
Das Währungspaar GBP/USD setzte seine Aufwärtsbewegung am Donnerstag ebenfalls fort, doch das Ende dieser Bewegung ist noch lange nicht in Sicht. Zur Erinnerung: Wir haben einen Anstieg der britischen Währung prognostiziert, als sie noch um 1,3200 gehandelt wurde. Das Paar GBP/USD bewegt sich auf den Tages- und Wochengrafiken nun schon ein ganzes Jahr in einer Seitwärtsrange. Ein Rückgang des Kurses an die untere Begrenzung dieser Range signalisiert daher, dass im Anschluss mit einer Bewegung in Richtung der oberen Begrenzung zu rechnen ist. Einige Trader könnten einwenden, dass die Seitwärtsphase mit dem Durchbruch der unteren Begrenzung bereits beendet worden sein könnte. Das wäre möglich gewesen. In diesem Fall hätte der Dollar jedoch ein deutlich stärkeres Wachstum zeigen müssen, als er es im Jahr 2026 bisher getan hat. Auf welcher Grundlage sollte er langfristig weiter aufwerten? Der einzige stützende Faktor in diesem Jahr war die Geopolitik – und deren Wirkung ist zeitlich begrenzt.
Somit rechneten wir selbst ohne die Entscheidung des Treasury, das Volumen der Rückkäufe von langfristigen Anleihen (eine Form von QE) zu erhöhen, mit einer weiteren Schwäche der US-Währung. Zudem ist anzumerken, dass die Seitwärtsphase im Wochentakt letztlich enden wird. Wie wir bereits festgestellt haben, besitzt der Dollar keine langfristigen Perspektiven. Daher wird er in den kommenden Jahren tendenziell weiter fallen. Alternativ kann sich die Seitwärtsphase noch eine Weile fortsetzen, doch dafür bräuchte der Dollar erneut stützende Faktoren, sobald sich das Paar der oberen Begrenzung der Range bei 1,3150–1,3780 nähert. Das bedeutet: Bleibt ein Ausbruch über diese Begrenzung aus, sollte im Anschluss eine Bewegung in Richtung der unteren Begrenzung einsetzen.
Wir möchten zudem daran erinnern, dass die Geldpolitik der Bank of England in der zweiten Jahreshälfte „hawkisher“ ausfallen könnte als die der Federal Reserve. Aus irgendeinem Grund hat der Markt völlig vergessen, dass Donald Trump konsequent eine Senkung des Leitzinses fordert und dass Kevin Warsh sein Protegé und „einer seiner Leute“ ist. Natürlich kann Warsh das Monetary Committee nicht zwingen, so abzustimmen, wie er es für richtig hält. Aber niemand wird bestreiten, dass er eindeutig einen gewissen Einfluss auf andere FOMC-Mitglieder ausübt. Hinzu kommt, dass derzeit gar kein Einfluss nötig ist. Die Non-Farm Payrolls sind bereits vier Monate in Folge rückläufig. Und sie sinken nicht nur – sie liegen bereits unter der „Wasserlinie“, also unter der Nulllinie. Das bedeutet, es geht nicht mehr bloß um eine Verlangsamung des Beschäftigungsaufbaus, sondern um das Ausbleiben neuer Stellen. Angesichts der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt sehen wir absolut legitime Gründe für die Fed, den Leitzins nicht anzuheben.
Je stärker die US-Wirtschaft ins Stocken gerät, desto mehr Argumente wird es für eine Senkung des Leitzinses und dafür geben, eine höhere Inflation in Kauf zu nehmen. Gleichzeitig steht Trump nicht über der BoE, und sollte die Inflation dort anziehen, wird sie den Leitzins problemlos anheben. Daher gehen wir davon aus, dass eine mögliche Straffung der Geldpolitik eher von der BoE als von der Fed ausgehen wird. Dieser Artikel sowie der Beitrag zu EUR/USD sollen eine umfassende Antwort auf die Frage geben: Was erwartet den Dollar in Zukunft? Die eigentliche Frage ist nicht, ob Euro und Pfund Gründe für eine Fortsetzung ihres Anstiegs haben. Diese Währungen werden steigen, weil der Dollar fallen wird.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD‑Währungspaares betrug in den letzten fünf Handelstagen 66 Pips. Für das Pfund/Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Freitag, dem 21. August, erwarten wir daher Bewegungen innerhalb der Spanne, die durch die Marken 1,3566 und 1,3698 begrenzt wird. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach oben gedreht, was auf einen Aufwärtstrend hindeutet. Der CCI‑Indikator ist zum dritten Mal in den überkauften Bereich eingetreten, was erneut vor einer möglichen Korrektur warnt.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3611
S2 – 1,3550
S3 – 1,3489
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3672
R2 – 1,3733
R3 – 1,3794
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD hält an seinem Aufwärtstrend fest. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, sodass wir langfristig nicht mit einer Aufwertung der US‑Währung rechnen. Das Jahr 2026 entwickelt sich derzeit aufgrund der Geopolitik zu einem Superjahr für den Dollar, doch jedes Märchen geht irgendwann zu Ende. Im Wochenchart hält sich das Paar in einer Seitwärtsbewegung zwischen 1,3150 und 1,3780 innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends auf, was auf ein anhaltendes mittelfristiges Wachstum der britischen Währung hindeutet. Long‑Positionen mit Zielen bei 1,3672 und 1,3698 können in Betracht gezogen werden, wenn der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts notiert. Notiert der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3489 und 1,3428 eröffnet werden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen: 20, 0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray‑Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Grundlage der aktuellen Volatilität bewegen wird.
- Wenn der CCI‑Indikator den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) erreicht, signalisiert dies, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.