Überblick über makroökonomische Berichte

Für Donnerstag sind nur sehr wenige makroökonomische Veröffentlichungen geplant, und keine davon ist von größerer Bedeutung. Was lässt sich im heutigen Wirtschaftskalender hervorheben? Der Produzentenpreisindex in Deutschland? Der Monatsbericht der Bundesbank? Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA? All diese Veröffentlichungen sind von zweitrangiger Bedeutung und werden keine Marktreaktion auslösen. Daher werden heute die technischen Faktoren im Vordergrund stehen.
Überblick über die fundamentalen Ereignisse

Es gibt am Donnerstag unter den fundamentalen Ereignissen absolut nichts Hervorhebenswertes. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Federal Reserve schweigen weiterhin, wie es die neue Kommunikationsstrategie von Kevin Warsh vorsieht. Daher gibt es keine „frischen“ Informationen zu den Plänen der Fed. Gestern hielt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, eine Rede, die jedoch für die Märkte nichts Wesentliches enthielt. Nichtsdestotrotz könnte die EZB im Herbst eine zweite geldpolitische Straffung vornehmen, ebenso wie die Bank of England, die erneut mit steigender Inflation konfrontiert ist.
Der geopolitische Hintergrund bleibt weiterhin alles andere als erfreulich. Zwischen den USA und Iran finden derzeit keine Verhandlungen statt, die Straße von Hormus ist weiterhin vollständig oder teilweise gesperrt, und die Huthi-Rebellen aus dem Jemen halten die Blockade Saudi-Arabiens aufrecht. Teheran hat Washington eine Liste mit Forderungen übermittelt, die erfüllt werden müssten, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen – Bedingungen, denen Donald Trump unter keinen Umständen zustimmen wird. Iran hat Washington außerdem gewarnt, dass es mit einer „Räumung“ der Straße durch eigene Kräfte beginnen werde, sollte die Blockade nicht aufgehoben werden. Die Rhetorik verschärft sich offensichtlich, und die Ölpreise steigen erneut.
Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am vorletzten Handelstag der Woche könnten die Währungspaare erneut eher träge gehandelt werden, da es heute nur wenige wichtige Nachrichten geben wird. Der Euro kann heute im Bereich von 1,1655–1,1665 gehandelt werden, während das Britische Pfund in den Bereichen von 1,3587–1,3598 und 1,3631–1,3641 gehandelt werden kann. Insgesamt rechnen wir mit einer weiteren Aufwertung sowohl des Euro als auch des Pfunds gegenüber dem US‑Dollar. Nur geopolitische Faktoren oder ein aus technischer Sicht notwendiger Rücksetzer könnten diesen Aufwärtstrend bremsen.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird danach beurteilt, wie lange es gedauert hat, bis das Signal (Abpraller oder Ausbruch eines Levels) entstanden ist. Je weniger Zeit dafür nötig ist, desto stärker das Signal.
- Werden rund um ein bestimmtes Level zwei oder mehr Trades aufgrund von Fehlsignalen eröffnet, sollten alle weiteren Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase („Flat“) kann jedes Währungspaar eine Vielzahl von Fehlsignalen bilden – oder gar keine. Technische Levels können in solchen Phasen an Aussagekraft verlieren.
- Beim Handel nach MACD‑Signalen im Stundenchart sollte dies vorzugsweise nur dann erfolgen, wenn die Volatilität hoch ist und eine Trendlinie oder ein Trendkanal den Trend bestätigt.
- Liegt der Abstand zwischen zwei Levels zu dicht beieinander (von 5 bis 20 Pips), sollten sie als eine Unterstützungs‑ oder Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop‑Loss auf Break‑even nachgezogen werden.
Was die Charts zeigen:
Preislevels (Zonen) von Unterstützung und Widerstand sind die Ziele beim Eröffnen von Kauf‑ oder Verkaufspositionen oder dienen als Signalquellen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend widerspiegeln und anzeigen, in welche Richtung der Handel derzeit bevorzugt werden sollte.
Der MACD‑Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (wie im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte der Handel während ihrer Veröffentlichung mit äußerster Vorsicht erfolgen oder man verlässt den Markt, um plötzliche Kursumkehrungen gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex‑Handel sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klar definierte Strategie und ein umsichtiges Money Management sind entscheidend für einen langfristigen Handelserfolg.