Der Markt steckt in einem Tauziehen um die Zinsentscheidung der Fed im September, und das Ergebnis wird entscheidend für den Devisenmarkt und den kurzfristigen Kurs des Dollars sein.
Die Einschätzungen gehen auseinander, ob die Fed die Zinsen im September anheben oder unverändert lassen wird. Auf der einen Seite verweisen Befürworter weiterer Zinserhöhungen auf hartnäckig hohe Inflation – seit mehr als 60 Wochen über dem Zielwert – und steigende Treasury-Renditen als Belege dafür, dass die Fed (und Chair Warsh persönlich) handeln muss. Ihrer Ansicht nach spiegeln die höheren Renditen die aktuellen Rahmenbedingungen vollständig wider, an die sich die Fed halten muss.
Auf der anderen Seite mehren sich die Argumente für eine Pause. Schwache Signale vom Arbeitsmarkt in den jüngsten Daten deuten darauf hin, dass die Fed lieber abwarten könnte. Sollten die kommenden Inflationsdaten, insbesondere die Verbraucherpreise, nur wenig von den Juli-Werten abweichen, würde dies den Fall für ein weiteres Stillhalten stärken.
Wie könnten die Märkte reagieren? Sollten die US?Nonfarm?Payrolls schwächer ausfallen als der derzeit prognostizierte Stellenzuwachs von rund 55.000 und die Inflation stabil bleiben, dürfte die Fed mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fortsetzung der Zinspause bevorzugen. Dieses Szenario würde Aktien wahrscheinlich Auftrieb geben, Druck auf den Dollar ausüben und Gold, andere Edelmetalle sowie Krypto?Assets unterstützen. Auch die Treasury-Renditen dürften in diesem Fall sinken.
Die Federal?Funds?Futures spiegeln dieses Tauziehen bereits wider. Nach einem schwachen ADP-Bericht ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung am 16. September von etwa 68 % auf 60,2 % gesunken. Diese Chancen könnten weiter fallen, falls die offiziellen Arbeitsmarktdaten enttäuschen.
Täglicher Ausblick:


EUR/USD
Das Währungspaar notiert vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten über 1,1600. Sollten die Risiken zugunsten einer dovishen Haltung der Fed ausfallen, könnte EUR/USD Unterstützung finden und in Richtung 1,1656 und anschließend 1,1700 steigen. Möglicher Kaufbereich: 1,1612. Empfohlener Stop-Loss: 1,1575.
EUR/JPY
Das Währungspaar steht unter Druck, da erwartet wird, dass die Bank of Japan eine deutliche Zinserhöhung vornehmen könnte – möglicherweise um +50 Basispunkte oder sogar +75 Basispunkte. In diesem Umfeld könnte EUR/JPY in Richtung 180,65 fallen. Möglicher Verkaufsbereich: 181,65. Empfohlener Stop-Loss: 183,53.