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FX.co ★ Der Euro kommt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück

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Analysen:::2026-09-10T22:50:19

Der Euro kommt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück

Kann eine Zinserhöhung in einen Währungsverkauf umschlagen? Die European Central Bank hat gerade bewiesen, dass das möglich ist. Die Zentralbank hat den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,5 % angehoben und damit die finanziellen Bedingungen verschärft, aber sie hat kein Signal für eine Fortsetzung des Zyklus gegeben. Euro-Bullen hatten auf ein solches Signal gesetzt, und ihre Enttäuschung schlug in Verkäufe von EUR/USD um. Das ist ein klassischer Fall von „buy the rumor, sell the news“. Die Rallye bei Brent hat zusätzlich Öl ins Feuer gegossen.

ECB-Zinsen und finanzielle Bedingungen

Der Euro kommt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück

Die Formulierung des Beschlusses ist bewusst neutral gehalten: Der EZB-Rat bewahrt sich die Fähigkeit, auf die Unsicherheit durch den Konflikt zu reagieren, und legt sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinskurs fest. Mit anderen Worten: Alle Optionen bleiben offen. Lagarde wird in der Pressekonferenz voraussichtlich versuchen, diese Unsicherheit aufrechtzuerhalten.

Die aktualisierten Projektionen offenbaren jedoch die eigentliche Haltung der Notenbank. Die EZB hat ihre Inflationsprognose für 2027 von 2,3 % auf 2,5 % und für 2028 von 2,0 % auf 2,1 % angehoben. Die Bank stellt ausdrücklich fest, dass die Inflation „für einen längeren Zeitraum“ über dem Zielwert bleiben wird. Gleichzeitig erhöhte sie ihre BIP-Wachstumsprognose für 2027 von 1,2 % auf 1,4 %.

Die Geldmärkte hatten viele dieser Nuancen bereits eingepreist. Die kurzfristigen Renditen stiegen erneut auf über 3 %, und Euribor-Futures preisen für Februar und Juli 2027 voll zwei weitere Zinserhöhungen ein, mit einem Spitzenzins von rund 3 %. Wie Bloomberg Intelligence anmerkt, wirkte eine Straffung unausweichlich. Wichtiger war die Frage, ob die EZB angesichts der Diskussionen über Zweitrundeneffekte und Inflationserwartungen einen klar restriktiven Ton beibehalten würde. Gemessen an der Reaktion des Euro empfand der Markt die Antwort als nicht hinreichend restriktiv.

Die Entscheidung im September ist allerdings nicht das Ende der Geschichte. Die Pressekonferenz von Christine Lagarde und die anstehende US-Inflationsveröffentlichung können das Bild noch drehen, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass die EZB-Präsidentin heute einen ausgeprägt „hawkishen“ Ton anschlagen wird.

Brent überschritt die Marke von 102 US-Dollar je Barrel und setzte seine Rally über der dreistelligen Schwelle fort – erstmals seit Juli. Wieder aufgeflammte Kampfhandlungen beendeten eine kurze Atempause, und die Aussicht auf einen langwierigen Konflikt schürt Ängste vor einer anziehenden Energieinflation. Auch Gas- und Dieselpreise steigen. Iran erklärte, sich der US-Seeblockade nicht zu beugen und die Angriffe als Reaktion auf neue Attacken zu verstärken. Unterdessen sagte Donald Trump offen, der Krieg werde vor den Zwischenwahlen im November nicht enden und mit einem spürbaren Rückgang der Benzinpreise sei vorher nicht zu rechnen. Die Konfrontation dauert nun bereits seit sieben Monaten an – ein Ende ist nicht in Sicht.

Der Euro kommt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück

Der Euro scheint derzeit von zwei Faktoren in Geiselhaft genommen zu sein – dem neutralen Ton aus Frankfurt und dem Ölpreis je Barrel. Welcher davon wird zuerst den Ausschlag geben?

Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart, dass sich ein Pin-Bar ausgebildet hat. Short-Positionen, die ab 1,164 eröffnet wurden, hätten bei einem Durchbruch unter das Tief bei 1,162 aufgestockt werden können.

Analyst InstaForex
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