlich verbringt er die meiste Zeit in Phasen der Seitwärtsbewegung oder niedrigen Volatilität, in denen er sich auf einen neuen Sprung in die eine oder andere Richtung vorbereitet. Allerdings mag kein Trader solche „Leerlaufzeiten“. Derzeit hat die britische Währung Niveaus erreicht, von denen aus sie entweder den Ende Juni begonnenen Aufwärtstrend fortsetzen oder einen neuen Abwärtstrend ausbilden muss. Welche Grundlage gäbe es für einen neuen, kräftigen Anstieg der US-Währung? Unserer Ansicht nach keine. Die Geopolitik kann den Dollar nur dann stützen, wenn sich die Lage im Nahen Osten erneut bis an den Rand einer Eskalation zuspitzt und die Konfliktparteien beginnen, nicht nur Drohungen und Anschuldigungen auszutauschen, sondern regelmäßig auch konkrete Angriffe zu führen.
Derzeit ist absolut unklar, was Teheran und Washington erreichen wollen. Beide Seiten des Konflikts stellen Forderungen, die derart hoch sind, dass selbst der Weihnachtsmann sie nicht erfüllen könnte. Verhandlungen werden nicht geführt. Und wenn sie doch geführt werden, enden sie nicht mit Zugeständnissen, Kompromissen und Vereinbarungen. Und wenn sie es doch tun, werden die Vereinbarungen buchstäblich innerhalb weniger Tage gebrochen. Es scheint, als seien sowohl Donald Trump als auch Teheran mit dem aktuellen Zustand der Dinge recht zufrieden. Trump beabsichtigt abzuwarten, bis der Iran wirtschaftlich kollabiert. Der Iran wiederum beabsichtigt abzuwarten, bis Trump und die Republikanische Partei bei den Kongress-Zwischenwahlen eine Niederlage erleiden.
Im Kern sind es genau die Wahlen zum US-Kongress, die den Punkt markieren, an dem Teheran keinen Grund hat, auf Washington zuzugehen. Gewinnt Trumps Partei die Wahlen und behält in beiden Kammern die Mehrheit, wird der Iran Zugeständnisse machen müssen, wenn er den Konflikt wirklich beenden und seine Häfen wieder öffnen möchte. Erleidet Trumps Partei eine Niederlage, wird Washington Zugeständnisse machen müssen, weil die Demokraten jeden neuen Schritt Trumps in Richtung Eskalation mit dem Iran blockieren werden.
Wir gehen daher davon aus, dass es zumindest bis Anfang November zu keinen gravierenden Veränderungen der geopolitischen Lage im Nahen Osten kommen wird. Die Parteien werden weiterhin Beleidigungen austauschen, ohne jegliche Bereitschaft zu Zugeständnissen. In der Zwischenzeit verlangsamt sich die US-Wirtschaft, und die Chancen auf eine Straffung der Geldpolitik sind bei der Bank of England deutlich größer als beim Federal Reserve. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Trump den Druck auf die Zentralbank wieder aufgenommen, erneut beschlossen hat, Lisa Cook zu entlassen, und Kevin Warsh daran erinnert hat, dass er einen deutlich niedrigeren Leitzins erwartet als den derzeitigen.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten 5 Handelstagen 48 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „gering“. Am Freitag, dem 14. August, erwarten wir daher Bewegungen innerhalb der Spanne zwischen 1,3435 und 1,3531. Der obere lineare Regressionskanal ist abwärtsgerichtet und deutet damit auf einen Abwärtstrend hin. Der CCI‑Indikator ist zweimal in den überkauften Bereich eingetreten, was eine neue Abwärtskorrektur auslösen könnte.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3489
S2 – 1,3428
S3 – 1,3367
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3550
R2 – 1,3611
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend. Die Politik von Trump wird die US‑Wirtschaft weiter unter Druck setzen, weshalb wir nicht von einer langfristigen Stärke des US‑Dollars ausgehen. Das Jahr 2026 war bislang aufgrund der Geopolitik äußerst positiv für den Dollar, aber jede Geschichte geht einmal zu Ende. Im Wochen‑Timeframe besteht weiterhin eine Seitwärtsbewegung (Flat) zwischen den Niveaus 1,3150 und 1,3780 innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends, was auf ein anhaltendes Wachstum der britischen Währung im mittelfristigen Horizont hindeutet. Long‑Positionen mit Zielen bei 1,3531 und 1,3550 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Notierungen unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts erlauben Short‑Trades mit Zielen bei 1,3435 und 1,3428.
Anmerkungen zu den Abbildungen:
Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark.
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen: 20, 0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
Murray‑Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am folgenden Tag bewegen wird.
Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.