
Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Donnerstag keine nennenswerte Bewegung (ebenso wenig wie am Mittwoch, Dienstag oder Montag). Ein kurzer Blick auf den untenstehenden Chart genügt, um zu erkennen, dass die Volatilität niedrig bleibt und der Markt praktisch nicht auf das reagiert, was in der Welt und in der Wirtschaft geschieht. In dieser Woche gab es im Grunde nur ein wichtiges Ereignis – den US-Inflationsbericht. Dieser Bericht sollte dem Markt signalisieren, was von der Federal Reserve auf der September-Sitzung zu erwarten ist. Und hier ist es wichtig, sofort und korrekt zu verstehen, was wir uns von diesem Bericht versprochen hatten. Jeder Bericht kann farblos, langweilig und uninteressant sein oder eben stark und richtungsweisend. Die Inflation in den USA war in dieser Woche farblos, da der tatsächliche Wert den Prognosen entsprach. Haben wir jedoch eine starke Marktreaktion auf den ebenso wichtigen, sehr aufsehenerregenden Nonfarm-Payrolls-Bericht am Freitag gesehen? Zur Erinnerung: Die gesamte Volatilität an diesem Tag betrug 63 Pips, und der US-Dollar verlor nach den schwachen Arbeitsmarktdaten bestenfalls etwa 40 Pips.
Damit liegt das Problem nicht in den Berichten selbst oder ihren Werten. Der Markt ist erneut in eine Phase geringer Aktivität eingetreten, sodass kein Ereignis den Preis wirklich aus seiner Starre lösen kann. Da die Nonfarm Payrolls und die Inflationsdaten praktisch keinen Einfluss auf die Bewegung des EUR/USD-Paares hatten, was soll man dann erst über andere makroökonomische Ereignisse sagen, die offenkundig von geringerer Bedeutung waren?
Man sollte außerdem beachten, dass Bewegungen zwar schwach, aber dennoch trendgerichtet sein können. Seien wir ehrlich: Der Nonfarm-Payrolls-Bericht hätte einen stärkeren Rückgang des Dollars nahegelegt; der Inflationsbericht ebenfalls einen Dollar-Rückgang. Beide Veröffentlichungen haben die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung durch die Fed auf der Sitzung im September deutlich verringert. Auf dieser Sitzung vor zwei Monaten war sich der Markt noch sicher – die Fed würde den Leitzins anheben. Jetzt ist klar, dass eine Straffung der Geldpolitik unter den aktuellen Umständen absolut unvernünftig wäre. Nehmen wir an, die Inflation beginnt wieder zu steigen, doch was ist dann mit dem Arbeitsmarkt, der seit vier Monaten in Folge schwächer wird?
Die Fed hat im vergangenen Jahr den Leitzins dreimal gesenkt, um den US-Arbeitsmarkt zu stützen. Und das ist ihr gelungen – zu Jahresbeginn zeigten die Nonfarm Payrolls durchaus ordentliche Werte. Aber was soll man tun, wenn Donald Trump nicht stillsitzen kann und keine Ruhe gibt? Es begann ein Krieg mit Iran, und die US-Makrodaten entwickeln sich erneut nicht in die Richtung, die dem Konzept von „Make America Great Again“ entsprechen würde. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich bei einer solchen Politik das Verb „make“ jemals in „made“ verwandeln wird.
Der Dollar zeigt gemeinsam mit dem Euro im Grunde nur eines – Krämpfe. Der Markt bewegt sich mal, mal bewegt er sich gar nicht. Und in der Regel besteht keinerlei Zusammenhang zu fundamentalen, geopolitischen oder makroökonomischen Ereignissen – reine Zufälligkeit. Am Mittwoch zeigte das Paar einen Rückgang, der so nicht hätte stattfinden sollen; am Donnerstag – einen Anstieg, der ebenso wenig gerechtfertigt war.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 14. August 37 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Freitag innerhalb der Spanne von 1,1490 bis 1,1564 bewegt. Der obere lineare Regressionskanal ist abwärts gerichtet, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine mögliche abwärts gerichtete Korrektur hindeutet.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,1505
S2 – 1,1475
S3 – 1,1444
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,1536
R2 – 1,1566
R3 – 1,1597
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD setzt seinen Aufwärtstrend im 4-Stunden-Zeitrahmen fort, was den Beginn einer neuen Phase eines globalen Aufwärtstrends auf höheren Zeitrahmen markieren könnte. Der übergeordnete fundamentale Hintergrund für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 haben zunächst die Geopolitik und anschließend die „hawkishe“ Haltung der Fed der US-Währung starke Unterstützung verliehen. Derzeit stützen diese Faktoren den Dollar jedoch nicht mehr. Befindet sich der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,1505 und 1,1490 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1566 und 1,1597 relevant.
Anmerkungen zu den Abbildungen:
Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark.
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen: 20, 0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
Murray-Level sind Kursziele für Bewegungen und Korrekturen.
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Grundlage der aktuellen Volatilität, in welchem wahrscheinlichen Preiskanal sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird.
Der CCI-Indikator — sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) bedeutet, dass sich eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung annähert.