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FX.co ★ NFP könnte die Waage der Fed kippen: Die Beschäftigungszahlen für August könnten über die Zinsschancen im September entscheiden

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Analysen:::2026-09-04T09:25:45

NFP könnte die Waage der Fed kippen: Die Beschäftigungszahlen für August könnten über die Zinsschancen im September entscheiden

Dem CME FedWatch Tool zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed auf der September-Sitzung derzeit bei etwa 50 %. Die Alternative – eine Pause – hat in etwa die gleiche Chance. Die Waage ist damit ausgeglichen, doch der heutige NFP-Bericht wird dieses Gleichgewicht in die eine oder andere Richtung verschieben: in Richtung „hawkish“ oder „dovish“. Alles wird vom „Ton“ der Arbeitsmarktdaten für August abhängen, die zu Beginn der US-Sitzung am Freitag veröffentlicht werden.

NFP könnte die Waage der Fed kippen: Die Beschäftigungszahlen für August könnten über die Zinsschancen im September entscheiden

Dieser Bericht ist nicht nur für sich genommen wichtig, sondern auch vor dem Hintergrund der jüngsten Signale der Fed. Nach Kevin Warshs viel beachteter Jackson-Hole-Rede stieg am Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September deutlich an. Der Fed-Vorsitzende hob anhaltende Inflationsrisiken hervor und räumte ein, dass die Geldpolitik weiter gestrafft werden müsse, falls sich die wichtigsten Inflationsindikatoren nicht abschwächen.

Am Vorabend der NFP-Daten hat Fed-Gouverneur Christopher Waller die Debatte jedoch faktisch wieder auf Anfang gestellt, indem er erklärte, er sei bereit zu unterstützen, die Zinsen unverändert zu lassen, sofern der Inflationsdruck weiter nachlässt. In der Folge fielen die zuvor bei rund 65 % liegenden Zinserhöhungschancen auf etwa 50 %.

Der Arbeitsmarktbericht steht somit an einem Wendepunkt für die geldpolitischen Erwartungen. Starke Beschäftigungszahlen würden die Argumente der Falken stärken: Anhaltende Neueinstellungen würden signalisieren, dass die Wirtschaft straffere Finanzierungsbedingungen verkraften kann und Spielraum für weitere Zinserhöhungen besteht. Schwache NFP-Zahlen hingegen – insbesondere nach dem schwachen Juli-Wert – würden die Tauben innerhalb der Fed stützen.

Der Konsens rechnet für August mit rund 58.000 neuen Stellen nach einem Rückgang um 23.000 im Juli, wobei die meisten Prognosen in einer Spanne von etwa 45.000 bis 65.000 liegen. Die Arbeitslosenquote wird mehrheitlich bei 4,1 % erwartet, während die durchschnittlichen Stundenlöhne voraussichtlich um etwa 0,2 % gegenüber dem Vormonat steigen sollen, was auf eine Verlangsamung des jährlichen Lohnwachstums auf rund 3,0 % hinausläuft.

Die Lohnkomponente kann maßgeblich beeinflussen, wie der Markt den gesamten Bericht interpretiert. Steigen die Löhne um 0,4 % m/m oder stärker, werden sich die Inflationssorgen der Fed verschärfen, und die Wetten auf einen restriktiveren Kurs nehmen zu. Umgekehrt würde ein schwaches Lohnwachstum (0,2 %–0,1 % m/m oder darunter) die Erzählung von einer nachlassenden Arbeitskräftenachfrage und geringeren Inflationsrisiken untermauern.

Ein weiteres zentrales Element ist die Erwerbsquote. Im Juli fiel sie auf 61,4 % und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2021 (im Januar lag sie noch bei 62,1 %). Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote auf 4,1 %. Auf den ersten Blick wirkt das paradox, doch die Kausalkette ist klar: Personen, die den Arbeitsmarkt verlassen, zählen nicht länger als arbeitslos. Im Juli schrumpfte die Erwerbsbevölkerung um 264.000, während die Zahl der Menschen außerhalb der Erwerbsbevölkerung um 381.000 stieg. Bleibt die Arbeitslosenquote im August nur deshalb niedrig, weil die Erwerbsbeteiligung zurückgeht, wird es für die Fed schwierig, das als hawkishes Signal zu verkaufen.

Der Kontext durch die jüngsten Arbeitsmarktindikatoren ist wichtig. Die ADP-Daten zu den privaten Beschäftigten fielen im August mit 38.000 neuen Stellen schwach aus – der schlechteste Wert seit Januar – und die JOLTS-Zahlen waren gemischt: Die Zahl der offenen Stellen stieg auf 7,27 Millionen, aber die Neueinstellungen gingen auf 5,05 Millionen zurück, und die Einstellungsquote fiel auf 3,2 %. Mit anderen Worten: Der US-Arbeitsmarkt wirkt zunehmend wie ein Umfeld von „low hire, low fire“.

Angesichts der gesunkenen Markterwartungen wird ein starker NFP-Bericht einen überproportional großen Einfluss auf die Einpreisierung der Geldpolitik haben, verglichen mit einem schwachen Ergebnis. Sollte das tatsächliche Ergebnis hingegen selbst die moderaten Erwartungen verfehlen, geriete der Dollar erheblich unter Druck. So würde beispielsweise ein NFP-Anstieg von weniger als 40.000 (oder ein negativer Wert), begleitet von einem weiteren Rückgang der Erwerbsquote und einem Lohnanstieg von höchstens 0,2 % m/m, die September-Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung deutlich unter 50 % drücken und das von Waller öffentlich vorgetragene Argument für eine Pause stärken.

Fallen die NFP-Daten überraschend stark aus, werden die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, der Dollar wird aufwerten, und EUR/USD wird versuchen, in den Bereich der Marke 1,15 zurückzukehren. Für eine nachhaltige Wende zugunsten des Greenback ist jedoch mehr als nur eine starke Schlagzeile nötig – es bedarf einer echten „hawkish combination“: kräftiges Lohnwachstum, stabile Arbeitslosigkeit und kein weiterer Rückgang der Erwerbsbeteiligung. Andernfalls erhält das Währungspaar eine weitere Chance, sich oberhalb von 1,1630 (der Tenkan-sen im Tageschart) zu behaupten und sich in Richtung 1,1660 (das obere Bollinger-Band im H4-Chart) und mit der Zeit 1,1710 (das obere Bollinger-Band im D1-Chart) zu bewegen.

Analyst InstaForex
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