
Die Zeit rennt davon, die Zwischenwahlen rücken näher, und Donald Trump braucht dringend einen überzeugenden Grund, warum amerikanische Wähler die Republikaner unterstützen sollten. Üblicherweise verliert die amtierende Partei bei den Zwischenwahlen – die Wähler sind nach ein oder zwei Jahren einer neuen Regierung meist enttäuscht. Manchmal bezieht sich diese Enttäuschung auf bestimmte Versprechen oder politische Maßnahmen, doch im Fall von Trump sind die Auswirkungen seiner Politik so offenkundig, dass es unwahrscheinlich ist, dass sich nun viele Wähler hinter die Republikaner stellen werden.
Das bedeutet nicht, dass einzelne Republikaner nicht in lokalen Wahlkreisen gegen Demokraten gewinnen können, aber insgesamt dürften die Demokraten im Vorteil sein. Trump missfällt dieses Szenario, doch er kann die Zustimmungswerte seiner Partei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wesentlich verbessern. Der Konflikt mit Iran ist festgefahren, es gibt keine Möglichkeit, die Treibstoffpreise ohne massive Subventionen zu senken; die Staatsverschuldung hat die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten; die Preise steigen im Inland; die Fed kann die Zinsen nicht anheben, weil Trump Senkungen fordert; und ein seit eineinhalb Jahren andauernder Handelskrieg belastet die Geldbeutel der Amerikaner.
Vor diesem Hintergrund braucht Trump dringend einen Erfolg, den er den Wählern präsentieren kann. Da ein erfolgreicher Ausgang im Iran außer Reichweite ist, muss er einen anderen finden. Damit rückt der Ukraine-Russland-Konflikt in den Mittelpunkt – ein Krieg, dessen Ende er im Falle seiner Wahl innerhalb von 24 Stunden versprochen hatte. Aus diesem Versprechen sind inzwischen 18 Monate geworden, doch das Weiße Haus hat seine Bemühungen erneuert. In den letzten Tagen hat eine US-Delegation Moskau und Kiew besucht, um nach einer Lösung zu suchen und die Konfliktparteien zu einem Friedensabkommen zu bewegen. Bislang haben weder Kiew noch Moskau die Vorschläge Washingtons angenommen. Trump bleibt hartnäckig und behauptet, er wolle den Krieg noch vor Ende 2026 beendet sehen.

Ich weiß nicht, wie realistisch dieses Ziel ist, und es ist klar, dass die Bemühungen in erster Linie darauf abzielen, das Image von Trump als Friedensstifter wiederherzustellen, das er im vergangenen Jahr aufgebaut hat. Sollte es dem Präsidenten gelingen, ein Abkommen zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln, wäre dies ein großer politischer Erfolg, der seine Zustimmungswerte vor den Zwischenwahlen wahrscheinlich steigern würde.
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