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FX.co ★ EUR/USD. Die Ifo-Indizes für August: Ein weiterer Trumpf für den Euro

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Analysen:::2026-08-25T22:51:38

EUR/USD. Die Ifo-Indizes für August: Ein weiterer Trumpf für den Euro

Das Währungspaar EUR/USD bleibt in einer Handelsspanne gefangen; allerdings verschiebt sich das makroökonomische Gleichgewicht allmählich, aber deutlich zugunsten der Käufer. Der Euro profitiert derzeit nicht nur von der anhaltenden Schwäche der US-amerikanischen Makrodaten, sondern auch von immer überzeugenderen Anzeichen einer Erholung der europäischen Wirtschaft. Der am Dienstag veröffentlichte IFO-Bericht lieferte eine weitere Bestätigung dieses Trends. Die Abfolge starker ZEW-, PMI- und IFO-Indikatoren hat ein stimmiges Bild einer Erholung der europäischen Wirtschaft gezeichnet.

EUR/USD. Die Ifo-Indizes für August: Ein weiterer Trumpf für den Euro

So ist der ifo-Geschäftsklimaindex des ifo Instituts im August auf 88,8 Punkte gestiegen, nachdem er für Juli auf 86,7 Punkte nach unten revidiert worden war. Die meisten Analysten hatten lediglich mit einem moderaten Anstieg auf 87,2 Punkte gerechnet. Der Index befindet sich nun bereits seit vier Monaten in Folge auf einem kontinuierlichen Aufwärtspfad und hat ein Jahreshoch erreicht. Zudem ist die Verbesserung nicht nur „quantitativ“, sondern auch „qualitativ“, da beide Indexkomponenten die Erwartungen übertroffen haben. Die Einschätzung der aktuellen Lage stieg von 86,5 auf 88,5 Punkte, während der Erwartungsindex von 86,8 auf 89,1 Punkte zulegte. Das ist ein entscheidender Punkt: Während in den Vormonaten die Verbesserung beim ifo vor allem auf einen Rückgang des Pessimismus mit Blick auf die Zukunft zurückzuführen war, beurteilen deutsche Unternehmen nun sowohl die aktuelle Situation als auch die Perspektiven deutlich positiver. Dies deutet auf einen Trend zu einem nachhaltigeren Optimismus hin.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass in allen großen Sektoren – Industrie, Dienstleistungen, Handel und Baugewerbe – eine positive Dynamik verzeichnet wurde. Das bedeutet, dass sich die Erholung nicht länger auf ein einzelnes Segment der Wirtschaft beschränkt.

Allerdings kann der ifo-Index in absoluten Zahlen nicht als uneingeschränkt stark bezeichnet werden: Er liegt weiterhin deutlich unter den Niveaus, die für einen ausgeprägten Konjunkturboom typisch wären. Dennoch wirkt die Richtung der Entwicklung zunehmend überzeugend und klar ausgeprägt. Hervorzuheben ist auch, dass der Anstieg der Indikatoren trotz eines erneuten Auftriebs an den Ölmärkten und höherer Energiepreise erfolgte.

Die heute veröffentlichten Daten zum BIP-Wachstum in Deutschland liefern eine zusätzliche Bestätigung für das starke Signal des ifo. Die zweite Schätzung des BIP ergab, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 % gewachsen ist, während der Erstbericht noch ein Wachstum von 0,2 % ausgewiesen hatte. Damit liegt der Wert nun bereits drei Quartale in Folge im positiven Bereich (0,3 %). Auf Jahressicht blieb der Indikator ebenfalls im „grünen Bereich“: Statt des erwarteten Wachstums von 0,9 % legte das BIP um 1,0 % zu (das stärkste Ergebnis seit dem dritten Quartal 2022).

In diesem Zusammenhang ist ein Vergleich des ifo mit zwei weiteren wichtigen Indikatoren von Bedeutung: dem ZEW und den PMI. Zur Erinnerung: Der in der vergangenen Woche veröffentlichte deutsche ZEW-Index der Konjunkturerwartungen stieg auf 34,2 Punkte (zuvor 26,3) und übertraf damit die Prognose von 30,0 deutlich. Auch der Teilindex zur aktuellen Lage verbesserte sich und kletterte von -77,6 auf -61,1. Gleichzeitig legte der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone im August auf 52,1 Punkte zu (den höchsten Stand seit November des vergangenen Jahres), wobei die neuen Aufträge so stark stiegen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr, und der Industrie-PMI erreichte sein höchstes Niveau seit 54 Monaten.

Der Unterschied zwischen diesen Indikatoren ist wesentlich. Der ZEW spiegelt die Stimmung von Analysten und institutionellen Investoren wider und fungiert als eine Art Frühindikator für die Erwartungen an den Finanzmärkten. Der PMI hingegen ist näher an der realen wirtschaftlichen Aktivität: Er zeigt, was aktuell bei Aufträgen, Produktion, Beschäftigung und Preisen geschieht.

Der ifo nimmt eine Zwischenposition ein. Dieser Indikator erfasst die Wirtschaft breiter als der PMI und kombiniert zugleich die Einschätzung der aktuellen Lage mit Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Daher stehen ZEW, PMI und ifo nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich (insbesondere in diesem Fall). Der erste Indikator zeigt, wie sich die Erwartungen verbessern, der zweite spiegelt die Erholung der aktuellen Geschäftstätigkeit wider, und der dritte signalisiert, dass sich der Optimismus allmählich auf einen relativ breiten Kreis deutscher Unternehmen ausweitet.

Für die Europäische Zentralbank ist dies ein wichtiges Signal. Noch vor Kurzem diente die Schwäche der deutschen Wirtschaft als Argument gegen eine weitere Straffung der Geldpolitik. Nun aber ändert sich die Lage: Die Erholung der deutschen Wirtschaft verschafft dem Regulator mehr Spielraum, um den Kurs der Straffung fortzusetzen. Zudem wächst die Wirtschaft der Eurozone schneller als erwartet: Das BIP des Währungsraums stieg im zweiten Quartal um 0,4 %, während die Inflation im Juli auf 2,9 % anzog und die Kerninflation auf 2,5 % stieg. Die Inflation im Dienstleistungssektor erreichte 3,3 %. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone befindet sich auf historisch niedrigen Niveaus, und der PMI für Juli verzeichnete den ersten Beschäftigungsanstieg in diesem Jahr. Gleichzeitig bergen die Inflationserwartungen und die hohen Energiepreise das Risiko sekundärer Effekte über Löhne und Preise.

Einer aktuellen Reuters-Umfrage vom 10. bis 13. August zufolge gehen die allermeisten Ökonomen (57 von 69) davon aus, dass die Europäische Zentralbank den Einlagenzins um 25 Basispunkte anheben wird.

Damit wird das fundamentale Bild für das Währungspaar EUR/USD nicht nur durch die schwachen Nonfarm Payrolls, die verhaltenen Einzelhandelsumsätze sowie die nachlassende CPI- und PPI-Dynamik in den USA zugunsten der Käufer geprägt, sondern auch durch die Stärkung des Euro. Die EZB erhält zunehmend Argumente für eine Straffung ihrer Geldpolitik – in einer Phase, in der die Gründe für weitere Zinserhöhungen der Fed allmählich an Gewicht verlieren.

Das einzige nennenswerte Hindernis für die Umsetzung dieses Vorteils bleibt die geopolitische Lage, die dem Dollar immer wieder den Status eines sicheren Hafens zurückgeben kann. Daher wird das Währungspaar EUR/USD kurzfristig voraussichtlich in einer Seitwärtsbewegung innerhalb der Spanne von 1,1640–1,1700 bleiben, deren Grenzen den oberen und unteren Linien der Bollinger-Bänder im Vier-Stunden-Chart entsprechen.

Analyst InstaForex
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