EUR/USD Analyse 5M

Das Währungspaar EUR/USD tat sich am Donnerstag schwer damit, weiter zuzulegen. Dennoch fiel die korrektive Gegenbewegung recht schwach aus, sodass die Möglichkeit besteht, dass die Bullen jederzeit neuen Aufwärtsdruck entfalten. Am wichtigsten ist, dass das Paar den Tag oberhalb der Spanne von 1,1657–1,1665 beendete. Am Donnerstag fehlte es nahezu vollständig an makroökonomischen und fundamentalen Impulsen. Der Markt blieb jedoch stark emotional aufgeladen nach dem Mittwoch, an dem das US-Finanzministerium eine Verdopplung der Rückkäufe langfristiger Anleihen am offenen Markt angekündigt hatte. Im Kern signalisierte diese Entscheidung den Tradern, dass sich in der US-Wirtschaft ernsthafte Probleme aufgebaut haben. Die Ausweitung der Rückkäufe langfristiger Anleihen wird außerdem sowohl direkt als auch indirekt die Nachfrage nach der US-Währung verringern. Zum einen wird die Rendite der Wertpapiere sinken (was das Hauptziel der Entscheidung des Treasury war), wodurch die Nachfrage nach Anleihen und damit auch nach den für ihren Erwerb benötigten Dollar nachlassen wird. Zum anderen erleidet Amerika unter Donald Trump erneut einen Reputationsschaden. Das Vertrauen in die USA, ihre Wirtschaft, Stabilität und Ertragskraft nimmt von Monat zu Monat ab, und die Welt stellt sich schon seit Längerem auf eine Entdollarisierung ein. Insofern ist ein Rückgang der US-Währung das logischste Szenario für die weitere Entwicklung.
Aus technischer Sicht setzt das Paar die Ausbildung eines Aufwärtstrends fort. Der Trend ist nicht übermäßig stark, aber man sollte nicht vergessen, dass derzeit keiner der globalen Faktoren den US-Dollar stützt. Lediglich die Geopolitik könnte ihm helfen, doch selbst dort ist derzeit kein Rückenwind auszumachen. Dem Dollar wurde zusammen mit seinem Rettungsring ein 30-Kilogramm-Gewicht angehängt.
Im 5-Minuten-Chart bildeten sich am Donnerstag keine Handelssignale. Der Kurs näherte sich im Tagesverlauf zweimal der Spanne von 1,1657–1,1665, konnte diese jedoch nicht ausnutzen. Allerdings entstanden am Mittwochabend zwei Kaufsignale, die auch heute noch relevant sind.
COT Report

Der letzte COT-Bericht ist auf den 11. August datiert. Die Darstellung im Wochenchart zeigt deutlich, dass die Netto-Position der nicht-kommerziellen Händler „bearish“ geworden ist und sich im Jahr 2026 infolge geopolitischer Ereignisse deutlich verringert hat. Händler haben sich in den vergangenen Monaten vom Euro zugunsten des US-Dollars getrennt. Trumps Politik hat sich nicht verändert, doch der Dollar fungierte eine Zeit lang als „Reservewährung“.
Wir sehen nach wie vor keine fundamentalen Faktoren für eine Stärkung des Euro, wohl aber ausreichend Faktoren für eine Schwächung der US-Währung. Der Krieg im Nahen Osten hat den Dollar vorübergehend extrem attraktiv gemacht, doch sobald dieser Faktor sein „Ablaufdatum“ erreicht, dürfte sich wieder der vorherige Zustand einstellen. Dieser Prozess könnte bereits abgeschlossen sein. Langfristig könnte der Euro bis auf das Niveau von 1,08 US-Dollar (Trendlinie) fallen, doch der Aufwärtstrend bliebe weiterhin intakt. In den vergangenen Monaten des Dollar-Anstiegs hat sich das Währungspaar dieser Linie nicht nennenswert angenähert.
Die Lage der roten und blauen Linien im Indikator signalisiert ein Kräftegleichgewicht zwischen Bullen und Bären. In der letzten Berichtsperiode nahm die Zahl der Long-Positionen in der Gruppe der „Non-commercial“ um 4.600 ab, während die Zahl der Short-Positionen um 2.700 zurückging. Folglich verringerte sich die Netto-Position im Wochenverlauf um 1.900 Kontrakte.
EUR/USD Analyse 1H

Im Stundenchart befindet sich das Währungspaar weiterhin in einem Aufwärtstrend. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt und verbessert sich nicht, doch reicht dies nicht aus, um dem Dollar neuen, nennenswerten Auftrieb zu geben. Der Markt hat in den vergangenen Monaten alle positiven Faktoren für den Euro ignoriert und sich ausschließlich auf die Geldpolitik der Federal Reserve konzentriert, an die er besonders hohe Erwartungen stellt. Der europäischen Währung bieten sich derzeit gute Chancen auf einen mittelfristigen Anstieg, während der Dollar im Wesentlichen nur auf eine technische Korrektur und geopolitische Entwicklungen hoffen kann.
Für den 21. August heben wir für den Handel die folgenden Kursniveaus hervor: 1,1234, 1,1274, 1,1362–1,1368, 1,1461–1,1473, 1,1536–1,1542, 1,1585, 1,1657–1,1665, 1,1750–1,1760, 1,1786, 1,1830–1,1837 sowie die Linien Senkou Span B (1,1563) und Kijun-sen (1,1637). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte. Vergessen Sie nicht, einen Stop-Loss auf Break-even zu setzen, sobald sich der Kurs 15 Pips in die gewünschte Richtung bewegt. Dies schützt vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch erweist.
Am Freitag stehen die Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und Fertigungssektor in der Eurozone, in Deutschland und in den USA an. Wir erachten die europäischen Indizes als die wichtigsten, insgesamt könnte die Marktreaktion auf diese Daten jedoch verhalten ausfallen, und der Dollar könnte angesichts der jüngsten Ereignisse seine Abwärtsbewegung wieder aufnehmen.
Handelsempfehlungen:
Heute können Trader Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1637 und 1,1585 in Betracht ziehen, sofern sich der Kurs unterhalb der Spanne von 1,1657–1,1665 festigt. Eine Konsolidierung oberhalb der Spanne von 1,1657–1,1665 erlaubt es, Long-Positionen mit einem Zielbereich bei 1,1750–1,1760 zu halten.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Unterstützungs- und Widerstandsniveaus (Support/Resistance) sind dicke rote Linien, an denen Kursbewegungen enden können. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
- Kijun-sen und Senkou Span B sind Linien des Ichimoku-Indikators, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Sie gelten als starke Linien.
- Extremniveaus sind dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie dienen als Quellen für Handelssignale.
- Gelbe Linien stellen Trendlinien, Trendkanäle und andere charttechnische Formationen dar.
- Indikator 1 in den COT-Charts zeigt die Größe der Netto-Position jeder Händlergruppe an.