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FX.co ★ Der Euro steht an der Schwelle

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Analysen:::2026-08-26T22:38:25

Der Euro steht an der Schwelle

Stell dich auf Unsicherheit ein: Der Euro hat es nicht eilig, sein vertrautes Terrain zu verlassen. Das Währungspaar EUR/USD ist in einer engen Spanne eingefroren und wartet auf das Treffen der Notenbankchefs in Jackson Hole. Anleger haben sich entschieden, die Unsicherheit auszusitzen.

Diese Vorsicht ist keineswegs zufällig. Zentralbanker weltweit dürften einen zurückhaltenden Kurs einschlagen und Inflation als ein Risiko betrachten, das sie lieber nicht eingehen möchten. Wie Thin Ice Macroeconomics betont, weiß man nie, wann der nächste Angebotsschock eintritt. Die Erinnerung an den Sprung der Energiepreise nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist noch frisch. Entscheidungsträger, die diesen Preissprung unterschätzt haben, beobachten nun die Straße von Hormus sehr genau.

Isabel Schnabel wird Teil der Delegation der Europäischen Zentralbank in Jackson Hole sein, und ihre Stimme wird deutlich zu hören sein. Die Zentralbank hat bereits im Juni die Zinsen um einen Viertelpunkt angehoben und wird dieses Manöver im September wiederholen. Nach Ansicht von Schnabel bergen der Konflikt im Nahen Osten und die robuste Konjunktur im Euroraum das Risiko einer beschleunigten Inflation, und der Preisanstieg dürfte aufgrund höherer Strompreise über einen „längeren Zeitraum“ über 2 % liegen. Bei den derzeitigen Zinssätzen ist es unwahrscheinlich, dass die Inflation zum Zielwert zurückkehrt. Daher wird eine weitere Straffung der Geldpolitik notwendig sein.

Dynamik der Gaspreise und deutscher Anleiherenditen

Der Euro steht an der Schwelle

Inzwischen hat sich die Hauptbedrohung von Öl auf Gas verlagert – nun ein echtes Kopfzerbrechen für Anleihehändler. Die Gaspreise haben sich Fünfmonatshochs genähert, Winterkontrakte notieren beim Doppelten des Vorjahresniveaus, und die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist auf Werte gestiegen, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Gas macht 21 % der Energiebilanz der EU aus, was bedeutet, dass sein Preis die Inflation unmittelbar beeinflusst.

Die Auswirkungen auf den Euro sind doppelt: Steigende Gaspreise heizen die Inflation an und erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffung durch die EZB. Gleichzeitig aber wirft der Geist von 2022 seinen Schatten voraus, als die Energiekrise den Euro unter die Parität zum Dollar drückte.

Dynamik des Spreads zwischen französischen und deutschen Anleiherenditen

Der Euro steht an der Schwelle

Die Politik mischt ebenfalls mit. Frankreich tritt in die Haushaltsstreitsaison ein: Die Woche, die mit einer Kabinettssitzung begann, endet mit einer Überprüfung durch Ratingagenturen. Macrons Gesetzesvorlage gilt als das riskanteste Vorhaben seiner Präsidentschaft – ein Vorspiel zu den Wahlen im Mai, bei denen seine Nachfolger seine Regeln umschreiben wollen. Die Zersplitterung hat bereits die letzten beiden Haushalte aus der Spur gebracht; wird der Plan nicht verabschiedet, droht das Defizit bis zu den Wahlgängen am 18. April und 2. Mai weiter anzusteigen. Frankreich ist für den EUR/USD durchaus ein Grund zur Sorge.

Der Euro steht an der Schwelle

So gerät der Euro zwischen zwei Fronten: Die Straffung durch die EZB wirkt sich positiv aus, doch das Energie- und politische Umfeld spricht gegen ihn. Wird das Währungspaar nach Jackson Hole in der Spanne bleiben?

Technisch betrachtet zeigt der EUR/USD im Tageschart eine kurzfristige Konsolidierung innerhalb der Handelsspanne von 1,1650 bis 1,1685. Eine Ausbruchsstrategie ist sinnvoll. Ein Ausbruch über die obere Begrenzung mit einem anschließenden Tagesschlusskurs darüber liefert ein Kaufsignal. Ein erfolgreicher Bruch der unteren Begrenzung signalisiert einen Verkauf des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Analyst InstaForex
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