Im Stundenchart handelte GBP/USD am Montag weiterhin in der Nähe der Marke von 1,3633–1,3641. Nach drei Tagen lässt sich nur schwer sagen, was die Trader als Nächstes vorhaben. Eine klare Konsolidierung weder oberhalb noch unterhalb der genannten Zone hat bislang stattgefunden. Damit hat der Markt einen Zustand vollständigen Gleichgewichts erreicht, und vorerst sind weder die Bullen noch die Bären bereit, diesen zu durchbrechen.

Die Marktsituation bleibt „bullish“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht durchbrochen, während die letzte Aufwärtswelle (die noch nicht abgeschlossen ist) das vorherige Hoch überschritten hat. Damit haben die Bullen derzeit die Initiative am Markt, und ihr Vorteil verstärkt sich mit jedem Tag. Der „bullishe“ Trend kann erst dann als gebrochen gelten, wenn das Tief der letzten abgeschlossenen Welle unterschritten wird, d. h. unter 1,3414, oder wenn sich zwei Abwärtswellen ausbilden.
Am Montag gab es keinen nennenswerten fundamentalen Hintergrund, daher legt der Markt nach dem Wochenende weiterhin eine Pause ein. Generell möchte im Moment niemand ein Risiko eingehen, da niemand einschätzen kann, wie sich die Ereignisse von hier an entwickeln werden. Kevin Warsh wird an diesem Freitag sprechen – welche Position wird er dieses Mal vertreten? Auf Grundlage der jüngsten Konjunkturdaten zum Arbeitsmarkt und zur Inflation ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Fed im September eine Straffung der Geldpolitik beschließt. Weiterhin ist unklar, wie sich die Ereignisse im Nahen Osten entwickeln werden, obwohl gerade diese Entwicklungen die Ölpreise, die Inflation und die Geldpolitik beeinflussen werden. Daher ist es für Trader derzeit am sinnvollsten, auf neue Nachrichten zu warten und auf die Entwicklungen in der Welt zu reagieren, sobald sie eintreten. Wir sehen, dass es zu Wochenbeginn keine interessanten Marktbewegungen gegeben hat, sodass uns nur bleibt zu warten – möglicherweise sogar lange. Heute beginnt die Schlussphase von Donald Trumps seit bereits sechs Monaten andauernder Operation zur Entwaffnung Irans. Trump will den Iran nun wirtschaftlich zerstören, während Trader noch kaum einschätzen können, wie das in der Praxis aussehen wird. Der US-Präsident fordert alle Länder auf, die Zusammenarbeit mit Teheran einzustellen, doch es ist ebenso unklar, ob irgendjemand den Appellen des US-Präsidenten folgen wird.

Im 4-Stunden-Chart stieg GBP/USD bis zum 0,0%-Retracement bei 1,3657. Ein Rückprall von diesem Niveau würde den US-Dollar begünstigen und für einen Rückgang in Richtung des 23,6%-Fibonacci-Levels bei 1,3538 sprechen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3657 würde die Chancen auf weitere Zugewinne des Pfunds erhöhen. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit neue aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger „bärisch“ geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 12.075, während die Zahl der Short-Positionen um 10.427 zunahm. Die Differenz zwischen der Anzahl der Long- und Short-Positionen stellt sich aktuell im Wesentlichen wie folgt dar: 77.000 gegenüber 132.000. Der Abstand und der Vorteil der Bären verringern sich allmählich, doch der Vorteil der Bären bleibt dennoch enorm. Zuvor war die Dominanz der Bären unstrittig, inzwischen jedoch nicht mehr, da sich der fundamentale Hintergrund verändert hat.
Ich glaube weiterhin nicht an einen „bärischen“ Trend beim Pfund, aber in naher Zukunft wird alles von Trumps Handelspolitik, der Geldpolitik der Fed und der Bank of England sowie von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten abhängen. In den vergangenen Monaten hat der Markt seine Erwartungen stärker in Richtung Frieden angepasst, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatten. Und es gibt keine Garantie dafür, dass sie in naher Zukunft wieder aufgenommen werden. Unterdessen bewegt sich die geldpolitische Ausrichtung des FOMC in Richtung eines Verzichts auf weitere Straffungen, was den Dollar-Bullen nicht gerade zusätzliche Zuversicht verleiht.
Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:
- USA – wöchentlicher ADP-Beschäftigungsbericht (12:15 UTC).
- USA – CP Consumer Confidence Index (14:00 UTC).
- USA – Verkäufe neuer Häuser (New Home Sales) (14:00 UTC).
Am 25. August umfasst der Wirtschaftskalender drei Einträge, von denen keiner von besonderer Bedeutung ist. Der Einfluss des wirtschaftlichen Hintergrunds auf die Marktstimmung wird am Dienstag äußerst schwach oder gar nicht spürbar sein.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:
Ein Verkauf des Währungspaares ist heute möglich, wenn es im Stundenchart zu einer Konsolidierung unterhalb der Zone 1,3633–1,3641 kommt, mit einem Ziel bei 1,3556. Käufe sind möglich, wenn eine Konsolidierung oberhalb der Zone 1,3633–1,3641 erfolgt, mit einem Ziel bei 1,3731. Allerdings sollten die vergangenen Tage berücksichtigt werden, da sie keine Signale geliefert haben.
Die Fibonacci-Raster sind im Stundenchart von 1,3557–1,3272 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158–1,3655 gezogen.