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FX.co ★ EUR/USD: Der Dollar zwischen zwei Fronten

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Analysen:::2026-08-24T23:03:22

EUR/USD: Der Dollar zwischen zwei Fronten

Das Währungspaar EUR/USD hat die neue Handelswoche im Bereich der 16er-Marke begonnen, nahezu auf dem Schlusskurs von Freitag. Dieses Verhalten des Paares spiegelt die Unentschlossenheit sowohl der Käufer als auch der Verkäufer wider. Die Käufer konnten nicht zu den Hochs der vergangenen Woche zurückkehren, was bedeutet, dass der Widerstand bei 1,1700–1,1710 (die obere Linie der Bollinger Bands im D1‑Zeitfenster) weiterhin intakt ist, während es den Verkäufern nicht gelungen ist, in die untere Zone der 15er-Marke vorzudringen.

EUR/USD: Der Dollar zwischen zwei Fronten

Im Kern haben die Trader eine abwartende Haltung eingenommen und warten auf die entscheidenden Informationsimpulse der Woche. Diese Situation ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Dollar, bildlich gesprochen, zwischen zwei Feuern steht: Auf der einen Seite kommt es zu deutlichen Neubewertungen der Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Politik der Federal Reserve (zugunsten eines „dovish“ Szenarios), auf der anderen Seite halten die geopolitischen Spannungen rund um den Iran an.

Geopolitik wieder im Fokus: Der sichere Hafen US‑Dollar erhält Rückenwind

Die geopolitische Agenda bleibt ein zentrales Element der Dollar-Unterstützung vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen. Washington hat beschlossen, in eine neue Phase des Drucks auf Teheran überzugehen. In den kommenden Tagen könnte die Trump‑Administration weitreichende wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran verkünden, die nicht nur neue Sanktionen gegen Teheran selbst, sondern auch Druck auf Länder und Unternehmen umfassen, die die iranische Wirtschaft in irgendeiner Form weiter unterstützen. Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die bevorstehende Kampagne als den „größten koordinierten wirtschaftlichen Druck“ und fügte hinzu, dass die Vereinigten Staaten „in die Endphase des Konflikts eintreten“.

Mit anderen Worten: Washington versucht, die Konfrontation mit dem Iran aus der militärischen in eine ausschließlich finanz- und wirtschaftspolitische Ebene zu verlagern. Teheran hält unterdessen an einem harten Kurs fest, was zu einem stagnierenden Verhandlungsprozess führt. Darüber hinaus hat der Iran seine Bereitschaft zu Gegenmaßnahmen erklärt, einschließlich der Möglichkeit, die Ölexporte durch die Straße von Hormus einzuschränken oder vollständig einzustellen. Dies erhöht das Risiko einer neuen Runde geopolitischer Spannungen und eines weiteren Ölpreisschubs (mit allen daraus folgenden inflationären Konsequenzen) erheblich.

Am Devisenmarkt sorgen die anhaltenden geopolitischen Spannungen für zusätzliche Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen. In Phasen erhöhter Risikoaversion greifen Investoren traditionell zur US‑Währung. Dieses Element der „Fundamentaldaten“ wirkt jedoch äußerst fragil. Erstens vollzieht sich die aktuelle Eskalation in erster Linie auf wirtschaftlicher und diplomatischer Ebene und nicht in Form einer neuen großangelegten militärischen Auseinandersetzung. Diese Art der Konfrontation unterscheidet sich grundlegend von militärischen Konflikten, da sie keine irreversiblen Folgen wie menschliche Verluste oder Zerstörung nach sich zieht. Damit wäre es – bei entsprechendem politischen Willen – möglich, die Spannungen relativ rasch zu deeskalieren und auf den diplomatischen Pfad zurückzukehren.

Damit kommen wir zum zweiten Punkt. Die Geschichte der Konfrontation zwischen Washington und Teheran zeigt, wie schnell harte Rhetorik in Verhandlungsversuche umschlagen kann. Und das gilt in beide Richtungen. Anfang August zeigte sich Bessent offen für die Idee eines Abkommens zur Öffnung der Straße von Hormus, und Vermittler berichteten von Fortschritten in informellen Kontakten. Anschließend verkündete Washington seinen „wirtschaftlichen Tag D“ in Bezug auf den Iran. Die Situation kann sich ebenso schnell wieder in die entgegengesetzte Richtung drehen.

All dies deutet darauf hin, dass das Eingehen von Short-Positionen im Währungspaar EUR/USD, die sich ausschließlich auf das Fortbestehen des Nahost-Faktors stützen, derzeit sehr risikoreich ist.

Federal Reserve vs. Europäische Zentralbank: Die „Fundamentaldaten“ verschieben sich allmählich zugunsten des Euro

Ein deutlich stabilerer Unterstützungsfaktor für das Währungspaar EUR/USD bleibt die auseinanderlaufende Erwartung hinsichtlich der künftigen Schritte von Fed und EZB. Die zuvor ausgeprägten hawkish Erwartungen in Bezug auf weitere Maßnahmen der Fed haben sich nach der Veröffentlichung der schwachen Nonfarm Payrolls für Juli merklich abgeschwächt. Statt der erwarteten 85.000 neuen Stellen wurde ein Rückgang um 23.000 gemeldet. Die kumulativen Datenrevisionen für Mai und Juni beliefen sich auf –103.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote sank zwar auf 4,1 %, dies geschah jedoch vor dem Hintergrund einer rückläufigen Erwerbsbeteiligung.

Weitere Signale einer Abkühlung am US‑Arbeitsmarkt werden zusätzlichen (und durchaus erheblichen) Druck auf den Dollar ausüben. In diesem Zusammenhang kommt dem kommenden Freitag für EUR/USD besondere Bedeutung zu, da das BLS die vorläufige Benchmark-Revision der Beschäftigungsdaten veröffentlichen wird. Dabei handelt es sich nicht um eine übliche monatliche Anpassung: Zuvor veröffentlichte Schätzungen werden mit genaueren und umfassenderen administrativen Daten aus der Arbeitslosenversicherung abgeglichen, sodass beurteilt werden kann, wie eng die ursprünglichen Beschäftigungsschätzungen mit der tatsächlichen Dynamik des Arbeitsmarktes übereinstimmten.

Die schwachen Nonfarm Payrolls für Juli haben bereits Zweifel an der Notwendigkeit einer weiteren Straffung der DCP aufkommen lassen, und die Revision am Freitag könnte diesen Effekt deutlich verstärken. Sollte sich herausstellen, dass der Arbeitsmarkt zuvor überschätzt wurde, läge ein weiteres Argument gegen eine Zinserhöhung der Fed auf dem Tisch.

Auf der Gegenseite steht die EZB. Hier entwickelt sich die Situation nahezu spiegelbildlich – hawkish Erwartungen nehmen weiter zu. Die Inflation im Euroraum beschleunigte sich im Juli auf 2,9 %, die Kernrate stieg auf 2,5 %, und die Inflation im Dienstleistungssektor erreichte 3,3 %. Zugleich zeigt die europäische Wirtschaft Erholungstendenzen: Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone stieg auf ein Hoch seit 2026, und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte auf 52,8 (den höchsten Stand der vergangenen 54 Monate). Entsprechend preist der Markt zunehmend eine Zinserhöhung der EZB im September auf 2,5 % ein. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten 83 % der Ökonomen, dass die Notenbank diesen Schritt bis Anfang Herbst vollziehen wird.

Fazit

„Im Moment“ lastet der geopolitische Faktor auf EUR/USD und stützt die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen. Diese Unterstützung erscheint jedoch eher situativ, während die sich abzeichnende Divergenz der Erwartungen zwischen Fed und EZB einen wesentlich fundamentaleren – im wahrsten Sinne des Wortes – und stabileren Charakter besitzt. Sollte die anstehende Revision der US‑Arbeitsmarktdaten eine weitere Abkühlung der Beschäftigung bestätigen und sollten Inflation und Konjunktur in Europa weiter anziehen, würde sich der Spielraum für eine Straffung der EZB‑Politik erweitern. Gleichzeitig würde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Fed sinken.

Daher kann die derzeitige bärische Dynamik von EUR/USD als Chance betrachtet werden, Long-Positionen zu eröffnen – mit dem ersten und vorerst einzigen Kursziel bei 1,1700 (der oberen Linie der Bollinger‑Bänder im Tageschart).

Analyst InstaForex
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