
Gold (XAU/USD) bleibt weiterhin unter Druck, obwohl der US‑Dollar insgesamt schwach ist. Falkenhafte Erwartungen in Bezug auf die US‑Notenbank (Fed) und anhaltende geopolitische Unsicherheit stützen den Dollar jedoch als sicheren Hafen und begrenzen damit das Aufwärtspotenzial des Goldpreises. Händler agieren offenbar vorsichtig, vermeiden aggressive Positionierungen und warten lieber auf die Veröffentlichung der neuen US‑Inflationsdaten, die für diese Woche angesetzt sind.
Der US‑Erzeugerpreisindex (PPI) und der Verbraucherpreisindex (CPI) werden am Donnerstag bzw. Freitag veröffentlicht. Diese wichtigen Indikatoren werden helfen, die künftige Ausrichtung der Fed‑Politik vor dem Hintergrund inflationsbedingter Risiken durch steigende Energiepreise zu bestimmen.
Dies wird wiederum die kurzfristigen Trends des Dollars beeinflussen und einen spürbaren Effekt auf den Goldpreis haben. Inzwischen haben Händler ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed Ende dieses Monats verstärkt, nachdem der jüngste Bericht zu den US‑Nonfarm Payrolls (NFP) im August eine Beschleunigung des Beschäftigungswachstums gezeigt hat.
Der US‑Dollar dürfte im Vorfeld der anstehenden wichtigen CPI‑Daten Unterstützung erhalten.
OCBC‑Strategen bezeichneten den jüngsten US‑Arbeitsmarktbericht als „leicht dollarstützend, aber nicht ausreichend für ein nachhaltiges Wachstum“. Sie stellen fest, dass die robusten Arbeitsmarktdaten „die Widerstandsfähigkeit der US‑Wirtschaft bestätigen und die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Fed‑Geldpolitik unterstützen, was helfen könnte, den Rückgang des Dollars zu begrenzen“. Angesichts des „anhaltenden Lohndrucks“ gehen die OCBC‑Analysten jedoch davon aus, dass die Märkte überzeugendere Inflationsdaten benötigen, um eine Zinserhöhung im September mit größerer Sicherheit einpreisen zu können.
Daher richtet sich der Fokus nun auf die CPI‑Daten: Ein positiver Überraschungseffekt könnte als Katalysator für eine erneute Dollarstärke dienen, während schwächer als erwartete Werte voraussichtlich zu uneinheitlichen, richtungslosen Kursbewegungen führen dürften.
Darüber hinaus stützt die Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran die geopolitische Risikoprämie und trägt dazu bei, die Stabilität des Dollars als sicheren Hafen zu wahren. In den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten drohte Iran mit Vergeltung für etwaige neue US‑Angriffe auf seine Einrichtungen und verwies auf die potenzielle Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur im Persischen Golf. Zudem erklärte der iranische Sicherheitschef Mohsen Rezaei, Teheran bereite sich als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen auf eine vollständige Blockade der Straße von Hormus vor, was die Sorge vor anhaltenden Störungen der Ölversorgung verstärkt.
Anleger befürchten weiterhin, dass hohe Energiepreise den Inflationsdruck erneut verstärken und damit die Aussichten auf eine restriktivere Fed‑Politik untermauern könnten. Dies wiederum bestätigt die Möglichkeit von Kaufinteresse bei Rücksetzern des Dollars und verlangt von XAU/USD‑Bullen ein vorsichtigeres Vorgehen. Entsprechend erscheint es sinnvoll, auf deutlich erhöhtes Kaufinteresse zu warten, bevor Entscheidungen getroffen werden, den Goldpreis wesentlich weiter nach oben zu treiben und die laufende Erholung fortzusetzen.
Aus technischer Sicht notiert das Edelmetall weiterhin über dem 200‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA), der sich knapp oberhalb der runden Marke von 4.300 US‑Dollar befindet. Dies bestätigt trotz nachlassender Dynamik einen positiven kurzfristigen Ausblick. Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) um 51 signalisiert eine neutral‑positive bzw. moderat optimistische Marktlage. Der MACD‑Indikator in der Nähe der Nulllinie verweist jedoch auf einen nachlassenden Aufwärtsdruck nach der jüngsten Korrektur.
Das technische Bild ist gemischt und legt nahe, dass Gold zunächst am 20‑Tage‑SMA auf Widerstand stoßen dürfte. Unterstützung wird am 100‑Tage‑SMA erwartet, gefolgt vom darunter verlaufenden 200‑Tage‑EMA.